Alle Artikel in: Kunst & Kultur

Italien Pisa Fahrrad

Radtouren in Italien: Die fahrradfreundlichsten Kunststädte

Die Liebe der Italiener zum Radsport ist legendär und so erfreut sich auch der Radurlaub in Italien einer stets wachsenden Beliebtheit. Doch nicht nur Routen über anspruchsvolle Bergstraßen und durch die vielfältige Landschaft locken dazu, in die Pedale zu treten. Auch viele Städte setzen mit Radwegen, Bike-Sharing-Möglichkeiten, Fahrradverleih sowie den verkehrsberuhigten Zentren auf das Velo. Das Fahrrad ist das Mittel der Wahl, um sich in der Stadt fortzubewegen, aber auch, um die Stadt als Tourist zu genießen: rasch lassen sich auch weitere Strecken mit wenig Aufwand bei einer Radreise in Italien zurücklegen. Es ist günstig, nachhaltig und auch die langwierige Parkplatzsuche entfällt. Für die Erkundung auf zwei Rädern sind die folgenden acht italienischen Kunststädte einfach perfekt. Radreisen in Emilia Romagna Ferrara, eine der ersten Städte, die nach dem humanistischen Konzept der „idealen Stadt“ geplant wurde, beeindruckt mit dem historischen Zentrum, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört und eine Fülle an Kulturdenkmälern wie das Castello Estense, das Rathaus, den Diamantpalast und die Kathedrale besitzt. Ferrara wird aber auch die Stadt der Radfahrer genannt: hier wurde im Jahr 1908 …

Italien Tropea Panoramablick

Tropea: schönstes italienisches Dorf

Seit dem 5. April ist Kalabrien in Feierlaune, denn an diesem Tag wurde Tropea von den Italienern zum schönsten Dorf Italiens gekürt. Und das live in der Fernsehserie «Il Borgo dei Borghi». Der kleine Ort ist dem exklusiven Club der italienischen Borghi erst im Oktober 2020 beigetreten. Die «Perle des tyrrhenischen Meeres», so die schönste Beschreibung Tropeas, liegt sehr malerisch auf einem Felsplateau an der Westküste der süditalienischen Region und zieht nicht nur Strandurlauber an, sondern auch Kulturinteressierte. Denn neben den schönen Sandstränden in der Umgebung hat Tropea einige Sehenswürdigkeiten zu bieten: das historische Stadtzentrum mit den typisch verwinkelten engen Gässchen, die Palazzi der Adeligen mit ihren beeindruckenden Eingangstoren oder die Normannen-Kathedrale aus dem charakteristischen gelben Tuffstein. Ein bekanntestes Bild aus Tropea ist auch das mittelalterliche Sanktuarium S.Maria dell’Isola, das seit 370 n. Chr. wie auf einer Bühne auf einem Kalksteinfelsen vor der Stadt liegt und über eine steile Treppe, die direkt in den Felsen gehauen ist, erreicht werden kann. Da sie bei ihrer Erbauung vom Festland abgeschnitten war, wurde sie zu Anfang vor allem …

Landschaft Alentejo Frühling

Marmorroute im Alentejo: Roadtrip entlang des weißen Goldes

Verborgen unter der Landschaft des Alentejo mit seinen pittoresken Dörfern und reichen Korkeichenfeldern ruht der geologische Schatz der portugiesischen Region: Marmor. Auf einem Roadtrip mit dem Mietwagen, der so genannten Marmorroute, erleben Sie die Geschichte dieser Industrie aus nächster Nähe. „Endlos ist die Landschaft dieser Erde. So viel an anderem auch fehlen mochte, an ihr war niemals Mangel. Ein Überfluss, der nur als rastlos wirkendes Wunder zu erklären ist, war doch die Landschaft ohne Zweifel vor dem Menschen da, und doch ist sie vom langen Sein noch nicht erschöpft.“ So beginnt der Roman ‚Hoffnung im Alentejo‚, den Portugals Literatur-Nobelpreisträger José Saramago im Jahr 1980 über die Region schrieb, die mehr als jeder andere Landesteil mit Weite verbunden ist und mit dem, was in harter Arbeit entsteht. Es geht nicht nur um Kork, Oliven und Wein. Sondern auch um Stein und Marmor. Von Estremoz, über Vila Viçosa bis zur spanischen Grenze: überall liegt Marmor Der feste, polierfähige Kalkstein aus den Mineralen Aragonit, Kalzit und Dolomit aus dem Erdaltertum vor rund 400 Millionen Jahren ruht in einem …

Portugal Musik Monumento Jose Afonso

Sternstunden im Klangkosmos – Portugals Musik

Eine schmachtende Frauenstimme in Moll, die Seufzer der Gitarra Portuguesa: Alle Welt kennt den Fado, Portugals Sehnsuchtsgesang, der seit 2011 immaterielles Weltkulturerbe ist. Doch die musikalische Landschaft zwischen Porto, Lissabon und Faro umfasst viel mehr: Polyphone Gesänge treffen auf afrikanische und brasilianische Rhythmen, Pop und Rock auf Techno, Tango und epische Filmmusik. »Lissabon, sei nicht so französisch« sang Amália Rodrigues vor 60 Jahren zu einer beschwingten Melodie. Portugal war damals ein abgeschottetes Land, die Elite rund um den Diktator Salazar trug Chanel und trank Champagner, Amália tourte als offizielle »Stimme Portugals« um die Welt. »Lissabon, sei nicht so rassistisch«, singt Fado Bicha 2020 zur gleichen Melodie. In den traditionellen Casas de Fado hört man so etwas allerdings nicht. In den vor allem auf Touristen ausgerichteten Lokalen wird ein konservativ-folkloristisches Bild des Nationalgenres kultiviert. Eine Talentschmiede sind die Casas de Fado aber weiterhin: Alle großen Stars haben dort ihre Karriere begonnen. So auch die 1973 in Mosambik geborene Mariza, die mit Jazz, Gospel, Bossa Nova und Flamenco experimentiert. Eine Brücke zur portugiesisch- kreolischen Musik Afrikas Melancholie, …

Lissabons Küsten Fiartil

Portugal: Das sind die Kulturhighlights der Saison 2021

Trotz Pandemie hat sich Portugal im Sommer einiges vorgenommen. Eine Übersicht der aktuell geplanten Kulturevents haben wir Ihnen hier zusammengestellt. JULI LISSABONS KÜSTEN: Kunsthandwerk in EstorilÜber 300 Aussteller aus ganz Portugal präsentieren jedes Jahr ihr Können auf dem ältesten Kunsthandwerkermarkt des Landes. Von handgefertigter Keramik und Modeaccessoires aus Kork bis hin zu Kacheln mit portugiesischen Mustern finden Sie hier viele schöne Unikate, die Sie auch zuhause noch an Portugal erinnern. Weitere Infos unter: facebook.com/feiradeartesanatodoestoril AUGUST ALGARVE: Sardinenfestival in PortimãoDie Einwohner von Portimão lieben ihre Sardinen so sehr, dass sie ihnen ein eigenes Fest widmen. Daher wird der Hafen jedes Jahr zu einem großen Open Air-Restaurant umgestaltet. Hier können Sie frischen Fisch in vielen Varianten probieren und danach zum Rio Andrade schlendern. Am Flussufer finden anlässlich des Festes kleine Konzerte statt sowie Darbietungen von Folkloregruppen. ALGARVE: Fest der Meeresfrüchte in OlhãoIn Olhão steht der Fisch eigentlich das ganze Jahr im Mittelpunkt, denn die Stadt besitzt den größten Fischereihafen an der Algarve. Groß gefeiert wird die traditionelle Fischerei während des Meeresfrüchtefestes. Dazu verwandeln sich die Markthallen und …

Mittelportugal Kloster Batalha Außenansicht

Batalha – Symbol der portugiesischen Geschichte

Es gibt in Portugal viele Orte voller Historie, deren Strahlkraft bis in die Gegenwart reicht. Die kleine Stadt Batalha gehört dazu und ist gleichzeitig Wahrzeichen künstlerischer Meisterschaft und Vielfalt. Rund zehn Kilometer südlich der zentralportugiesischen Distriktshauptstadt Leiria liegt Batalha. Die ruhigen Straßen sind fast ausnahmslos nach großen Gestalten der Landesgeschichte benannt. Der Ort selbst trägt allerdings einen martialischen Namen: ‘Batalha’ bedeutet ‘Schlacht’. Das namensgebende Gefecht war eines der Ereignisse, die in Portugal jedes Kind kennt und die prägend für die Nation waren: Am 14. August 1385 besiegten portugiesische Truppen das kastilische Heer und sicherten die Unabhängigkeit des Landes und den Thron für João I., den unehelichen Halbbruder des ohne Erben verstorbenen Königs Fernando I. Das Herrscherhaus im benachbarten Spanien, das enge Bindungen zu Fernando I. unterhalten hatte, bestritt Joãos Anspruch auf Portugals Thron. Militärisch schlecht gerüstet und zahlenmäßig unterlegen, musste das portugiesische Heer in besagtem Kampf den Untergang fürchten, was jedoch nicht geschah. Der fromme João sah darin göttlichen Beistand und lies zum Dank ein Kloster bauen. Er nannte es ‘Mosteiro de Santa Maria da Vitória’ (Kloster der Hl. …

Nordportugal Aveiro

Arte Nova in Aveiro und Ílhavo

Aveiro ist berühmt für seine gestreiften Häuser am Strand und die bunten Boote auf den Kanälen in der Innenstadt. Weniger bekannt sind die wunderschönen Jugendstilhäuser in Aveiro und Umgebung, von denen ich einige hier auf meinem Rundgang durch die Altstadt von Aveiro vorstellen möchte. Dann geht es weiter mit dem Auto nach Íhavo, zur Vila Africana. Arte Nova ist die portugiesische Bezeichnung für Jugendstil. Diese Kunstrichtung entstand am Ende des 19. Jahrhunderts und verbreitete sich von Paris ausgehend in Europa. Und so entstanden in Portugal in der Zeit von 1905 – 1920 viele Arte Nova Häuser. Die Häuser wurden von portugiesischen Rückkehrern gebaut, die in Brasilien reich geworden waren und es sich leisten konnten, derartig aufwendig und verspielt zu bauen. Viele dieser Gebäude wurden später verlassen und verfielen. Doch seit einigen Jahren werden viele Häuser gewürdigt und restauriert, ganz besonders in Aveiro und Ílhavo. Eine steinerne Blumenschale mit bunten Blumen auf einem Dach in der Avenida Lourenço Peixoto, ein kleiner Pavillon im Parque Infante D. Pedro, gelbe Sonnenblumen auf einem Eisengitter… Jetzt, wo ich anfange, …

Portugal Porto Blick auf Ponte Dom Luis

Keine Zeit für Nostalgie

Verdammt lang her: Lissabon war noch ein Geheimtipp, Porto nur etwas für Weinliebhaber und in Sagres gab es keine „letzte Bratwurst vor Amerika“. Die guten alten Zeiten? Nein, sagen meine Freunde in Portugal, und heilen mich auf einer Reise im Spätsommer 2020 von der Saudade, der portugiesischen Wehmut, mit der sie mich vor drei Jahrzehnten angesteckt hatten.   Die Reise beginnt im Norden, wo ich vor 35 Jahren mit dem Zug vom spanischen Galicien kommend in Valença do Minho ankam und zum ersten Mal portugiesischen Boden betrat. Nach einer umständlichen Pass- und Zollkontrolle auf dem Bahnsteig ging es weiter nach Viana do Castelo, wo ich José Tomás kennenlernte. Er und seine Studentenclique campten wild am Strand, was kein Problem war. Bei der zweiten Flasche „Super Bock“ sagte er, ich solle ihn „Zé“ nennen. Porto: Harry Potter kann warten Im September 2020 sehe ich Zé zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder. Der 52-jährige Architekt zeigt mir, warum Portugals zweitgrößte Stadt ein Hotspot der zeitgenössischen Baukunst ist. Sein Diplom machte Zé Anfang der 1990er Jahre an …

Portugal Weihnachten

Portugal – ein Weihnachtsmärchen

Kleines Land, große Traditionen. Wer Portugal in den Wochen vor Weihnachten besucht, trifft auf fröhliche Festtagsvorfreude ebenso wie auf Besinnlichkeit und Brauchtum. Weihnachtszeit in Óbidos In der mittelalterlichen Kleinstadt Óbidos pulsiert vorweihnachtlich-buntes Leben in Europas einzigem, ganz dem Weihnachtsfest gewidmeten Themen- und Ereignispark ‘Óbidos – Vila Natal’. Am Fuß der Burg scheint E.T.A. Hoffmanns Märchen „Nussknacker und Mausekönig“ zum Leben zu erwachen. Wichtel, Elfen und Weihnachtsboten wuseln durch die Gassen, es gibt Buden mit Süßigkeiten, Punsch und Kakao. Krippen, geschmückte Tannenbäume, dazwischen kleine Werkstätten, Dekoration und Spielwaren vermitteln den Eindruck, der Weihnachtsmann habe sein Domizil in Lappland aufgegeben und sei nach Portugal gezogen. Eine Skipiste und eine Eislaufbahn begeistern sportlich Aktive. Konzerte internationaler Chöre und Orchester sowie Kunstausstellungen wenden sich an Besucher, die dem Trubel entsagen. Aufgrund der Beschränkungen im Corona-Jahr ist all dies auf Spielerisches und Filmisches im Internet begrenzt, während sich Óbidos schon auf 2021 vorbereitet. Óbidos (‘Óbidos – Vila Natal’): Óbidos, Distrikt Leiria; 39° 21′ 37.98″ N,  -9° 09′ 24.12″ W; www.obidosvilanatal.pt Weihnachten in Cabeça Ganz anders, nämlich sehr beschaulich und naturbelassen …

Ankerfriedhof

Drei Städte, vier Museen: Unterwegs an der Algarve

Die Algarve hält viele reizvolle Refugien für ihre Gäste parat. Die zahlreichen individuell thematisierten Museumshäuser gehören auf jeden Fall dazu. Herbst und Winter stehen vor der Tür – die Algarve lockt mit herbstlich mildem Klima zu Erholungsurlaub mit ausgedehnten Strandspaziergängen an die Küste, lädt Urlauber ein zu Streifzügen durch Städte und Dörfer – und zu Museumsbesuchen. Heimatwissen mit archäologischen Funden bündeln die hiesigen Museen und halten außerdem jede Menge Überraschungen parat. Die Legenden zu den Exponaten sind zweisprachig portugiesisch und englisch aufbereitet, Broschüren oftmals auch auf Deutsch erhältlich. Museu de Portimão – Sardinenfabrik & Stadtmuseum Manchmal heulten die Sirenen im Morgengrauen, manchmal erst am Nachmittag. Das Heulen konnte man hören bis an den Stadtrand von Portimão, sogar bis in die umliegenden Dörfer. Die Sirenen riefen die Fabrikarbeiterinnen zum Dienstantritt in die Konservenfabrik, und zwar immer dann, sobald die Sardinenfangflotte in den Arade-Fluss und Hafen zurückkehrte, bereit den Fang zu löschen. Der Fischfang und das Ausladen der Sardinenbeute war Männerarbeit. Waschen, säubern, ausnehmen, enthäuten, entgräten, sortieren und in Dosen betten, der blauschimmernden Schwarmfischlein, Frauenarbeit. Die fangfrischen …