{"id":15511,"date":"2021-01-19T14:10:14","date_gmt":"2021-01-19T13:10:14","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.olimar.de\/?p=15511"},"modified":"2024-02-21T08:45:35","modified_gmt":"2024-02-21T07:45:35","slug":"batalha-kloster","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.olimar.de\/batalha-kloster\/","title":{"rendered":"Batalha \u2013 Symbol der portugiesischen Geschichte"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Es gibt in Portugal viele Orte voller Historie, deren Strahlkraft bis in die Gegenwart reicht. Die kleine Stadt Batalha geh\u00f6rt dazu und ist gleichzeitig Wahrzeichen k\u00fcnstlerischer Meisterschaft und Vielfalt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Rund zehn Kilometer s\u00fcdlich der zentralportugiesischen Distriktshauptstadt Leiria liegt Batalha. Die ruhigen Stra\u00dfen sind fast ausnahmslos nach gro\u00dfen Gestalten der Landesgeschichte benannt. Der Ort selbst tr\u00e4gt allerdings einen martialischen Namen: \u2018Batalha\u2019 bedeutet \u2018Schlacht\u2019. Das namensgebende Gefecht war eines der Ereignisse, die in Portugal jedes Kind kennt und die pr\u00e4gend f\u00fcr die Nation waren: Am 14.&nbsp;August 1385 besiegten portugiesische Truppen das kastilische Heer und sicherten die Unabh\u00e4ngigkeit des Landes und den Thron f\u00fcr Jo\u00e3o&nbsp;I., den unehelichen Halbbruder des ohne Erben verstorbenen K\u00f6nigs Fernando&nbsp;I. Das Herrscherhaus im benachbarten Spanien, das enge Bindungen zu Fernando&nbsp;I. unterhalten hatte, bestritt Jo\u00e3os Anspruch auf Portugals Thron. Milit\u00e4risch schlecht ger\u00fcstet und zahlenm\u00e4\u00dfig unterlegen, musste das portugiesische Heer in besagtem Kampf den Untergang f\u00fcrchten, was jedoch nicht geschah. Der fromme Jo\u00e3o sah darin g\u00f6ttlichen Beistand und lies zum Dank ein Kloster bauen. Er nannte es \u2018Mosteiro de Santa Maria da Vit\u00f3ria\u2019 (Kloster der Hl. Maria des Sieges), allgemein als Kloster Batalha bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Obgleich der Waffengang weiter s\u00fcdlich auf der Hochebene von S\u00e3o Jorge nahe der Stadt Aljubarrota stattfand, fiel die Wahl auf diesen Standort, denn hier war das Gel\u00e4nde flach, was den Bau ebenso erleichterte wie den Transport des Baustoffs: Kalkstein aus den Steinbr\u00fcchen des nahen Gebirgszuges \u2018Serra de Aire\u2019. Zudem war die Gegend wasserreich und mit dichten Korkeichen- und Kiefernw\u00e4ldern bewachsen, die das Bauholz lieferten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein monumentales Bauwerk<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein kleiner Spaziergang durch den Ort Batalha lohnt sich. Alle Wege f\u00fchren zu einem gro\u00dfen Platz und dort wird der Blick frei auf das monumentale Bauwerk, dessen ockerfarbener Stein selbst bei grauem Himmel zu leuchten scheint \u2013 ein Panorama, das innehalten l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"584\" src=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-01_1200x684-1024x584.jpg\" alt=\"Kloster Batalha mit einer Statue davor \" class=\"wp-image-15515\" style=\"width:517px;height:294px\" srcset=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-01_1200x684-1024x584.jpg 1024w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-01_1200x684-300x171.jpg 300w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-01_1200x684-768x438.jpg 768w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-01_1200x684.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Das Kloster Batalha ist eines der gr\u00f6\u00dften im Land und seit 1983 UNESCO-Weltkulturerbe. Zwar entspricht es dem Typus anderer, zuvor in Portugal errichteter Sakralbauten wie das Kloster Santa Clara-a-Velha und die Apsis der Kathedrale von Lissabon, doch ist das Kloster Batalha, dessen Bau sich \u00fcber rund 150 Jahre erstreckte, mit seinen \u00fcberwiegend gotischen Elementen, zu denen sich Komponenten der portugiesischen Manuelinik und der Renaissance \u00fcberreichlich gesellen, das Werk eines wahren Laboratoriums f\u00fcr Formen und \u00e4sthetische Optionen, das die besten Handwerker aus ganz Europa besch\u00e4ftigte und in ganz Portugal Spuren hinterlie\u00df.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"683\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-03_1200x800-683x1024.jpg\" alt=\"Kloster mit Turmspitzen \" class=\"wp-image-15519\" style=\"width:411px;height:616px\" srcset=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-03_1200x800-683x1024.jpg 683w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-03_1200x800-200x300.jpg 200w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-03_1200x800-768x1152.jpg 768w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-03_1200x800.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Beeindruckende Architektur<\/h2>\n\n\n\n<p>Das faszinierende Bild des Kloster wird im Inneren noch verst\u00e4rkt: Beeindruckende filigrane Steinarbeiten und sp\u00e4tmittelalterliches Design, verschn\u00f6rkelte Torb\u00f6gen, magische Kammern und Kapellen, Skulpturen und Figuren. Der Bau eines Monuments von dieser Komplexit\u00e4t ist das Verdienst von Baumeistern mit Genie und Wissen. Besonders hervorgehoben seien Afonso Domingues, der seit der Grundsteinlegung im Jahr 1387 bis zu seinem Tode 1402 f\u00fcr das Werden des Klosters zust\u00e4ndig war und Kirche, Sakristei, Kapitelsaal, Refektorium und Dormitorium entwarf. Sein Nachfolger David Huguet beendete den Bau der Kirche mit gestalterischen und architektonischen Innovationen. Zu seinem Werk geh\u00f6ren ferner die Gr\u00fcnderkapelle und die ber\u00fchmten sogenannten &#8220;Unvollendeten Kapellen&#8221;.<\/p>\n<p>In den folgenden Dekaden arbeiteten hier viele weitere Architekten; erw\u00e4hnt seien Mateus Fernandes, der zwischen 1490 und 1515 die Arbeiten leitete und f\u00fcr die reichlich vorhandenen Elemente der Manuelinik sorgte, der portugiesischen Variante der Sp\u00e4tgotik mit \u00fcberbordender Gestaltung durch Ornamente wie \u00c4ste, Bl\u00e4tter, Fr\u00fcchte, Lotus und nautische Symbole wie Armillarsph\u00e4ren oder steinerne Schiffstaue als Verbeugung vor den Entdeckungsfahrern.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-jetpack-tiled-gallery aligncenter is-style-rectangular\"><div class=\"tiled-gallery__gallery\"><div class=\"tiled-gallery__row\"><div class=\"tiled-gallery__col\" style=\"flex-basis:34.19410947074701%\"><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" data-height=\"720\" data-id=\"15520\" data-link=\"https:\/\/blog.olimar.de\/?attachment_id=15520\" data-url=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-04.jpg\" data-width=\"502\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-04.jpg?ssl=1\" layout=\"responsive\"><\/figure><\/div><div class=\"tiled-gallery__col\" style=\"flex-basis:31.094770254902045%\"><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" data-height=\"639\" data-id=\"15521\" data-link=\"https:\/\/blog.olimar.de\/?attachment_id=15521\" data-url=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-05.jpg\" data-width=\"405\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-05.jpg?ssl=1\" layout=\"responsive\"><\/figure><\/div><div class=\"tiled-gallery__col\" style=\"flex-basis:34.71112027435096%\"><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" data-height=\"705\" data-id=\"15522\" data-link=\"https:\/\/blog.olimar.de\/?attachment_id=15522\" data-url=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-06.jpg\" data-width=\"499\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-06.jpg?ssl=1\" layout=\"responsive\"><\/figure><\/div><\/div><div class=\"tiled-gallery__row\"><div class=\"tiled-gallery__col\" style=\"flex-basis:47.7116447682167%\"><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" data-height=\"702\" data-id=\"15523\" data-link=\"https:\/\/blog.olimar.de\/?attachment_id=15523\" data-url=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-07.jpg\" data-width=\"355\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-07.jpg?ssl=1\" layout=\"responsive\"><\/figure><\/div><div class=\"tiled-gallery__col\" style=\"flex-basis:52.28835523178329%\"><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" data-height=\"709\" data-id=\"15524\" data-link=\"https:\/\/blog.olimar.de\/?attachment_id=15524\" data-url=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-08.jpg\" data-width=\"393\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-08.jpg?ssl=1\" layout=\"responsive\"><\/figure><\/div><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Durch das Hauptportal ins Innere<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Hauptportal (\u2018P\u00f3rtico da Gl\u00f3ria\u2019), konzipiert von David Huguet zeigt 91 Figuren, von denen keine der anderen gleicht. \u00dcber dem Tor verlaufen sechs Archivolten, die den \u00dcbergang der Menschen in das Himmelreich darstellen. Die Christus-Figur in der Mitte h\u00e4lt die Weltkugel und ist umgeben von 78 Figuren: Je n\u00e4her sie zur Mitte stehen, desto h\u00f6her ihre Bedeutung. Musizierende Engel spielen auf alten Instrumenten: Schalmeien, Cistern, eine Laute, Portative, Bratschen, eine Zither und ein Psalterium. Um sie herum sind P\u00e4pste und Bisch\u00f6fe in Stein gemei\u00dfelt. An den Seiten des Tores befinden sich Statuen der 12 Apostel, die den Baldachin symbolisch st\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-jetpack-tiled-gallery aligncenter is-style-rectangular\"><div class=\"tiled-gallery__gallery\"><div class=\"tiled-gallery__row\"><div class=\"tiled-gallery__col\" style=\"flex-basis:49.41216676402979%\"><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"Mittelportugal Kloster Batalha Haupteingang\" data-height=\"1609\" data-id=\"16085\" data-link=\"https:\/\/blog.olimar.de\/batalha-kloster\/batalha-11-haupteingang\/\" data-url=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-11-Haupteingang.jpg\" data-width=\"1200\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-11-Haupteingang.jpg?ssl=1\" layout=\"responsive\"><\/figure><\/div><div class=\"tiled-gallery__col\" style=\"flex-basis:50.587833235970216%\"><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" data-height=\"683\" data-id=\"15525\" data-link=\"https:\/\/blog.olimar.de\/batalha-kloster\/batalha-09\/\" data-url=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-09.jpg\" data-width=\"1024\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-09.jpg?ssl=1\" layout=\"responsive\"><\/figure><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"Mittelportugal Kloster Batalha Details\" data-height=\"754\" data-id=\"16087\" data-link=\"https:\/\/blog.olimar.de\/batalha-kloster\/batalha-10-details\/\" data-url=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-10-Details.jpg\" data-width=\"1200\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-10-Details.jpg?ssl=1\" layout=\"responsive\"><\/figure><\/div><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Durch dieses Portal betritt der Besucher die Kirche, deren zentrales Schiff 32 Meter hoch ist, das entspricht einem neunst\u00f6ckigen Haus. Baumeister Afonso Domingues wollte dem G\u00f6ttlichen durch die schiere H\u00f6he nahekommen. Den Altar hat er nach Osten ausgerichtet, dem Sonnenaufgang zugewandt, das Portal weist nach Westen. Die Kirche hat drei Schiffe, die ein lateinisches Kreuz formen. Hier befinden sich einige der ber\u00fchmten Bleiglasfenster des Klosters. Auf ihnen stehen Gestalten der biblischen Geschichte neben Figuren aus dem Herrscherhaus des Klostergr\u00fcnders Jo\u00e3o&nbsp;I. Der gr\u00f6\u00dfte Teil der Buntglasfenster ging durch das Erdbeben von 1755 verloren. In der Hauptkapelle und im Kapitelsaal sind jedoch bis heute die Originale aus den Jahren 1514 und 1531 zu sehen, die ein einzigartiges Spiel von Licht und Farben bieten.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-12-1-1024x768.jpg\" alt=\"Hauptkapelle von innen \" class=\"wp-image-15533\" style=\"width:468px;height:351px\" srcset=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-12-1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-12-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-12-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-12-1-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-12-1-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-jetpack-tiled-gallery aligncenter is-style-rectangular\"><div class=\"tiled-gallery__gallery\"><div class=\"tiled-gallery__row\"><div class=\"tiled-gallery__col\" style=\"flex-basis:49.847984714193785%\"><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" data-height=\"2560\" data-id=\"15532\" data-link=\"https:\/\/blog.olimar.de\/?attachment_id=15532\" data-url=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-14-1-scaled.jpg\" data-width=\"1700\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-14-1-scaled.jpg?ssl=1\" layout=\"responsive\"><\/figure><\/div><div class=\"tiled-gallery__col\" style=\"flex-basis:50.15201528580623%\"><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" data-height=\"687\" data-id=\"15531\" data-link=\"https:\/\/blog.olimar.de\/?attachment_id=15531\" data-url=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-13-1.jpg\" data-width=\"459\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-13-1.jpg?ssl=1\" layout=\"responsive\"><\/figure><\/div><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Herausragende Buntglasfenster<\/h2>\n\n\n\n<p>Batalha war der erste Ort in Portugal, an dem diese Fensterkunst zur Anwendung kam, und rasch wurde die kl\u00f6sterliche Baustelle zum wichtigen Zentrum f\u00fcr Glasmalerei in Europa. Hier arbeitete 1438 bis 1450 ein Handwerksk\u00fcnstler, der als Lu\u00eds Alem\u00e3o in den Annalen verzeichnet ist. Sein Nachname bedeutet \u2018deutsch\u2019 und es wird sein Rufname gewesen sein, abgeleitet von seiner Herkunft. Den Unterlagen zufolge kam Lu\u00eds aus dem unterfr\u00e4nkischen M\u00fcnnerstadt, wo einige Jahre zuvor beim Kirchenbau gleichfalls die in Mode gekommenen Glasfenster verbaut worden waren, deren Struktur und Motive teilweise \u00c4hnlichkeit mit denen in Batalha aufweisen. Kunsthistoriker vermuten daher, Lu\u00eds Alem\u00e3o habe seine k\u00fcnstlerische Laufbahn in Portugal fortgesetzt.<\/p>\n<p>K\u00f6nig Jo\u00e3o I. w\u00fcnschte, gemeinsam mit K\u00f6nigin Filipa in dem von ihm gestifteten Kloster beerdigt zu werden. Er w\u00e4hlte eine zentrale Halle, die heute Gr\u00fcnderkapelle (\u2018Capela do Fundador\u2019) hei\u00dft und Standort von Portugals erstem Doppelgrab wurde. Die Architektur geht auf David Huguet zur\u00fcck, der m\u00f6glicherweise von den Britischen Inseln kam, vermittelt vom Adelshaus Lancaster, aus dem die K\u00f6nigin stammte.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"867\" height=\"640\" src=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-15a.jpg\" alt=\"Grab eines K\u00f6nigs in der Kapelle \" class=\"wp-image-15534\" style=\"width:485px;height:358px\" srcset=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-15a.jpg 867w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-15a-300x221.jpg 300w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-15a-768x567.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 867px) 100vw, 867px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-jetpack-tiled-gallery aligncenter is-style-rectangular\"><div class=\"tiled-gallery__gallery\"><div class=\"tiled-gallery__row\"><div class=\"tiled-gallery__col\" style=\"flex-basis:49.19674980084176%\"><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" data-height=\"665\" data-id=\"15535\" data-link=\"https:\/\/blog.olimar.de\/?attachment_id=15535\" data-url=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-16.jpg\" data-width=\"535\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-16.jpg?ssl=1\" layout=\"responsive\"><\/figure><\/div><div class=\"tiled-gallery__col\" style=\"flex-basis:50.80325019915824%\"><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" data-height=\"2560\" data-id=\"15536\" data-link=\"https:\/\/blog.olimar.de\/?attachment_id=15536\" data-url=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-17-scaled.jpg\" data-width=\"2127\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-17-scaled.jpg?ssl=1\" layout=\"responsive\"><\/figure><\/div><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die letzte Ruhest\u00e4tte des K\u00f6nigspaares und deren Nachfahren<\/h2>\n\n\n\n<p>Dieses Pantheon wurde auch zur letzten Ruhest\u00e4tte der Nachfahren des K\u00f6nigspaares, unter ihnen der ber\u00fchmteste Sohn: Heinrich der Seefahrer. Ein Jahr nach seinem Tod 1460 und seinem Begr\u00e4bnis in der Algarvestadt <a href=\"https:\/\/www.olimar.de\/blog\/ein-tag-in-lagos\/\">Lagos<\/a> wurde er ins Kloster Batalha umgebettet. Mit gefalteten H\u00e4nden liegt die ihm nachempfundene Marmorstatue \u00fcber seinem Sarkophag. Darunter steht sein Wappenspruch &#8220;Talant de bien fere&#8221; (Die Gabe, es gut zu machen). Auch die Wahlspr\u00fcche der \u00fcbrigen royalen H\u00e4upter, die in den Seitennischen ruhen, sind lesbar. Gr\u00fcnder Jo\u00e3o&nbsp;I. stand \u201cpor bem\u201d \u2013 \u201cf\u00fcr das Gute\u201d, einer seiner Nachfolger und Namensvetter, Jo\u00e3o&nbsp;II., regierte \u201cPola lei e pola grai\u201d (F\u00fcr Gesetz und Gemeinschaft) \u2013 dies wurde 1911 zur Devise der portugiesischen Nationalgarde.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-18-768x1024.jpg\" alt=\"K\u00f6nigsgr\u00e4ber \" class=\"wp-image-15537\" style=\"width:425px;height:566px\" srcset=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-18-768x1024.jpg 768w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-18-225x300.jpg 225w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-18-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-18-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-18-420x560.jpg 420w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-18-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Im 20. Jahrhundert wurden drei weitere K\u00f6nigsgr\u00e4ber in diesem Pantheon geschaffen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Kreuzg\u00e4nge \u2013 Glanzst\u00fccke des Klosters <\/h2>\n\n\n\n<p>Einst besa\u00df das Kloster vier Kreuzg\u00e4nge, nur zwei blieben erhalten. Der zuerst Erbaute, der k\u00f6nigliche Kreuzgang (\u2018Cl\u00e1ustro Real\u2019), ist ein Glanzst\u00fcck des Klosters. Einst\u00f6ckig und mit vier Galerien, beeindruckt er durch die maximale Auspr\u00e4gung der Gotik sowie die gr\u00fcne Ruhezone des Innenhofes. Der Kreuzgang verk\u00fcrzte den M\u00f6nchen die Wege in der gewaltigen Anlage, war aber auch Ort religi\u00f6ser Meditation. Anfang des 16.&nbsp;Jahrhunderts, w\u00e4hrend der Herrschaft von K\u00f6nig Manuel&nbsp;I., erhielt dieser Bereich unter der baulichen Leitung von Mateus Fernandes neue Ornamente im manuelinischen Stil.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-jetpack-tiled-gallery aligncenter is-style-rectangular\"><div class=\"tiled-gallery__gallery\"><div class=\"tiled-gallery__row\"><div class=\"tiled-gallery__col\" style=\"flex-basis:33.54999064939199%\"><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"Mittelportugal Kloster Batalha Kreuzgang\" data-height=\"626\" data-id=\"16097\" data-link=\"https:\/\/blog.olimar.de\/batalha-kloster\/batalha-21-kreuzgang\/\" data-url=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-21-Kreuzgang.jpg\" data-width=\"1200\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-21-Kreuzgang.jpg?ssl=1\" layout=\"responsive\"><\/figure><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"Mittelportugal Kloster Batalha Kreuzgang\" data-height=\"1513\" data-id=\"16079\" data-link=\"https:\/\/blog.olimar.de\/batalha-kloster\/batalha-19_kreuzgang\/\" data-url=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-19_Kreuzgang.jpg\" data-width=\"1920\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-19_Kreuzgang.jpg?ssl=1\" layout=\"responsive\"><\/figure><\/div><div class=\"tiled-gallery__col\" style=\"flex-basis:66.45000935060801%\"><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" data-height=\"800\" data-id=\"15542\" data-link=\"https:\/\/blog.olimar.de\/batalha-kloster\/batalha-23\/\" data-url=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-23.jpg\" data-width=\"1200\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-23.jpg?ssl=1\" layout=\"responsive\"><\/figure><\/div><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Dort, wo Nord- und Westfl\u00fcgel des Kreuzgangs sich treffen, befindet sich ein Brunnen, eines der bekanntesten Fotomotive aus <a href=\"https:\/\/www.olimar.de\/blog\/tag\/mittelportugal\/\">Zentralportugal<\/a>. Tats\u00e4chlich diente dieses Schmuckst\u00fcck den rituellen Waschungen der M\u00f6nche im Tageslauf.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die &#8220;Unvollst\u00e4ndigen Kapellen&#8221;<\/h2>\n\n\n\n<p>Der portugiesische Schriftsteller Miguel Torga schrieb in sein Tagebuch, jeder sollte die Unvollst\u00e4ndigen Kapellen (\u2018Capelas Imperfeitas\u2019) wenigstens einmal im Leben gesehen haben. Sie befinden sich an der Ostseite der Hauptkirche und sind nur von au\u00dferhalb zug\u00e4nglich. Hier gibt es eine Vielzahl architektonischer Details zu sehen, unter Tageslicht, denn wie der Name besagt, sind die Kapellen unvollendet \u2013 sie hatten nie ein Dach. K\u00f6nig Duarte&nbsp;I., Sohn und Thronfolger von Jo\u00e3o&nbsp;I., wollte hier eine eigene Begr\u00e4bnisst\u00e4tte f\u00fcr sich und seine Frau Leonor de Arag\u00f3n errichten. Das 1434 vom Prinzen idealisierte Pantheon hat einen achteckigen Grundriss, auf dem sieben durch die Sakristei miteinander verbundene Kapellen stehen. Doch nach dem fr\u00fchen Tod Duartes und seines Baumeisters Huguet im Jahr 1438 blieb das Werk unvollendet.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"960\" height=\"644\" src=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-24.jpg\" alt=\"Kloster Atrium mit Sicht in den Himmel nach oben \" class=\"wp-image-15543\" style=\"width:565px;height:379px\" srcset=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-24.jpg 960w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-24-300x201.jpg 300w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-24-768x515.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die achte, ein halbes Jahrhundert sp\u00e4ter unter K\u00f6nig Manuel I von dessen Architekten Mateus Fernandes gestaltete Seite besteht aus einem gewaltigen und prachtvollen Portal. 15 Meter hoch und 8 Meter breit, ist es im Stil der Manuelinik sehr \u00fcppig verziert mit steinernen Pflanzen, Ranken, \u00c4sten, Bl\u00e4ttern und Tierfiguren, vermutlich eine ornamentale Anleihe aus der maurischen Kunst.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"680\" src=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-25.jpg\" alt=\"Bogen im Kloster \" class=\"wp-image-15544\" style=\"width:483px;height:320px\" srcset=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-25.jpg 1024w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-25-300x199.jpg 300w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-25-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Doch K\u00f6nig Manuel&nbsp;I. hatte bereits Pl\u00e4ne f\u00fcr ein eigenes Kloster in <a href=\"https:\/\/www.olimar.de\/blog\/tag\/lissabon\/\">Lissabon<\/a> und versetzte die illustren Baumeister in die Hauptstadt, wo sie ihr Handwerk am Hieronymitenkloster (\u2018Mosteiro dos Jer\u00f3nimos\u2019) fortsetzen sollten. So blieb der freie Blick zum Firmament den Unvollendeten Kapellen erhalten.<\/p>\n<p>Vor dem Ausgang des Klosters befindet sich ein weiterer Kreuzgang (\u2018Claustro de D.&nbsp;Afonso&nbsp;V.\u2019) zweist\u00f6ckig und mit einer Seitenl\u00e4nge von 43 Metern. Hier gab es mehrere R\u00e4ume, die im Alltag genutzt wurden: K\u00fcche, Vorratskammer, Brennholz- und Oliven\u00f6llager, Weinpresse und schlicht gehaltene B\u00e4der. Im oberen Geschoss befanden sich Schlafr\u00e4ume, die Bibliothek und eine Schreibstube.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-jetpack-tiled-gallery aligncenter is-style-rectangular\"><div class=\"tiled-gallery__gallery\"><div class=\"tiled-gallery__row\"><div class=\"tiled-gallery__col\" style=\"flex-basis:34.155498766557955%\"><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" data-height=\"589\" data-id=\"15545\" data-link=\"https:\/\/blog.olimar.de\/batalha-kloster\/batalha-26\/\" data-url=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-26.jpg\" data-width=\"457\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-26.jpg?ssl=1\" layout=\"responsive\"><\/figure><\/div><div class=\"tiled-gallery__col\" style=\"flex-basis:65.84450123344205%\"><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"Mittelportugal Kloster Batalha Kreuzgang\" data-height=\"800\" data-id=\"16099\" data-link=\"https:\/\/blog.olimar.de\/batalha-kloster\/batalha-27-kreuzgang\/\" data-url=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-27-Kreuzgang.jpg\" data-width=\"1200\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-27-Kreuzgang.jpg?ssl=1\" layout=\"responsive\"><\/figure><\/div><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Nebenan liegt die \u2018Adega dos Frades\u2019, die Bezeichnung geht auf eine Zweckentfremdung zur\u00fcck. Der Raum beherbergte einst einen Kapitelsaal und ein Studierzimmer. Sp\u00e4ter nutzten die Ordensbr\u00fcder den Platz als Lager f\u00fcr Wein und Lebensmittel. Die M\u00f6nche waren Selbstversorger. Am alten Klosterzaun, der sich nach Norden und Osten erstreckte und in Teilen noch sichtbar ist, floss ein Bach, der das Wasser f\u00fcr Weinberge und Obstg\u00e4rten und f\u00fcr die Versorgung der M\u00f6nche f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Im rechten Winkel zu diesem Bau schlie\u00dft sich ein altes Refektorium an. Von der Kanzel an der Wand wurden zu den Mahlzeiten religi\u00f6se Texte vorgelesen. Im Jahr 1923 entstand hier ein Milit\u00e4rmuseum und im quadratisch angelegten Kapitelsaal befindet sich seit 1921 das Grabmal des Unbekannten Soldaten: Stellvertretend f\u00fcr alle, die im Dienste Portugals in Kriegen gefallen sind, liegen hier die sterblichen \u00dcberreste zweier portugiesischer Soldaten. Einer verlor sein Leben im Ersten Weltkrieg in Flandern, der andere im Kolonialkrieg in Mosambik. An diesem Ort, an dem Schweigepflicht besteht, ist selbst die st\u00fcndliche Wachabl\u00f6sung eine sehr stille Zeremonie.<\/p>\n<p>Auch hier sollte man den Blick nach oben richten. Baumeister Huguet hat den gesamten Kapitelsaal, dessen Seiten 19 Meter lang sind, mit einem Kreuzrippengew\u00f6lbe in Form eines achteckigen Sterns abgeschlossen, in dessen Mitte das k\u00f6nigliche Wappen prangt. Dieser Saal geh\u00f6rt zu den gr\u00f6\u00dften st\u00fctzenlos \u00fcberw\u00f6lbten R\u00e4umen, die bis in die Neuzeit auf der Iberischen Halbinsel erbaut wurden. Die Skepsis der Zeitzeugen hinsichtlich der Stabilit\u00e4t erweist sich seit \u00fcber 580 Jahren als unn\u00f6tig.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"779\" src=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-28-1024x779.jpg\" alt=\"Saal im Kloster \" class=\"wp-image-15547\" style=\"width:639px;height:485px\" srcset=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-28-1024x779.jpg 1024w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-28-300x228.jpg 300w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-28-768x585.jpg 768w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-28-1536x1169.jpg 1536w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-28-2048x1559.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Gravuren der Handwerksmeister<\/h2>\n\n\n\n<p>An vielen Stellen der monumentalen Elemente in der Klosteranlage finden sich versteckte Details. So haben die Steinmetze ihre Zeichen an den Klostermauern hinterlassen \u2013 fast 900 verschiedene Markierungen, mit denen jeder Handwerksmeister seine Arbeit mit seinem Symbol signierte. Kunsthistoriker erkl\u00e4ren, diese Gravuren k\u00f6nnten dazu gedient haben, das Geleistete zu quantifizieren, und da das namenlose Heer der Bauarbeiter sehr h\u00e4ufig aus M\u00e4nnern verschiedener Generationen derselben Familie bestand, k\u00f6nnten V\u00e4ter ihre Symbole auch an die S\u00f6hne weitergegeben haben.<\/p>\n<p>Und an den Innenw\u00e4nden des k\u00f6niglichen Kreuzgangs, im Kapitelsaal und in der Adega, sind einige Dutzend an Graffiti erinnernde Motive sichtbar, offenbar ohne religi\u00f6se Bedeutung. K\u00f6nigliche Schilde, St\u00f6rche und Schiffe kehren dabei immer wieder.<\/p>\n<p>Rund 200 Wasserspeier in Form grotesker, d\u00e4monischer Fantasiefiguren (\u2018g\u00e1rgulas\u2019) an den D\u00e4chern und Terrassen besch\u00fctzen das Kloster und die Menschen in ihm vor dem Einfluss teuflischer M\u00e4chte, aber auch vor irdischem Ungemach: Die Wasserspeier geh\u00f6ren zu einem komplexen System zur Ableitung des Regenwassers. Durch minuti\u00f6s konstruiertes Gef\u00e4lle zirkuliert das Wasser jeweils einige Meter, bevor es in hohem Bogen nach au\u00dfen schie\u00dft und auf diese Weise Infiltrationen vorbeugt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-jetpack-tiled-gallery aligncenter is-style-rectangular\"><div class=\"tiled-gallery__gallery\"><div class=\"tiled-gallery__row\"><div class=\"tiled-gallery__col\" style=\"flex-basis:70.44359159308917%\"><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"Mittelportugal Kloster Batalha Wasserspeier\" data-height=\"938\" data-id=\"16093\" data-link=\"https:\/\/blog.olimar.de\/batalha-kloster\/batalha-30_wasserspeier\/\" data-url=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-30_Wasserspeier.jpg\" data-width=\"1200\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-30_Wasserspeier.jpg?ssl=1\" layout=\"responsive\"><\/figure><\/div><div class=\"tiled-gallery__col\" style=\"flex-basis:29.55640840691084%\"><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" data-height=\"1920\" data-id=\"15549\" data-link=\"https:\/\/blog.olimar.de\/batalha-kloster\/batalha-32\/\" data-url=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-32-scaled.jpg\" data-width=\"2560\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-32-scaled.jpg?ssl=1\" layout=\"responsive\"><\/figure><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" data-height=\"554\" data-id=\"15550\" data-link=\"https:\/\/blog.olimar.de\/batalha-kloster\/batalha-33\/\" data-url=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-33.png\" data-width=\"502\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-33.png?ssl=1\" layout=\"responsive\"><\/figure><\/div><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Auf dem Platz vor dem S\u00fcdportal steht das j\u00fcngste Element im Ensemble des Klosters: das Reiterstandbild f\u00fcr Nuno \u00c1lvares Pereira, jenen Feldherrn, der seinem K\u00f6nig Jo\u00e3o&nbsp;I. den Sieg in der Schlacht von Ajubarrota beschert hatte. Der Bildhauer Leopoldo de Almeida hat den inzwischen Heiliggesprochenen im Jahr 1961 in Bronze gegossen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"683\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-34-683x1024.jpg\" alt=\"Reiterstandbild f\u00fcr Nuno \u00c1lvares Pereira\" class=\"wp-image-15551\" style=\"width:366px;height:547px\" srcset=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-34-683x1024.jpg 683w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-34-200x300.jpg 200w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-34-768x1152.jpg 768w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-34.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Bei aller Pracht ist nicht zu \u00fcbersehen, dass an den 600 Jahre alten Klostermauern der Zahn der Zeit nagt. Sch\u00fcler und Lehrer der \u00f6rtlichen Berufssfachschule \u2018Escola Nacional de Artes e Of\u00edcios Tradicionais\u2019 verrichten hoch spezialisierte Restaurierungsarbeiten und man kann ihnen in den Hallen des Klosters gelegentlich bei der Arbeit zuschauen. Die Steinmetze, Bildhauer, Designer oder Glaser haben internationales Renommee, ihre Expertise ist beim Wiederaufbau der 2019 brandbesch\u00e4digten Kathedrale Notre Dame in Paris gefragt, und hier im Kloster veranstalten sie regelm\u00e4\u00dfig Ausstellungen eigener Kunstwerke.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-jetpack-tiled-gallery aligncenter is-style-rectangular\"><div class=\"tiled-gallery__gallery\"><div class=\"tiled-gallery__row\"><div class=\"tiled-gallery__col\" style=\"flex-basis:62.070387057019694%\"><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" data-height=\"578\" data-id=\"15552\" data-link=\"https:\/\/blog.olimar.de\/batalha-kloster\/batalha-35\/\" data-url=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-35.jpg\" data-width=\"525\" src=\"https:\/\/i2.wp.com\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-35.jpg?ssl=1\" layout=\"responsive\"><\/figure><\/div><div class=\"tiled-gallery__col\" style=\"flex-basis:37.929612942980306%\"><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"Mittelportugal Kloster Batalha Ornamente\" data-height=\"973\" data-id=\"16101\" data-link=\"https:\/\/blog.olimar.de\/batalha-kloster\/batalha-36-ornamente\/\" data-url=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-36-Ornamente.jpg\" data-width=\"1200\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-36-Ornamente.jpg?ssl=1\" layout=\"responsive\"><\/figure><figure class=\"tiled-gallery__item\"><img decoding=\"async\" alt=\"Mittelportugal Kloster Batalha Skulptur\" data-height=\"702\" data-id=\"15554\" data-link=\"https:\/\/blog.olimar.de\/batalha-kloster\/batalha-37\/\" data-url=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-37.jpg\" data-width=\"717\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-37.jpg?ssl=1\" layout=\"responsive\"><\/figure><\/div><\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<p><em><u>Information<\/u><\/em>:<\/p>\n<p>Mosteiro de Santa Maria da Vit\u00f3ria<br \/>Largo Infante D. Henrique<br \/>2440-109 Batalha<br \/><em>GPS<\/em>: N 39 39.528&#8242; W 008 49.591&#8242;<\/p>\n<p>Ge\u00f6ffnet t\u00e4glich (bitte beachten Sie die ge\u00e4nderten \u00d6ffnungszeiten aufgrund der Pandemie)<\/p>\n<p><strong>16.10. &#8211; 31.3.: 9 Uhr &#8211; 18 Uhr<\/strong><br \/><strong>1.4. &#8211; 15.10.: 9 Uhr &#8211; 18.30 Uhr<\/strong><\/p>\n<p>Der Eintritt in die Kirche ist frei. Der Besuch des gesamten Klosters kostet 6 Euro.<\/p>\n<p>Informationen und Reservierungen f\u00fcr mehrsprachige F\u00fchrungen (auch thematische F\u00fchrungen): <a href=\"http:\/\/mosteirobatalha.gov.pt\/en\/\">http:\/\/mosteirobatalha.gov.pt\/en\/<\/a><\/p>\n<p>Rund um den Platz vor dem Kloster gibt es einige, allesamt empfehlenswerte Caf\u00e9s und Restaurants und mit Blick auf \u2018Santa Maria da Vit\u00f3ria\u2019.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"560\" src=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-38-1024x560.jpg\" alt=\"Restaurants und Caf\u00e9s auf dem Platz vor dem Kloster \" class=\"wp-image-15555\" style=\"width:508px;height:278px\" srcset=\"https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-38-1024x560.jpg 1024w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-38-300x164.jpg 300w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-38-768x420.jpg 768w, https:\/\/blog.olimar.de\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Batalha-38.jpg 1454w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt in Portugal viele Orte voller Historie, deren Strahlkraft bis in die Gegenwart reicht. 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