Alle Artikel mit dem Schlagwort: Italien

4 Tage auf den Spuren des Odysseus – im Latium zwischen Circeo und Gaeta

„Und wir kamen zur Insel Aiaia. Diese bewohnte Kirke, die schöngelockte, die hehre melodische Göttin“ So beschreibt Odysseus den ersten Kontakt mit der Zauberin Circe, die auf der Insel Aiaia auf die Seefahrer wartete, um sie mit ihrem Gesang zu verzaubern und sie bei sich festzuhalten. Das mythische Aiaia ist der nördlichste Vorposten der Odysseus Riviera und heißt heute Halbinsel des Circeo. Meine Schwester und ich sind zwar keine jungen griechischen Seefahrer. Aber die Idee, ein bisschen auf den Spuren des Odysseus zu wandeln fanden wir vielversprechend. Und so haben wir Ende Juli beschlossen, diesen circa 90 km langen Küstenabschnitt im Latium zu bereisen, mit Hauptquartier in Sperlonga. Die Aufgabenteilung ist von vorneherein klar: Ich schwätze, sie fotografiert. Und so machen wir uns auf den Weg. Die Odysseus Riviera Vorausgesagt sei, dass es ein wahrhaft heldenhaftes Unternehmen ist, wenn man in Covid-Zeiten zur Hauptreisezeit der Italiener an eine ihrer Küsten fährt. Die Einheimischen haben ihr Land dieses Jahr regelrecht erobert. Trotz der vergangenen schwierigen Monate und dem allgegenwärtigen Respekt für die Vorsichtsmaßnahmen haben sie ihre sprichwörtliche …

Kurztrip nach Venedig. Meine erste Auslandsreise nach dem Lockdown

Mein Vater war es sein Leben lang gewöhnt, nach Lust und Laune in der Weltgeschichte zu verreisen. Mit seinen knapp 85 Jahren ist er auch heute noch sehr aktiv und so überkam ihn durch die 3,5 monatige Corona-(Reise)Zwangspause eine überwältigende Langeweile. „Ich mache seit Wochen nichts anders als Spazierengehen – im Wald kenne ich mittlerweile jeden Baum!“ ließ er mich unlängst etwas genervt wissen. Wenige Tage nach Wiederöffnung der EU Grenzen rief er mich an und meinte, jetzt sei der perfekte Zeitpunkt nach Venedig zu reisen. So leer wie zurzeit würde man die Stadt nie wieder erleben – und er aufgrund seines Alters schon gar nicht. „Wann fahren wir los?“ fragte er vollends entschlossen. Ein Nein kam offenbar gar nicht erst in Betracht. Ich gebe zu, auch mich reizte die Vorstellung eines Tapetenwechsels ungemein. Termine standen in der kommenden Woche keine an. Also checkte ich kurzerhand die möglichen Reiserouten und fragte spontan verschiedene Hotels in Österreich (Zwischenstopp) und Venedig an. Nach den neuerlichen Corona-Ausbrüchen in Gütersloh und Warendorf und damit einhergehenden Reisebeschränkungen wollte ich sicher …

Sizilianische Involtini – OLIMAR Rezepte zum Nachkochen

OLIMAR Kolleginnen und Kollegen verraten uns ihre Lieblingsrezepte aus dem vergangenen Urlaub zum Nachkochen. Heute: sizilianische Involtini von Kollegin Michaela: Ein sehr beliebtes Gericht der sizilianischen Küche sind die „Involtini“. Dabei handelt es sich um kleine Rouladen, die mit den verschiedensten Zutaten und Füllungen zubereitet werden. Bei unserem Rezept handelt es sich um ein köstliches Basisrezept mit Rindfleisch und einer Füllung aus Paniermehl, Mozzarella und Aromen. Mit der gleichen Füllung können Sie auch Auberginen- oder Zucchinischeiben füllen. Wir wünschen viel Spaß beim Zubereiten und vor allem „Buon appetito“ beim Genießen! Zutaten für Rindfleisch-Involtini 600g Rindfleisch, sehr dünn geschnitten 80 g Grana Padano oder Parmiggiano Reggiano 160 g Paniermehl 1 Mozzarella 2 Knoblauchzehen 1 Bund glattblättrige Petersilie ca. 10 EL Olivenöl Zutaten für Rindfleisch-Involtini 600g Rindfleisch, sehr dünn geschnitten 80 g Grana Padano oder Parmiggiano Reggiano 160 g Paniermehl 1 Mozzarella 2 Knoblauchzehen 1 Bund glattblättrige Petersilie ca. 10 EL Olivenöl Salz, Pfeffer

Fattoria Didattica – ein Lernbauernhof in der Toskana

Würzige, antike Weizenmehle mit klangvollen Namen; nussiger Urdinkel, weiße Bohnen und natürlich – Olivenöl. All das aus biologischem Anbau, ohne Pestizide oder chemischen Dünger. Aus der Natur nur das Beste aber der Natur im Gegenzug auch nur das Beste geben: Das ist das Motto des kleinen landwirtschaftlichen Betriebes «fattoria didattica di S.M» in den Hügeln der Toskana zwischen Fucecchio und Cerbaia. Hier bedient die Landschaft überhaupt nicht das übliche Toskana Klischee, keine knorrigen Pinienschirme oder eleganten Zypressenalleen, keine lieblichen Hügel mit Weinreben und imposanten Weingütern. Dafür die ursprüngliche Sumpflandschaft der Cerbaie mit ihren dichten Wäldern, in denen sich seltene Pflanzen verstecken und mit endlosen Wanderwegen. Man macht sich hier das Land nicht zum Untertanen, sondern es ist ein gleichwertiger Austausch zwischen Natur und Mensch. Keine Kulturlandschaft, sondern Landschaftskultur. Natürlich möchte man diese Überzeugung auch jedem mitgeben, egal ob dem Verbraucher der hochwertigen Produkte oder einfach nur dem Besucher des Lernbauernhofes. Der Eigentümer Stefano Mengoli hat uns seine fattoria in einem Skype-Interview kurz vorgestellt. Nachfolgend das Transkript. Die Aufzeichnung des Interviews finden Sie am Seitenende. Danke …

Piazza Farinata Empoli

Empoli in der Toskana – ein Interview mit der Tourismusbeauftragten während der Corona-Krise

Empoli im Herzen der Toskana. Mit fast 49.000 Einwohnern schon eine größere Kleinstadt und Hauptort des Städteverbundes Empolese Valdelsa, der sich von Vinci im Norden bis nach Montaione im Süden hinzieht. Auf der berühmten Tabula Peutingeriana wird sie «in Portu» bezeichnet, also als Hafenstadt, auch wenn vom Hafen heute nichts mehr zu sehen ist. 55 km von Pisa, 35 km von Florenz und 75 km von Siena entfernt und umgeben von toskanischer Hügellandschaft mit Weinreben, Olivenbäumen und zahlreichen Agriturismo Höfen, die sowohl Unterkunft in Zimmern als auch in Appartements anbieten. Eigentlich eine perfekte Mischung, um den Ort zu einem bekannten Tourismuszentrum zu machen. Das hat aber bisher nicht funktioniert. Die Zwangspause durch die Corona-Krise gibt diesem Ort die Gelegenheit, sich darüber Gedanken zu machen, alle Strategien zu analysieren und eine neue Identität zu finden. OLIMAR Kollegin Viorica aus dem Italien-Team hat die Tourismusbeauftragte der Gemeinde Giulia Terreni dazu in einem Zoom-Online-Videokoferenz befragt. Das Video finden Sie am Seitenende, das Transkript des Interviews lesen Sie nachfolgend: Guten Abend Assessore Terreni, und danke, dass Sie sich für …

Matera bei Nacht

Die Top Five der italienischen Filmdrehorte

Es sind Osterferien und aufgrund der Corona-Pandemie herrscht Ausgehverbot. Nach Kochen, Backen, Essen, Gymnastik, Hausmusik, Gesellschaftsspielen, Tutorials usw. kommt unweigerlich der Abend. Und was nun? Warum nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen? Man schaut sich einen schönen Film an und kann nebenher auch gleich noch die lang ersehnte Reise nach Italien planen. Wir helfen Ihnen gerne dabei und präsentieren Ihnen hier schon mal die „top five“ der italienischen Filmkulissen unseres OLIMAR Italien Teams. Dabei sind alte, mittelalte und auch neuere Filme. Natürlich sind das unsere persönlichen Vorschläge, vielleicht haben Sie andere? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare! Und los geht’s: Platz 1 von Viorica und sehr passend zu Ostern:  „Die Passion Christi“ (Mel Gibson, 2004) Einer der erfolgreichsten religiösen Filme aller Zeiten ist auch der am meisten diskutierte, da sehr gewalttätige und erschreckende Szenen zu sehen sind. Dafür ist der Film aber auch sehr realistisch, sicher sollten sie kleine Kinder nicht unbedingt mitschauen lassen. Gedreht wurde in Matera, der Hauptstadt der Basilikata, Italiens Schatzkiste aus Stein auf Seite 110 in unserem Rund- und Erlebnisreisekatalog …

Landschaft in der Emilia-Romagna

Emilia-Romagna: Ausflüge in das zauberhafte Hinterland von Rimini

Wenn Sie an der Adriaküste Ihren Urlaub genießen und dort am Strand die Seele baumeln lassen, empfehlen wir Ihnen einmal ins Hinterland der Emilia-Romagna zu fahren, von denen die Einheimischen sagen, dass es landschaftlich so wunderschön wie die Toskana ist, aber noch nicht so touristisch erschlossen. Entdecken Sie mit unseren drei Ausflugstipps die authentische Emilia-Romagna mit sanften grünen Hügeln, malerischen Zypressenhainen und Burgen hoch oben auf den Kuppen der Hügel und Felsen. Ausflug nach Santarcangelo di Romagna Santarcangelo di Romagna ist ein kleines Städtchen mit circa 20.000 Einwohnern, etwa 10 Kilometer von Rimini entfernt, das auf eine Siedlung der Römer aus 268 vor Christus zurückzuführen ist. Heute zählt es zu den malerischsten Örtchen in der Romagna. Es bezaubert mit engen Kopfsteinpflastergässchen, hübschen Häusern mit Balkonen voller farbenfroher Blumen und einem traumhaften Blick auf die Po-Ebene, den Sie von der festungsartigen Altstadt auf dem Jupiterhügel genießen können. Antica Stamperia Marchi – die älteste Textildruckerei der Emilia Romagna Bereits seit 1633 werden in dem Familienunternehmen Antica Stamperia Marchi, das mitten in der Altstadt von Santarcangelo di Romagna …

Blick Cinque Terre

Cinque Terre – fünf malerische Fischerdörfer in Ligurien

Ligurien fasziniert mit seinen terrassenförmigen Weinbergen, die kunstvoll auf Steilhängen angelegt sind, und malerischen Dörfern, die sich an bizarre Felsenklippen schmiegen. Fünf davon sind wahre Perlen: Die Fischerdörfer von Cinque Terre, die mit ihren kleinen Gässchen und farbenfrohen Häuser zum Bummeln und Verweilen einladen. Aktivurlauber können dank des guten Netzes an Küstenwanderwegen von Dorf zu Dorf gehen und dabei die atemberaubende Aussicht auf das azurblaue Meer genießen. Wie bunte Nester klammern sich Riomaggiore, Manarola, Corniglia, Vernazza und Monterosso al Mare, die seit 1997 auf der Liste des UNESCO Weltnatur- und Kulturerbes stehen, an die Klippen der ligurischen Steilküste. Diese war auch lange Zeit der Grund dafür, dass die Dörfer auf dem Landweg weitestgehend von der Außenwelt abgeschnitten waren. Heute sind sie aufgrund der guten Bahnanbindung leicht erreichbar. Trotzdem haben sie nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Anreise nach Cinque Terre Wer mit dem Auto anreist, braucht Geduld und starke Nerven: Die schmalen Straßen winden sich in zahlreichen Serpentinen hinunter ans Meer und wieder hinauf. Da die Parkplätze in den kleinen Küstenorten rar gesät sind, kann Parken …

Detail Weihnachtswelt Govone

Magische Weihnachtswelt in Govone, Piemont

Schon seit einigen Jahren haben die berühmten deutschen Weihnachtsmärkte kräftig Konkurrenz aus dem Ausland bekommen. Jetzt rüstet auch Italien mit dem Piemont nochmal auf und kandidiert mit dem Weihnachtsmarkt im kleinen Ort Govone als „European Best Christmas Market 2020“. Der mit knapp 2.200 Einwohnern eigentlich eher beschauliche Ort in der Provinz Cuneo verwandelt sich ab Mitte November bis zum 25. Dezember zu einem einzigen großen Weihnachtsspektakel: 110 Aussteller in ebenso vielen Holzhütten bieten jedes Wochenende von 10 bis 19 Uhr eine so riesige Auswahl an handwerklichen, künstlerischen oder gastronomischen Produkten dar, dass nicht nur jeder Wunsch erfüllt werden kann sondern auch das Auffinden von passenden Geschenken, die nicht aus dem nächsten Kaufhaus stammen, leicht wird. Daneben wird in Govone ein großes Programm für jeden Geschmack geboten: vom Besuch des UNESCO geschützten Kastells der Savoia bis zum Bogenschießen für Kinder im Schlosspark, von der Elfenschule mit der Lehrmeisterin Königin Antea bis zur großen Krippe mit beweglichen Figuren ist wirklich für jeden was dabei. Absoluter Clou ist aber die Hütte des Weihnachtsmannes- la casetta di Babbo Natale …

Umgebung Monte Amiata

Monte Amiata in der Toskana – ein Vulkan für jede Jahreszeit

Eher unerwartet ragt der Vulkankegel des Monte Amiata mit seinen 1.700 Metern Höhe im Süden der Toskana aus der Hügellandschaft, und auch eher unbeachtet liegt er am Rande eines der weltweit bekanntesten Touristenziele. Während sich die Besucher in den Kunststädten der Toskana inzwischen stapeln, sich kleinere Städte wie San Gimignano oder Pienza einen Namen gemacht und ihre Innenstädte herausgeputzt haben, während Weinnamen wie Chianti oder Brunello inzwischen aller Welt geläufig sind und allerorts wunderschöne hochmoderne Kellereien mit Verkostungen locken, verstecken sich auf dem erloschenen Vulkan tatsächlich noch authentische Ecken, die man noch genießen sollte so lange sie nur Insidern bekannt sind: Santa Fiora, Arcidosso, Castel del Piano und Piancastagnaiao sind einige der kleinen, noch ursprünglichen Bergdörfer an den Hängen, die vom größten Zentrum Abbadia San Salvatore angeführt werden. Im Sommer sind sie begehrte Ziele für alle, die der Hitze in den Tälern entkommen wollen, aber gerade im Herbst und Winter entfaltet sich hier die ganze Pracht der Natur: Weinberge umgeben das ganze Massiv und die Olivenbäume wachsen bis auf 800 Metern Höhe. Ab da übernehmen …