Alle Artikel in: Kunst & Kultur

Das Bilbao Guggenheim Museum

Kultur-Hotspot Bilbao: Das Guggenheim Museum wird 25!

Das Jahr 2022 ist für Bilbao ein ganz besonderes: Das Guggenheim Museum, Frank Gehrys schillernder Riesenfisch, feiert sein 25-jähriges Bestehen! Im Schlepptau des Museo Guggenheim Bilbao haben Stararchitekten, Künstler*innen, Designer*innen und Starköche die Stadt in einen Hotspot der Kultur und Kulinarik verwandelt. Der visuelle Genuss beginnt bereits beim Landeanflug auf den Airport von Bilbao: Eingebettet in bewaldete Berge und saftige Wiesen, erstreckt sich sein schneeweißes, stromlinienförmiges Terminal. Das spitze Dach erinnert an ein Segel, den Flügelschlag eines Kranichs. Nordspaniens größter Flughafen trägt die unverwechselbare Handschrift von Santiago Calatrava: dynamisch, elegant, expressiv. Ein Flughafen der kurzen Wege, durchflutet von natürlichem Licht, mit kathedralhaft hohen Decken, getragen von schwungvollen Pfeilern und Bögen aus Stahlbeton. Bilbao und sein Meisterwerk: Das Guggenheim Museum fasziniert schon aus der Ferne Keine zwanzig Minuten nach Landung und Gepäckübernahme steigt man ins Taxi oder in den lindgrünen Bizkaibus mit Hybridantrieb, der einen für drei Euro flink ins Herz der Stadt befördert. Kurz vor dem Ziel ein langer Tunnel, am Ende der Röhre beginnt die Show: Auf der Brücke La Selva geht es durch …

Monsaraz im Alentejo

Wenn Steine erzählen könnten…

…wäre es im Alentejo alles andere als still. Die rund 7.000 Jahre alte Geschichte mit unerwartet reicher Kulturvielfalt überrascht und kann durchaus ungläubiges Staunen auslösen. Dabei liegen viele Schätze oft dort, wo man sie am wenigsten vermutet, jenseits der großen Verkehrswege im gefühlten Nirgendwo – so manch reizende Zufallsbekanntschaft inklusive. Dennoch steht der Besuchermagnet schlechthin am Anfang. An Évora, der größten Stadt und dem kulturellen Herzen des Alentejo, führt einfach kein Weg vorbei. Denn der historische, von einer mittelalterlichen Stadtmauer umgebene Kern birgt für sich allein schon das Vermächtnis von mehr als 2.000 Jahren Geschichte. Es reicht vom römischen Tempel und der romanisch-gotischen Kathedrale über manuelinische und barocke Juwelen bis zur schaurig-schönen Knochen-Kapelle und den engen Gassenviertel, die ihren maurischen Ursprung nicht leugnen können. Ausgesprochen vorteilhaft: Das Zentrum, das 1986 in den illustren Kreis der UNESCO-Weltkulturerbestätten aufgenommen wurde, ist angenehm überschaubar und lässt sich bequem per pedes erkunden. Und es punktet nicht nur mit seinen Monumenten, sondern als Gesamtensemble mit gewachsener Urbanität. Dabei strahlt die knapp 55.000 Einwohner zählende Distriktmetropole – und Universitätsstadt – keinesfalls …

Mosteiro dos Jerónimos

Von der Gotik zur Manuelinik: Portugiesische Kronjuwelen der Architektur

Die Wände in Portugals Heiligtümern sprechen eine ganz eigene Sprache, eine, die jeder Mensch mit den Augen und Fingern verstehen kann: die Manuelinik. Im späten Mittelalter konnten Matrosen weder lesen noch schreiben, beobachten konnten sie dafür sehr gut und merkten sich alles, was sie auf Großer Fahrt über die Weltmeere und ferne Länder gesehen, gehört, geschmeckt, geschnuppert und erlebt haben. Heimgekehrt zu ihren Familien ging es am Abend in die Taverne. Dort wartete bereits die gesamte Nachbarschaft neugierig auf Geschichten aus dem Orient, vom Amazonas, aus der Wüste, von den Mohren und aus dem exotischen Japan und China. Ein Schoppen Wein löste die Zungen der Matrosen und sie erzählten ihrem staunenden Publikum von den Tieren, den Menschen und von den Pflanzen, die sie auf großer Fahrt gesehen haben. Zum Beispiel vom Tier mit riesigen Ohren, Zähnen und Rüssel, und von denen mit zwei Höckern auf dem Rücken, von gestreiften Pferden und badenden Riesenschweinen, von gefleckten Katzen so groß wie Ponys, von sprechenden bunten Vögeln, von Menschenaffen. Sie schwärmten von anmutenden Tempeltänzerinnen, hypnotischen Derwischen oder von …

Genalguacil Pueblo Museo Juan Zamora La sombra del Buitre

Genalguacil: Künstlerdorf in den Bergen von Ronda

Bei einem Ausflug ins Künstlerdorf Genalguacil verschwimmen die Grenzen zwischen Tradition, Kunst und Natur. Jede Kurve ein Genuss: Die MA-8301 schlängelt sich von der Küste durch die Sierra Bermeja durch schattige Wälder mit Korkeichen, Kastanien, Pinien und der seltenen Pinsapo-Tanne. Zwischen den hohen Bäumen ragen rostbraune Felsen aus dem Boden, hier und da glitzert und rauscht ein Wasserfall. Am Aussichtspunkt Los Reales gleitet der Blick über das Naturschutzgebiet hinweg bis zur Serranía de Ronda. In der Ferne schimmert an einem Berghang ein weißer Fleck: Genalguacil im Tal des Rio Genal, das Ziel unseres Ausflugs. Die Fahrt von Estepona dauert knapp eine Stunde. An der Einfahrt des Dorfes, das rund 400 Meter über dem Meeresspiegel liegt, grüßen zwei Schilder: „Pueblo Museo“ und „Genalguacil – Los Pueblos Más Bonitos de España“. Letzteres weist darauf hin, dass der Ort seit kurzem auch offiziell zu den „schönsten Dörfern Spaniens“ zählt. Gleich am Parkplatz das erste Kunstwerk: eine Skulptur aus braunem, fein marmoriertem Naturstein, ein Baum, vielleicht eine Pinsapo-Tanne. Die Gärten des Wesirs Das Objekt ist eines von 200 Kunstwerken, …

Sholeh Abghari Event Open Air

Marbella: Internationale Kunst auf der Vernissage unter Palmen

Auf Streifzug durch Marbellas Galerien-Szene unter Palmen lernt man die Stadt von einer ganz neuen Seite kennen. Harlekin-Hose, goldenes Hemd mit Spitzkragen im Stil der 70er Jahre und eine Polaroid Leica: Hubertus von Hohenlohe ist so Pop Art wie seine Werke, die er im Sommer 2021 auf der Vernissage von „Narcistic Overload“ in der Galeria de Arte Contemporánea Isolina Arbulo vorstellt. Die Galerie liegt versteckt zwischen Palmen in einer Villa an der „Goldenen Meile“, nicht weit vom legendären Marbella Club Hotel entfernt, das von seinem Vater Alfonso Prinz zu Hohenlohe gegründet wurde und in dem Hubertus in den 1960er Jahren aufwuchs. Einige Vertreter des damaligen Jetsets, mit denen der kleine Hubertus Umgang hatte, sowie neuere Ikonen der Popkultur sind auf den digital entfremdeten Fotografien von „HvH“ zu sehen: Brigitte Bardot, Andy Warhol, Karl Lagerfeld, Zinédine Zidane… Das Event ist gut besucht: Es ist Hochsaison und es gibt Moët & Chandon. Die Gastgeberin Isolina Arbulo wurde 1970 in Peru geboren, betreibt ihre Ausstellungsräume seit 2018 und ist Mitglied von MUAC (www.galeriasdemarbella.com). Ins Leben gerufen wurde der …

Picasso-Skulptur an der Plaza de la Merced

Málaga: Picasso, Streetart und Antonios Broadway

An der Costa del Sol kann man nicht nur Sonne tanken, Golf spielen und mediterranen Lifestyle genießen. Andalusiens Mittelmeerküste mit ihrem bergigen Hinterland und den malerischen weißen Dörfern ist ein spannendes Ziel für Liebhaber von Kunst und Kultur: Auf den Spuren von Pablo Picasso in Málaga, ein Streifzug durch Marbellas Galerien-Szene und ein Ausflug ins Künstlerdorf Genalguacil. Der glatzköpfige Mann sitzt allein auf dem menschenleeren Platz. In der linken Hand hält er einen Zeichenblock, in der rechten einen Stift. Mit wachen Augen beobachtet er die Tauben, die um den Obelisken in der Mitte des Platzes herumflattern. Es ist morgens um sieben an der Plaza de la Merced und die Cafés sind noch zu, ebenso die Casa Natal de Picasso, das Eckhaus am Platz, in dem der geniale Künstler 1881 zur Welt kam. Pablo Ruiz Picasso verbrachte die ersten zehn Jahre seines Lebens in Málaga. Eindrücke seiner Kindheit haben sein Schaffen lebenslang geprägt: Mit acht Jahren malte er seine erste Stierkampfszene in Öl, nachdem er mit seinem Vater die Arena „La Malagueta“ besucht hatte. Die Motive …