Alle Artikel in: Kunst & Kultur

Nightlife Lissabon

Wenn die Nacht zum Tag wird – Ein Abend in Lissabon

Lissabon bietet vor allem eins – Vielfältigkeit. Und die ist nicht nur am Tag zu sehen. Sobald die Sonne untergegangen ist, taucht die Stadt am Tejo in ein Lichtermeer, das viele Überraschungen zu bieten hat. Bars, Restaurants, Cafés und andere Lokale öffnen ihre Türen und sorgen so für viel Raum, in dem die portugiesische Geselligkeit einziehen kann. Denn genau das macht die Metropole so pulsierend und abwechslungsreich. Die wohl beste Möglichkeit in einen unvergesslichen Abend zu starten, wird einem im Viertel Bairro Alto geboten. Die vielen schmalen Gassen mit unzähligen Lokalitäten scheinen sich immer wieder neu zu erfinden und lassen somit stets neues Leben entstehen, das diesen Teil der Stadt nie aus der Mode bringt. Nach einem aufregenden Tag voller neu entdeckter Orte sollte ein ausgiebiges Abendessen auf dem Plan stehen. Die Auswahl der Restaurants ist groß. So wird es vermutlich zunächst schwerfallen, das richtige für sich zu finden. Wer es etwas ruhiger mag, aber dennoch die Nähe zum Trubel nicht missen möchte, sollte beispielsweise das Momento HB (Rua da Rosa 151) besuchen. Das kleine …

Madeira Funchal Weihnachtszeit

Madeira zur Weihnachtszeit – Märkte, Messen und ein rekordverdächtiges Feuerwerk

Madeira ist nicht nur für seine beeindruckende Flora und Fauna bekannt, sondern auch für eine wunderschöne Weihnachtsbeleuchtung und das einzigartige Feuerwerk zu Silvester in der Inselhauptstadt Funchal, das es zum Jahreswechsel von 2006 auf 2007 sogar in das Guinessbuch der Rekorde geschafft hat. Bereits im November beginnen die umfangreichen Vorbereitungen. Auf der gesamten Atlantikinsel werden unzählige Lichter angebracht, auf allen größeren Plätzen ein Weihnachtsbaum aufgestellt und in liebevoller Detailarbeit Weihnachtskrippen aufgebaut. Am 1. Dezember ist es dann soweit: Feierlich wird die Weihnachtsbeleuchtung angeschaltet und die Städte und Dörfer auf Madeira erstrahlen in vielen bunten Farben. Besonders die Hauptstadt Funchal glänzt mit Tausenden von Lichtern und faszinierender Straßendekoration. Weihnachtskrippen in Funchal Auf zahlreichen Straßen und Plätzen stehen traditionelle Weihnachtskrippen (Lapinhas), die liebevoll aus den verschiedensten Materialien hergestellt sind. Eine der bezaubernden Krippen befindet sich auf dem zentralen Platz der Avenida Arriaga in Funchal, wo auch weihnachtliche Unterhaltung in Form von Konzerten, z. B. von Bands, Volksgruppen und Kinderchören, geboten wird. Entlang der Avenida Arriaga bis zur Kathedrale findet vom 1. Dezember bis zum 7. Januar des …

Brennofen Kuhglocken

Zu Besuch in einer Kuhglocken-Manufaktur im Alentejo – Der Marsmensch von Alcáçovas

Wie ein Marsmensch bewegt sich der Mann durch die Werkhalle. Seine Schutzkleidung macht schnelle Bewegungen unmöglich: ein hitzeabweisender, silbrig glänzender Umhang, ein Halsschutz, feuerfeste Handschuhe und ein massiver Helm mit feuersicherem Sichtfenster. Tapsig nähert sich der Mann dem Brennofen, erfaßt mit einer langen Stange ein Objekt nach dem anderen, das auf einem fahrbaren Tisch vor ihm liegt, und schiebt es in den Brennofen. Was er da brennt, sind Kuhglocken. Der Marsmensch gehört zum Handwerker-Team der Kuhglocken-Manufaktur Chocalhos Pardalinho im Örtchen Alcáçovas in Portugals Region Alentejo, etwa 130 Kilometer südöstlich von Lissabon. Früher gab es hier ein Dutzend Betriebe und mehr, die sich auf die 2000 Jahre alte Kunst der Kuhglocken-Herstellung verstanden. Das Wissen um diese komplizierte Technik wurde früher vom Vater auf den Sohn vererbt, schriftliche Aufzeichnungen gibt es nicht. Heute existiert nur noch dieser eine Betrieb. Die Mannschaft – hier arbeiten tatsächlich nur Männer! – stammt schon längst nicht mehr aus einer Familie, so wie es früher Tradition war, sondern ist bunt zusammengewürfelt. „Hier lernt und macht jeder alles!“ sagt einer der Arbeiter. Die …

Blick über Monsaraz im Alentejo

Monsaraz – Märchenburg aus Schieferstein im Herzen des Alentejo

Auf einer Fahrt durch den unteren Alentejo verliert sich der Blick am Horizont. Zwischen Ortschaften und Dorfweilern liegen Dutzende Kilometer, die Nationalstraße N2 schiebt sich fast schnurgeradeaus durch die Kornkammer Portugals. Rechts und links von der Straße breiten sich sanfte Hügel in der Landschaft aus. Jetzt, im Sommer schwingen Ährenköpfe und Wildgräser im seichten, warm pustenden Wind hin und her, verwandeln ingwergelbe Getreideteppiche, in wallende Wogen. Im Schatten mächtiger Korkeichen-Laubschirme ruhen Rinder und harren der Hitze, eine Schafherde drängelt sich unter einen anderen Baum. Die Luft flirrt, die Erde glänzt siena-rot. Das Ziel lautet Monsaraz, eine alte Ritterburg, erbaut aus Schieferstein auf der Kuppe eines Hügels mit Aussicht nach Spanien, und auf das flache weitläufige Tal zwischen den Hochebenen zu beiden Seiten der Landesgrenze, die hier im unteren Alentejo mitten durch den Stausee Barragem do Alqueva verläuft. Stausee Barragem do Alqueva im Alentejo Hunderte mit Süßwasser aus dem gestauten Fluss Rio Guadiana befüllte Seitenarme breiten sich in der größten Talsperre Europas aus wie feine Kapillare hinein in die flache Landschaft und verleihen dem Stausee und …

Geschmückte Häuser in Lissabon

Lissabons Stadtfest Santo António: der romantische Antonius-Tag

Das romantischste Ereignis von Lissabon findet immer am 12. Juni statt, wenn sechzehn Brautpaare vor den Altar der Kathedrale Catedral Sé de Lisboa treten. Was einst als uralter Brauch begann, ist heute ein gesellschaftliches Großereignis in der Lissaboner Kulturszene. Radio, Fernsehen, Presse, sind dabei, wenn sechzehn Paare am Antonius-Tag gleichzeitig das Ehegelübde ablegen, und damit laut Überlieferung, den Segen des Schutzheiligen der Hochzeitspaare erhalten. Eltern, Verwandte, und jede Menge Wildfremde sind außerdem dabei, wenn die in der ältesten katholischen Kirche Portugals frisch Getrauten, draußen vor dem imposanten Portal auf der Freitreppe für die Fotografen und das Familienalbum posieren. Die Luft ist erfüllt vom Lachen der Frischvermählten und vom leisen Rascheln schneeweißer Brautkleider. Es duftet nach Parfüm, die den Platz vor der ehrwürdigen Kathedrale mit Brautglück und Bräutigams Stolz bestäuben, aromatisiert von den vielen bunten Blüten der kunstvoll gebundenen Brautbouquets. Rund um die Brautpaare postieren Eltern und Geschwister, nebst Freunden und Verwandten, und alle strahlen sie im Glücksrausch von Lissabon in das Blitzlichtgewitter. Lissabons Schutzpatron Santo António de Pádua Santo António de Pádua, der Schutzheilige für …

Ansicht Palácio de Estói

Palácio de Estói an der Algarve – Römer und Rokoko

Buchstäblich ins Grüne schmiegt sich der rosarote Palast Palácio de Estói an die Terrassenhänge nördlich von Faro und ist weithin bis zur Autobahn sichtbar. Ein aristokratisches Schlösschen im Süden Portugals, ein Schwesterngebäude des rosaroten „Queluz“ Palastes in Lissabon, entworfen vom gleichen einstigen Hofarchitekten als Sommerresidenz für den Oberkommandanten der Algarve Garnison und Marine im ausgehenden 18. Jahrhundert. Der Park am Fuße des rosaroten Märchenschlösschens mit seinen prächtigen Flügeltüren, den Schornsteinen und Türmchen, fließt satt und grün, mit Orangenhainen, Granatapfelbüschen und Nussbäumen bepflanzten, gebührend breit angelegter Allee in der Mitte, als Auffahrt seicht aufwärts, und endet auf einem Platz unter schattigen Walnussbäumen an einem imposanten Brunnen. Eine Grotte begrüßt den Gast, der einst in prächtigen Kutschen die Allee heraufkutschiert wurde, am Fuße der Freitreppe ausstieg, und zu einer eisgekühlten Limonade oder einem fruchtig süßen Sorbet als Willkommensgruß in die Brunnengrotte gebeten wurde.Die mit römischen Mosaiken, portugiesischen Fliesenbildern, original Klippenfelsen von der Costa Vicentina, Muscheln aus aller Welt, und italienischen Akten aus glänzend weißem Marmor gestalteten Musenfiguren, dekorierte Höhle mit plätscherndem Brunnen, ist ein Kunstwerk der Rokoko-Epoche. …

Ausblick über Loulé

Osterlaune in Loulé – ein Spaziergang durch das Algarve-Städtchen

Die Fidelität des gewachsenen Marktplatzes spürt man bereits am Kreisverkehr vor der Markthalle. „Glückliche Leute beim Tanzen“ heißt die zehn Meter hohe Skulptur mitten im Springbrunnen an der Prachtallee von Loulé. Der Blick durch den Ring mit dem tanzenden Pärchen obenauf und die Statuette eines Akkordeonspielers zu ihren Füßen ist gleichzeitig der Eintritt in die Altstadt. Wie alle Städte in der Algarve, atmet Loulé Nostalgie ein und Moderne aus, erzählt auf einem Spaziergang von über tausend Jahren Zeitgeschichte und überrascht hinter jeder Straßenecke wieder mit Romantik, Straßenkunst und grünen Oasen. Das Stadtbild im Zentrum ist geprägt von Wehrtürmen, Burgmauern und Stadttoren, von Kirchen, Klöstern und Kapellen, von prächtigen Palais und Kaufmannshäusern, von engen Gassen und lauschigen Plätzen. Abseits der Küste gelegen, diente der Standort bereits in der Antike als Handelsplatz zwischen dem Landesinneren und der Küste. So überrascht es kaum, dass der Herzschlag der Stadt auch 2000 Jahre später rund um die Markthalle pulsiert. Die Markthalle von Loulé Neo-Maurisch inspiriert, bietet die orientalisch anmutende Markthalle Mercado de Loulé mit ihren vier Hufeisenförmigen Eingängen von montags …

Fátima Hauptplatz

Faszination Fátima – Portugals wichtigster Wallfahrtsort

In Zentralportugal erwartet Sie mitten im Nirgendwo ein spiritueller Ort mit weltweiter Strahlkraft: Fátima gilt als einer der wichtigsten Wallfahrtsorte der katholischen Welt. Millionen von Gläubige pilgern Jahr für Jahr zu dem gigantischen Heiligtum und erhoffen sich die Heilung ihrer Krankheiten und göttlichen Segen. Und so kommt es, dass das kleine Städtchen in der Mitte Portugals heute zu einem der meistbesuchten Orte des gesamten Landes gehört. Das unaufgeregte Leben des unscheinbaren Dorfes Fátima fand 1917 sein jähes Ende. Der Überlieferung nach erschien in diesem Jahr am 13. Mai die Jungfrau Maria drei Hirtenkindern auf einem Feld. Sie soll mit den Kindern gesprochen haben und sie angewiesen haben, von nun an jedem 13. eines Monats wieder dort auf sie zu warten. Kein Wunder, dass dieses Wunder Neugierige, Zweifler und Gläubige anzog, die die Erscheinung mit eigenen Augen sehen wollten – und deren Zahl wuchs von Monat zu Monat. Zum furiosen Finale schließlich sollen am 13. Oktober Zehntausende Schaulustige das sogenannte Sonnenwunder gesehen haben, bei der sich die Sonne wie ein Feuerball drehte. 1930 wurde die Erscheinungen …

Blick auf Taormina

Tipps für einen Ausflug nach Taormina

Wer eine Reise auf die abwechslungsreiche Insel Sizilien plant, sollte sich einen Ausflug in die Stadt Taormina nicht entgehen lassen. Gelegen zwischen Messina und Catania besticht Taormina mit seiner ganz besonderen Altstadt auf rund 200m Höhe über dem Meeresspiegel. Niedliche Gassen reihen sich hier an Kunst, Geschichte und absolut bemerkenswerte Ausblicke. Ihrem ganz persönlichen, einzigartigen Tag in Taormina steht mit den folgenden Tipps sicherlich nichts mehr im Wege. Anreise nach Taormina Die Stadt kann sowohl mit dem Mietwagen als auch dem Bus besucht werden. Möchten Sie aber bereits zu Beginn Ihres Ausflugs nach Taormina einen ganz besonderen Tipp mitnehmen? Dann nutzen Sie die Seilbahn! Damit gelangen Sie in unter fünf Minuten vom Strandort Mazzaro direkt zum Herzen der Stadt. Die Gondeln verkehren alle 15 Minuten und eine einfache Fahrt liegt bei drei Euro pro Person. Allein der Ausblick auf die Bucht von Taormina ist diese drei Euro wert! Gut zu wissen: Innerhalb von Taormina können Sie sich wunderbar zu Fuß bewegen. Vom südlichen bis zum nördlichen Eingang der Stadt sind es zu Fuß nur knapp …

Blick auf Matera

Matera, Italiens Schatzkiste aus Stein

Italiens Süden hat einen Schatz zu bieten, der vielen bis heute unbekannt ist: Matera. Eine der ältesten Städte der Welt mit einem weltweit einzigartigen Verbund an Höhlensiedlungen, den Sassi di Matera. Eine Stadt, wie es sie kaum ein zweites Mal auf der Welt gibt. Wer Matera einmal besucht hat, der wird immer wieder kommen wollen. Die Stadt der Steine Matera liegt tief im Süden in der Basilikata, Italiens oft unterschätzter und vielfach unbekannter Region, die völlig zu Unrecht im Schatten ihrer bekannteren Nachbarn Apulien und Kalabrien steht. Das dürfte sich jedoch nun ändern: 2019 ist Matera Kulturhauptstadt Europas und bietet neben ihrer natürlichen Schönheit ein prall gefülltes Kultur- und Begleitprogramm, das es sich anzuschauen lohnt. Die im Osten der Basilikata gelegene Stadt erreichen Sie am besten über Bari, ein Besuch lässt sich so vortrefflich zum Beispiel mit einem Urlaub in Apulien verbinden. Von der Schande Italiens zum Kulturgut der Menschheit Seit 1993 gehört Matera zum Weltkulturerbe der UNESCO und bietet einen unvergleichlichen Einblick in die Siedlungsgeschichte der Menschheit: Die Höhlenwohnungen von Matera gibt es so …