Leibspeise der Nation ist "bacalhau", Stockfisch in vielen Zubereitungen. Er ist der "fiel amigo", der treue Freund der Portugiesen, seit der portugiesische Kapitän Corte Real 1501 die Kabeljaugründe vor Neufundland entdeckt hatte, das er "terra dos bacalhaus" taufte.
Jahrhundertelang war gesalzener und getrockneter Kabeljau eine billige Volksspeise. Seit er durch Überfischung rar geworden ist, muß er teuer importiert werden und kostet so viel wie frischer Fisch. Trotzdem behält er seinen Platz ganz oben auf der Speisenkarte. Dass es 365 Stockfischrezepte geben soll, für jeden Tag im jahr eines, mag etwas übertrieben sein, doch ein Spezialrezept für Bacalhau ist der Stolz jeder Köchin.
Portugiesen lieben ihren Kaffee schwarz und konzentriert in kleinen Tassen, gesüßt mit viel Zucker. Man bestellt einfach um café, in Lissabon auch uma bica und in Porto um cimbalino. Wer eine größere Tasse möchte, verlangt nach einfach café duplo. Die Schonvariante mit einem Spritzer Milch ist der garoto. Milchkaffee gibt es in zwei verschiedenen Formen, als café com leite oder meia de leite und als galão, der im Glas serviert wird und so wenig Kaffee enthält, dass man ihn besser als Kaffeemilch bezeichnet. Auf Madeira heißt der Milchkaffee übrigens chinesa.
Traditionsreiche Konditoreien, Pastelarías und Confeitarías, locken überall mit Leckereien in unzähligen regionalen Varianten. Portugiesische Backwaren lassen den Cholesterinspiegel schon beim Betrachten in gefärhliche Höhen schnellen, denn ihr Hauptbestandteil ist eine Mischung aus Eigelb und Zucker, verfeinert mit Zimt, Mandeln, Kokos, Orange. Daran, dass die Rezepte meist aus Klosterbäckereien stammen, erinnern so erheiternde Namen wie Himmelsspeck (toucinho do céu), Nonnenbäuche (barrigas de freira) oder Engelskröpfe (papos d'anjo).