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La Tomatina – im Zeichen der Tomate

La Tomatina

Alljährlich am letzten Mittwoch im August verfärben sich die Straßen in der kleinen ostspanischen Ortschaft Buñol knallrot. Grund hierfür ist „La Tomatina“, das wohl verrückteste Fest in Spanien, bei dem sich Bewohner wie Touristen nach Herzenslust mit überreifen Tomaten bewerfen. So haben alle Spaß und niemand tut sich weh.

Mit LKW werden die überreifen Tomaten tonnenweise in die Straßen von Buñol, das nahe Valencia liegt, gekippt. Pro Jahr werden circa 150 Tonnen der roten Früchte eingesetzt, die eigens für das Tomatenfest in der Extremadura angepflanzt werden – Tendenz steigend. Zum Glück gibt es hilfsbereite Anwohner, die die Teilnehmer nach dem Tomatenfest per Gartenschlauch von den Tomatenstücken befreien.

Tomatenstrauch

Der Ablauf von La Tomatina

Auch wenn das Spektakel auf Außenstehende etwas chaotisch wirken kann, wird es von der Stadt organisiert und unterliegt festen Regeln: Das Zentrum von „La Tomatina“ ist die Plaza del Pueblo, auf der zu Beginn gegen 10 Uhr das sogenannte Schinkenstürmen – „palo jabón“ – stattfindet: Dabei versuchen Wagemutige, einen etwa sieben Meter hohen Baumstamm hinaufzuklettern, der mit Wachs oder Seife bestrichen ist, um an den oben befestigten Schinken zu gelangen.

Punkt 11 Uhr heißt es dann: Auf die Tomaten, fertig los! Die Teilnehmer zerdrücken die roten Wurfgeschosse mit der Hand, so dass nur so tropft und werfen einander ab. Schnell verwandeln die überreifen Tomaten den Hauptplatz sowie die Straßen Buñols in eine überdimensionale große Tomatensuppe.

Tomatenschlacht Spanien

Genau eine Stunde später endet das Spektakel mit einem lauten Signal. Ab nun darf keine einzige Tomate mehr geworfen werden und unglaublich, aber wahr: Bis heute haben sich alle Teilnehmer daran gehalten! Sofort beginnt das große Saubermachen. Feuerwehrmänner stehen mit Schläuchen bereit, um den Platz und die Straßen von der roten Masse zu befreien. Aber auch die Teilnehmer beteiligen sich an der Säuberungsaktion, damit das kleine Dörfchen wieder in seinem ursprünglichen Glanz erstrahlt.

„La Tomatina“ – Tomatenschlacht mit Geschichte

„La Tomatina“ fand erstmals in den 1940er Jahren statt. Warum, weiß keiner mehr so genau, nur so viel, dass das Fest weder einen religiösen noch einen politischen Hintergrund hat. Die Bewohner hatten sichtlich Spaß an dem Geschehen, so dass sie es wiederholten, bis es sich zum Brauchtum entwickelte. Während der Franco-Diktatur wurde das Fest allerdings verboten. Seit 1957 findet es wieder jährlich statt und ist 2002 sogar zu einem Fest von internationalem Interesse erklärt worden.

Im Laufe der vergangenen 15 Jahre wurde das Fest bei Touristen immer beliebter. 2004 katapultierten 38.000 Wurfwütige „La Tomatina“ ins Guiness Buch der Rekorde, als sie sich eine Stunde lang gegenseitig mit 125 Tonnen Tomaten bewarfen. Die Teilnehmerzahl stieg in den Folgejahren immer weiter, so dass sie seit 2013 aus Sicherheitsgründen auf 22.000 begrenzt und die Teilnahme an ein Ticket von 10 Euro gekoppelt ist. 2015 ist auch ein Hollywoodstar bei „La Tomatina“ gesehen worden: Blake Lively mischte für den Kinofilm „All I See Is You“ bei dem Tomatenspektakel mit.
Sind Sie neugierig geworden? Hier unsere Tipps rund um das Tomatenfest:

Die sechs besten Tipps für La Tomatina

  • Buchen Sie rechtzeitig eine Unterkunft, beispielsweise in der Nachbarstadt Valencia und Umgebung, z. B. im Hotel Las Arenas oder im Parador de El Saler.
  • Am Tag von „La Tomatina“ ist Buñol nach 7 Uhr für Autos gesperrt, fahren Sie deshalb entweder eher an oder nutzen Sie die Bahn oder einen Bus.
  • Tragen Sie festes Schuhwerk.
  • Ziehen Sie Kleidung an, die Sie nicht mehr benötigen, ein weißes T-Shirt ist jedoch ein Muss.
  • Tragen Sie eine Taucher- oder Schwimmbrille, da die Säure der Tomaten in den Augen brennt.
  • Lassen Sie Ihr Handy und Ihre gute Kamera unbedingt im Hotel und nutzen Sie eine Einwegkamera, um das Erlebnis in Bildern festzuhalten.
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