Alle Artikel mit dem Schlagwort: Land und Leute

Genalguacil Pueblo Museo Juan Zamora La sombra del Buitre

Genalguacil: Künstlerdorf in den Bergen von Ronda

Bei einem Ausflug ins Künstlerdorf Genalguacil verschwimmen die Grenzen zwischen Tradition, Kunst und Natur. Jede Kurve ein Genuss: Die MA-8301 schlängelt sich von der Küste durch die Sierra Bermeja durch schattige Wälder mit Korkeichen, Kastanien, Pinien und der seltenen Pinsapo-Tanne. Zwischen den hohen Bäumen ragen rostbraune Felsen aus dem Boden, hier und da glitzert und rauscht ein Wasserfall. Am Aussichtspunkt Los Reales gleitet der Blick über das Naturschutzgebiet hinweg bis zur Serranía de Ronda. In der Ferne schimmert an einem Berghang ein weißer Fleck: Genalguacil im Tal des Rio Genal, das Ziel unseres Ausflugs. Die Fahrt von Estepona dauert knapp eine Stunde. An der Einfahrt des Dorfes, das rund 400 Meter über dem Meeresspiegel liegt, grüßen zwei Schilder: „Pueblo Museo“ und „Genalguacil – Los Pueblos Más Bonitos de España“. Letzteres weist darauf hin, dass der Ort seit kurzem auch offiziell zu den „schönsten Dörfern Spaniens“ zählt. Gleich am Parkplatz das erste Kunstwerk: eine Skulptur aus braunem, fein marmoriertem Naturstein, ein Baum, vielleicht eine Pinsapo-Tanne. Die Gärten des Wesirs Das Objekt ist eines von 200 Kunstwerken, …

Sholeh Abghari Event Open Air

Marbella: Internationale Kunst auf der Vernissage unter Palmen

Auf Streifzug durch Marbellas Galerien-Szene unter Palmen lernt man die Stadt von einer ganz neuen Seite kennen. Harlekin-Hose, goldenes Hemd mit Spitzkragen im Stil der 70er Jahre und eine Polaroid Leica: Hubertus von Hohenlohe ist so Pop Art wie seine Werke, die er im Sommer 2021 auf der Vernissage von „Narcistic Overload“ in der Galeria de Arte Contemporánea Isolina Arbulo vorstellt. Die Galerie liegt versteckt zwischen Palmen in einer Villa an der „Goldenen Meile“, nicht weit vom legendären Marbella Club Hotel entfernt, das von seinem Vater Alfonso Prinz zu Hohenlohe gegründet wurde und in dem Hubertus in den 1960er Jahren aufwuchs. Einige Vertreter des damaligen Jetsets, mit denen der kleine Hubertus Umgang hatte, sowie neuere Ikonen der Popkultur sind auf den digital entfremdeten Fotografien von „HvH“ zu sehen: Brigitte Bardot, Andy Warhol, Karl Lagerfeld, Zinédine Zidane… Das Event ist gut besucht: Es ist Hochsaison und es gibt Moët & Chandon. Die Gastgeberin Isolina Arbulo wurde 1970 in Peru geboren, betreibt ihre Ausstellungsräume seit 2018 und ist Mitglied von MUAC (www.galeriasdemarbella.com). Ins Leben gerufen wurde der …

Picasso-Skulptur an der Plaza de la Merced

Málaga: Picasso, Streetart und Antonios Broadway

An der Costa del Sol kann man nicht nur Sonne tanken, Golf spielen und mediterranen Lifestyle genießen. Andalusiens Mittelmeerküste mit ihrem bergigen Hinterland und den malerischen weißen Dörfern ist ein spannendes Ziel für Liebhaber von Kunst und Kultur: Auf den Spuren von Pablo Picasso in Málaga, ein Streifzug durch Marbellas Galerien-Szene und ein Ausflug ins Künstlerdorf Genalguacil. Der glatzköpfige Mann sitzt allein auf dem menschenleeren Platz. In der linken Hand hält er einen Zeichenblock, in der rechten einen Stift. Mit wachen Augen beobachtet er die Tauben, die um den Obelisken in der Mitte des Platzes herumflattern. Es ist morgens um sieben an der Plaza de la Merced und die Cafés sind noch zu, ebenso die Casa Natal de Picasso, das Eckhaus am Platz, in dem der geniale Künstler 1881 zur Welt kam. Pablo Ruiz Picasso verbrachte die ersten zehn Jahre seines Lebens in Málaga. Eindrücke seiner Kindheit haben sein Schaffen lebenslang geprägt: Mit acht Jahren malte er seine erste Stierkampfszene in Öl, nachdem er mit seinem Vater die Arena „La Malagueta“ besucht hatte. Die Motive …

Negroni Cocktail

Florenz: Wiege der Renaissance? Heimat des Negroni!

Florenz – auch “italienisches Athen“ genannt – ist nicht nur für seine kulturellen Highlights aus der Renaissance bekannt. Die Florence Cocktail Week beweist auch, was die Metropole für eine Vielfalt an Gourmet-Freuden zu bieten hat. Eine davon ist der Negroni Cocktail – ein mittlerweile weltberühmter Pre-Dinner Cocktail. Vom 20. – 27. September hat in Florenz die Cocktail Week stattgefunden. Eine echte Überraschung für mich, denn nach 32 Jahren in der Toskana hatte ich tatsächlich erst dieses Jahr Notiz davon genommen. Seit sechs Jahren gibt es dieses Event schon und bietet ein vollgepacktes Programm mit interessanten Aktivitäten auch für Leute, die weder Alkohol trinken noch erfahrene Bartender sind, wie zum Beispiel Führungen auf den Spuren der historischen Kaffeehäuser.Die ersten machten in den 30er Jahren des 18. Jahrhunderts auf, ihre Zahl sollte ab 1815 sprunghaft ansteigen bis Florenz ab 1865 Hauptstadt Italiens wurde. Hauptstadt bedeutet Politik und Kultur, da mussten natürlich würdige Treffpunkte für die neuen Hauptstadtintellektuellen und die gute Gesellschaft her, wo man hitzige Debatten um die Zukunft des Landes begießen konnte. Mit Staunen habe ich …

Museo del Baile Flamenco Sevilla

Interview mit dem Direktor des Flamenco Tanz Museums in Sevilla

Feuer und Flamme für Carmen Im Herzen der andalusischen Hauptstadt hat man im „Museo del Baile Flamenco“, dem Flamenco Museum Sevillas, die Gelegenheit, Spaniens berühmteste Form der Darstellenden Kunst in all ihren Facetten zu entdecken. Die kulturelle Einrichtung ist die Krönung des Lebenswerks der renommierten Tänzerin und Choreografin Cristina Hoyos und wird von dem gebürtigen Franken Kurt Grötsch geleitet. Der Direktor, 1954 in Fürth geboren, empfängt uns in der Altstadt von Sevilla in seinem geräumigen Büro im zweiten Stock des Museums, das in einem Stadtpalast aus dem 18. Jahrhundert liegt und nach einer 18 Monate langen Corona-Pause jetzt wieder Besucher empfängt. Herr Grötsch, tanzen Sie selbst Flamenco? Kurt Grötsch: Nein, auch keinen Walzer oder ähnliches, da mein Rhythmusgefühl 15 Minuten später nach der Musik einsetzt, ich bin dann wohl hoffnungslos aus dem Takt. Ich höre und sehe lieber zu. Ich habe in den letzten Jahren rund 7000 Aufführungen genossen und mich dabei kein einziges Mal gelangweilt, da jede Flamencodarbietung anders ist. Der Direktor des weltweit einzigen Flamenco-Tanzmuseums ist ein Deutscher. Wie kam es dazu? Kurt …