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Aktuelle Situation in Andalusien – eine Fotostory in Corona-Zeiten

OLIMAR Kollege Oliver lebt und arbeitet in Málaga, in Andalusien. Da uns von Kunden immer wieder besorgte Fragen erreichen, wie die aktuelle Situation in Spanien sei und ob man in den nächsten Wochen dorthin Reisen und entspannt Urlaub machen kann, haben wir Oliver gebeten, uns einen kleinen Einblick in den momentanen Alltag in Andalusien zu geben. Hier kommt seine Fotostory.

Andalusien atmet auf: Seit dem 8. Juni befinden sich alle 8 Provinzen der südspanischen Region in „Phase 3“. Das ist die letzte Stufe des Plans auf dem Weg zur „Neuen Normalität“, die ab 22. Juni für ganz Spanien vorgesehen ist. In Andalusien, das etwas gröβer ist als NRW und Niedersachsen zusammen, leben ca. 8,4 Millionen Menschen. Andalusien gehört zusammen mit den Balearen und Kanaren zu denjenigen Autonomen Regionen Spaniens, in denen die Corona-Pandemie nicht so schlimm gewütet hat. Das Infektionsgeschehen ist seit vielen Wochen unter Kontrolle und entspricht in etwa dem des Nachbarlandes Portugal, das bekanntlich gut durch die Corona-Krise gekommen ist. Seit 8. Juni können sich die Andalusier endlich frei innerhalb ihres Territoriums bewegen – Reisen von Sevilla nach Málaga oder von Cádiz nach Granada oder Córdoba sind jetzt nach fast 3 Monaten wieder möglich. Die Grenze zum benachbarten Portugal dagegen soll am 1. Juli geöffnet werden.

Über der Stadt thront das Castillo de Gibralfaro, das seit Anfang Juni wieder für Besucher geöffnet ist. Dort wehen die Flaggen Andalusiens, Spaniens und der Stadt Málaga. Málaga ist mit rund 575.000 Einwohnern nach Sevilla die zweitgröβte Stadt Andalusiens.  

Vom Castillo de Gibralfaro aus hat man einen wunderbaren Blick über die Hauptstadt der Costa del Sol, den Hafen, die umliegenden Berge. Im Hintergrund sieht man Torremolinos und Benalmádena-Costa.

Am Eingang weist ein Schild auf die Maskenpflicht hin. Eine Maske muss überall in Spanien immer dann getragen werden, wenn ein Mindestabstand von 2 Metern nicht eingehalten werden kann. Das war bei meinem Besuch am Sonntagmorgen nicht notwendig. Die wenigen Besucher konnten problemlos Abstand halten und den tollen Ausblick genieβen.

Das Castillo de Gibralfaro liegt rund 130 Meter über dem Mittelmeer. Die Burg und die Altstadt sind durch einen schönen Fuβgängerweg mit vielen Aussichtspunkten verbunden. Für den Aufstieg braucht man 15 bis 20 Minuten. Duftende Pinien, knorrige Korkeichen und Johannisbrotbäume sorgen für Schatten.

Am Fuβe des Gibralfaro-Hügels liegt die Alcazaba: Die Burg- und Palastanlage stammt aus der maurischen Zeit und ist so etwas wie die kleinere Schwester der Alhambra.

Hinter den dicken, hohen Mauern der Alcazaba verbergen sich wunderschöne Gärten. Es duftet nach Orangenblüten und Jasmin.

Auch in der Alcazaba eröffnen sich wunderbare Panoramen über das Meer und den Hafen mit dem Leuchtturm La Farola. Hier legten vor Corona bis zu 3 Kreuzfahrtschiffe pro Tag an.

Auf dem Bild sieht man den Schornstein des „Melillero“. So nennen die Malagueños die Personen- und Autofähre, die Málaga und Melilla verbindet (spanische Exklave in Nordafrika).

Die Alcazaba erhebt sich vor dem Halbrund des Teatro Romano (römisches Theater). Eine gläserne Pyramide überdeckt eine archäologische Ausgrabungsstätte mit Resten einer antiken Fischverarbeitungsmanufaktur. 

Die Kulisse des Teatro Romano ist ein beliebtes Fotomotiv. Fast alle Touristen machen hier Selfies. Zurzeit gehört die Esplanade ganz den Einheimischen, an Platz mangelt es nicht…

Das dürfte sich bald ändern: Ab 1. Juli öffnet sich Spanien wieder für den internationalen Tourismus. Auch von vielen deutschen Flughäfen wird es wieder Direktflüge nach Málaga geben.

Der Sommer und Herbst 2020 sind ideal, um die Schönheiten Málagas und Andalusiens in Ruhe zu entdecken. Massenandrang wie vor Corona wird es wahrscheinlich nicht geben. Im besten Fall (oder schlechtestem, je nach Perspektive) wohl erst wieder 2021.

Ab 1. Juli werden alle Sehenswürdigkeiten wieder geöffnet sein: So zum Beispiel auch das Städtische Museum, das in einem beeindruckenden Zollgebäude aus dem 18. Jahrhundert untergebracht ist. Es dokumentiert eindrucksvoll die über 2000-jährige Geschichte der Stadt. Zu sehen sind archäologische Fundstücke, historische Stadtmodelle, Gemälde und Fotografien.

Bereits geöffnet haben die meisten Bars und Restaurants. So auch die „Bodega El Pimpi“, ein Klassiker direkt neben dem Picasso-Museum. Dort kann man leckere Tapas und den süβen Dessertwein „Málaga Virgen“ genieβen.

Übrigens: Gleich beim „El Pimpi“ bewohnt Antonio Banderas ein schickes Penthouse. Der Hollywoodstar ist gebürtiger Malagueño und hat im letzten Jahr in der Stadt ein Musical-Theater ins Leben gerufen.  Die aktuelle Show, der Broadway-Klassiker „A Chorus Line“, wird in der Stierkampfarena von Málaga in diesem Sommer als Open-Air-Vorführung dargeboten. Derzeit macht Antonio Banderas kostenlos Werbung für Andalusien:

Auch an der Hafenpromenade „Muello Uno“ geht es langsam wieder los.

Auch in Tapasbars und Cervecerías gelten die neuen Abstands- und Hygieneregeln.

Der Zugang zu den Toiletten wird kontrolliert, die Waschbecken funktionieren kontaktlos: Aus dem rechten Hahn kommt das Wasser, aus dem linken die Luft zum Händetrocknen. 

Noch ankern die Ausflugsboote am Kai von „Muello Uno“. Doch bald schon werden die Leinen losgelassen. Dann kann man wieder kurze Hafentouren machen, einen Katamaran-Ausflug zur Delfinbeobachtung oder einen Trip in den nahe gelegenen Urlaubsort Benalmádena-Costa.

Dort ist die Touristeninformation noch geschlossen und an den Stränden gibt es mehr oder weniger viel Platz.

Ab Ende Juni, wenn es wieder voller wird, sollen Rettungsschwimmer sowie speziell ausgebildete Strandwächter auf die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln achten.

Auch an der Playa de Guadalmar sollen die neuen Regeln gelten. Der feinsandige Strand liegt zwischen Torremolinos und Málaga. Ein paar Hundert Meter sind für Kitesurfer reserviert, auch FKK-Fans finden hier ihren eigenen Abschnitt.

Der Strand von Guadalmar liegt nur ein paar Kilometer vom Flughafen Málaga entfernt. Im Hintergrund sieht man die Sierra de Mijas. Dort locken herrliche Wanderwege…

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