Bereits im 15. Jh. wurde mit dem Bau von Madeiras einzigartigem Bewässerungssystem, den Levadas, zur Kultivierung des Zuckerrohrs begonnen. Es stellt eine wassertechnische Meisterleistung dar – alles Wasser muss nämlich von der regen- und quellenreichen Nordseite zur trockenen Südseite geführt werden. Bis heute sind die Levadas ein Zeugnis der überragenden technischen und architektonischen Fähigkeiten der Mauren. Denn maurische Sklaven waren es, die Viadukte bauten, Tunnel sprengten und Rinnen in Felswände schlugen, um Wasser in ausreichender Menge um die Berge herum und durch sie hindurch zu leiten. Obwohl lange Strecken durch unwegsames Terrain zu bewältigen waren, konnten sie nur ein geringes Gefälle zulassen – liegen doch die Quellen im Norden nur wenig höher als die zu bewässernden Terrassen im Süden. Der Umfang des Bewässerungssystems beträgt 800 bis 5.000 km, je nachdem, ob kleine und kleinste Verzweigungen der Kanäle mitgezählt werden oder nicht. Da das Wasser gleichmäßig fließen muss, werden die Kanäle ständig gewartet. Aus diesem Grund sind alle Levadas begehbar, entweder auf der Levadamauer oder auf einem Weg neben dem Kanal, dem Passeio da levada – und auf eben diesem lässt es sich vortrefflich wandern. Ganz Madeira lässt sich so auf Schusters Rappen erkunden – von Steilküste zu Steilküste, von Dorf zu Dorf, von Gipfel zu Gipfel. Allerdings sollte man für einige wenige Passagen schwindelfrei sein, und eine adäquate Ausrüstung versteht sich von selbst.