Alle Artikel in: Land & Leute

„Ich gehe davon aus, dass wir ab Mai/Juni problemlos nach Portugal reisen können“

Seit einem Jahr beobachtet Pascal Zahn täglich die Corona-Lage in Portugal. Ein Gespräch über sinkende Inzidenzen, baldige Impfungen und einen wiederkehrenden Sommerurlaub am Strand. Pascal, wie ist der heutige Stand in Portugal, was Corona betrifft?  Das wird man kaum für möglich halten, aber es ist ziemlich entspannt. Das bitte nicht falsch verstehen, aber die Sieben-Tages-Inzidenz liegt in Portugal heute bei 69 – und somit fast auf dem Niveau von Deutschland. Schon morgen, am 03. März, sollten die Zahlen besser sein als bei uns. Aber – und das darf nicht vergessen werden: Portugal kommt von ganz anderen Zahlen. Die „leichten“ Infektionen hören statistisch nach zehn bis 14 Tagen auf, aber Patienten, die ins Krankenhaus kommen, bleiben dort im Mittel zwischen drei und fünf Wochen, die Intensivpatienten noch länger, hier kann also noch von keiner Entspannung die Rede sein. Blicken wir aber mal ein bis zwei Wochen in die Zukunft, so müsste das rein statistisch gesehen auch dort wieder „normal“ werden. Hinweis: Veröffentlichte Zahlen in der Grafik von der Johns-Hopkins-University; die Basis der Inzidenzzahlen im Interview sind …

Setúbal, Portugals Blaue Ecke: Neue Broschüre zum Download

Keine 40 Autominuten südlich von Lissabon liegt Setúbal. Die unprätentiöse Hafenstadt punktet mit ihrem denkmalgeschützten Zentrum, den kulinarischen Schätzen des Meeres und gleich zwei Naturparadiesen in direkter Nachbarschaft. Östlich der Stadt und entlang der gegenüberliegenden Halbinsel Tróia erstreckt sich der Estuário do Sado, der Mündungstrichter des Flusses Sado. Das zweitgrößte Feuchtbiotop des Landes ist ein Refugium für über 200 Vogelarten und eines der letzten Habitate Europas für Süßwasserdelfine (aktuell ca. 30 Große Tümmler). Westlich von Setúbal bis zum Badeort Sesimbra erhebt sich das Küstengebirge Serra da Arrábida, das nicht zuletzt Wanderer und Biker begeistert. Die üppig grüne Vegetation, das Goldgelb eines knappen Dutzend feinsandiger Strände und das Türkisblau des Meeres bieten großes Landschaftskino. Wer mehr über die schöne, landschaftliche Küste von Setúbal erfahren will, sollte sich diese bebilderte PDF-Broschüre anschauen. Weitere Informationen über einen Urlaub an Lissabons Küsten gibt es hier.

Via Francigena: zu Fuß auf dem schönsten Abschnitt des Frankenwegs

Ist man auf der Suche nach einer Reise, die nachhaltig und mit „Social Distance“ möglich ist, so empfehle ich die Wanderung auf der Via Francigena, der alten Frankenstraße in Italien, die ich im Herbst 2020 gemacht habe. Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Wanderung war, bedingt durch den vorherigen Regen und die hügelige Landschaft, anstrengend, aber auch erholsam und wunderschön. Man muss sich bewusst sein, dass dies auch eine Pilgerwanderung ist. An manchen Stellen ist daher das Ziel der Weg. Besonders am Ende und am Anfang jedes Wandertages muss erst eine unattraktivere Strecke, zum Teil an stark befahrenen Straßen entlang, passiert werden. Die Tatsache, dass die Frankenstraße ein Pilgerweg ist, macht diese Wanderung aber auch zu etwas Besonderem. Der älteste Reisebericht stammt aus dem neunten Jahrhundert. Vor 500 Jahren wanderte auch Luther den Frankenweg bis nach Rom. Und 2020 dann eben auch meine Freundin und ich. Ich war das erste Mal in der Toskana und bin während des Wanderns vom ersten Tag an mit klassischen Toskana-Bildern belohnt worden: bewaldete Hügel, stille Täler, Weinberge, Zypressen, …

Keine Zeit für Nostalgie

Verdammt lang her: Lissabon war noch ein Geheimtipp, Porto nur etwas für Weinliebhaber und in Sagres gab es keine „letzte Bratwurst vor Amerika“. Die guten alten Zeiten? Nein, sagen meine Freunde in Portugal, und heilen mich auf einer Reise im Spätsommer 2020 von der Saudade, der portugiesischen Wehmut, mit der sie mich vor drei Jahrzehnten angesteckt hatten.   Die Reise beginnt im Norden, wo ich vor 35 Jahren mit dem Zug vom spanischen Galicien kommend in Valença do Minho ankam und zum ersten Mal portugiesischen Boden betrat. Nach einer umständlichen Pass- und Zollkontrolle auf dem Bahnsteig ging es weiter nach Viana do Castelo, wo ich José Tomás kennenlernte. Er und seine Studentenclique campten wild am Strand, was kein Problem war. Bei der zweiten Flasche „Super Bock“ sagte er, ich solle ihn „Zé“ nennen. Porto: Harry Potter kann warten Im September 2020 sehe ich Zé zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder. Der 52-jährige Architekt zeigt mir, warum Portugals zweitgrößte Stadt ein Hotspot der zeitgenössischen Baukunst ist. Sein Diplom machte Zé Anfang der 1990er Jahre an …

Keine Zeit für Nostalgie (Teil 3)

Im dritten Teil meiner Tour der Erinnerungen an die „guten, alten Zeiten“ ist die letzte Station meiner Reise durch Portugal die Algarve. Hier treffe ich Sabine und Paulo, die an der Küste Ferienwohnungen vermieten. Zum 2. Teil der Story – Lissabon: Hippster in der Pinkstreet Algarve: Der Infante auf Instagram Goldgelb, feuerrot und ultra-violett: Der Sonnenuntergang an der Südwestspitze Europas ist ein Naturschauspiel, das unter die Haut geht. Am Himmel und auf der Oberfläche des Atlantiks zaubert die Sonne eine fantastische Farbshow, die ich 70 Meter über dem Meer bei Sagres am Cabo de São Vicente erlebe. Das Kap ist seit der Steinzeit ein heiliger Ort, in der Antike war das „Promontorium Sacrum“ das Ende der Welt. Zum ersten Mal war ich hier Anfang der 1990er Jahre. Am Kap des heiligen Vinzenz, auf dem ein Leuchtturm bis zu 32 Seemeilen lange Lichtkegel in den Ozean schleudert, und auf dem Felsplateau mit der „Fortaleza de Sagres“, wandelte ich auf den Spuren von Heinrich dem Seefahrer, dem „Infante Dom Henrique“, der ab 1418 die Westküste Afrikas erkunden …

Keine Zeit für Nostalgie (Teil 2)

Es geht weiter mit meiner Reise durch die „guten, alten Zeiten“. Auf meiner Tour durch Portugal mache ich diesmal halt in Lissabon. Was hat sich in 35 Jahren verändert? Vieles! Zum 1. Teil der Story – Porto: Harry Potter kann warten Lissabon: Hipster in der Pinkstreet 18 Uhr im „Café Nicola“ am Rossio-Platz. In Lissabons ältestem Kaffeehaus treffe ich mich mit Sónia, einer alten Freundin, die aus Madeira stammt und die ich vor 25 Jahren als Erasmus-Student an der Uni Lissabon kennengelernt hatte. Sónia ist 47, arbeitet in der Kulturszene, skypt morgens mit London und abends mit São Paulo. Im Nicola wollte sie sich eigentlich nicht mit mir treffen, „zu touristisch“, sagt sie. Trotzdem trinken wir auf der Terrasse ein „Imperial“, wie ein kleines Fassbier in Lissabon genannt wird. Wir überblicken den Platz mit den symmetrischen Häuserzeilen aus der Zeit nach dem Erdbeben von 1755. An jeder Ecke parken Tuk-Tuks, die Fahrer hängen am Smartphone und warten auf Kundschaft. „Inzwischen tun sie mir leid. Drei Monate Lockdown, und jetzt nicht einmal halb so viel Geschäft“, sagt …

Wirklich authentisch? Die Antwort aus Norcia und von den Monti Sibillini

Norcia in der Provinz Perugia in Umbrien entdeckt sich neu. Die kleine italienische Gemeinde bietet sich als echtes, authentisches „Paket“ an – und das ist nicht nur ein Werbespruch. Hinter der Geschichte steckt ein wahres Schicksal der Gemeinde. Eine Erdbebenserie zwischen 2016 und 2017 in den Abruzzen hat die südumbrische Stadt stark getroffen. Im kleinen Ort von nicht mal 5.000 Einwohnern stürzte ein Großteil der Kirche San Salvatore ein, der Basilika San Benedetto und der Concattedrale Santa Maria Argentea. Wunderschöne Bauwerke aus der Romanik, Gotik und der Renaissance wurden beschädigt. Seitdem wurde es ruhig um die Gegend, zu sehr war sie im Ausland mit den katastrophalen Bildern aus den Erdbebengebieten behaftet. In Norcia ist man Krisensituationen gewöhnt, die Einwohner wissen, wie das ist, neu anzufangen und schaffen es dabei immer wieder, die Tradition zu wahren. So hat sich der Ort, der für seine schwarzen Trüffel und ausgezeichneten Schweinefleischprodukte bekannt ist, wieder authentisch und unverfälscht in die Gegenwart zurückgearbeitet. Ein Norcino kann gut Fleisch verarbeiten Im Italienischen steht das Wort „norcino“ übrigens für jemanden, der gut …

„Wir sind froh, dass wir es gemacht haben“ – Der Urlaubsbericht eines Kunden

OLIMAR Kunde Herr F. und seine Frau kommen gerade von einem Urlaub auf Madeira zurück. Zwischen Ende September und Anfang Oktober haben die beiden Hamburger die Atlantikinsel mit dem Mietwagen erkundet und verschiedene Hotels und Orte Madeiras kennengelernt. Wir haben ihn nach der Reise zu seinen persönlichen Eindrücken gefragt. Sie waren jüngst zwei Wochen auf Madeira – was waren Ihre persönlichen Höhepunkte? Herr F.: Das Hotel Aqua Natura Madeira in Porto Moniz war besonders beeindruckend. Vom Balkon hatten wir einen unmittelbaren Blick auf das Atlantik-Naturschwimmbad und die wilden Wellen des Meeres – und wir bekamen als Gäste des Hotels freien Zugang zum Naturschwimmbad. Ein weiteres Highlight war die Gartenanlage Monte Palace Madeira in Funchal. Dieser Park mit den vielen exotischen Pflanzen, angelegt in einer Schlucht, ist äußerst sehenswert, auch wenn wir nicht zur Hauptblütezeit da waren. Außerdem möchten wir gerne drei ganz tolle Restaurants empfehlen, die zu den kulinarischen Höhepunkten zählen: Restaurante dos Combatentes in Funchal Restaurante Lavrador in São Vicente Restaurante A Nossa Aldeia in Santo Antonio da Serra Welche Erinnerungen bleiben in Ihrem …

Weinernte im Alto Douro

Wein mit Tradition – die älteste deklarierte Weinregion der Welt entstand im Jahr 1756. Unsere Autorin hat die Weinernte in Nordportugal hautnah miterlebt. José, seine Frau, zwei weitere Paare, zwei einzelne Frauen und ich sind an diesem Freitag Ende September auf der Quinta da Pacheca um mitzuerleben, wie Wein gemacht wird. Unser Guide Hugo begrüßt uns und gibt jedem ein T-Shirt und einen Sonnenhut. Die Quinta da Pacheca befindet sich in der Weinregion Alto Douro. Die Landschaft mit den steilen Ufern und Weinfeldern ist seit 2001 UNESCO-Weltkulturerbe. Und nur hier, in diesem speziellen Klima, wird der Portwein hergestellt. Die Trauben werden von Hand geerntet und für einige Sorten wird der Wein noch mit den Füßen gestampft. Und deswegen sind wir hier – um Trauben zu ernten und Wein zu stampfen. Aber erst mal gibt es Frühstück. Zwiebelsuppe, Sardinen & Wein „Wir möchten so authentisch wie möglich vermitteln, wie ein traditioneller Tag Weinernte abläuft“, sagt Hugo, als er unsere erstaunten Blicke sieht. Jeder hat eine Zwiebelsuppe vor sich stehen. Ich weiß nicht – Zwiebelsuppe zum Frühstück? …

4 Tage auf den Spuren des Odysseus – im Latium zwischen Circeo und Gaeta

„Und wir kamen zur Insel Aiaia. Diese bewohnte Kirke, die schöngelockte, die hehre melodische Göttin“ So beschreibt Odysseus den ersten Kontakt mit der Zauberin Circe, die auf der Insel Aiaia auf die Seefahrer wartete, um sie mit ihrem Gesang zu verzaubern und sie bei sich festzuhalten. Das mythische Aiaia ist der nördlichste Vorposten der Odysseus Riviera und heißt heute Halbinsel des Circeo. Meine Schwester und ich sind zwar keine jungen griechischen Seefahrer. Aber die Idee, ein bisschen auf den Spuren des Odysseus zu wandeln fanden wir vielversprechend. Und so haben wir Ende Juli beschlossen, diesen circa 90 km langen Küstenabschnitt im Latium zu bereisen, mit Hauptquartier in Sperlonga. Die Aufgabenteilung ist von vorneherein klar: Ich schwätze, sie fotografiert. Und so machen wir uns auf den Weg. Die Odysseus Riviera Vorausgesagt sei, dass es ein wahrhaft heldenhaftes Unternehmen ist, wenn man in Covid-Zeiten zur Hauptreisezeit der Italiener an eine ihrer Küsten fährt. Die Einheimischen haben ihr Land dieses Jahr regelrecht erobert. Trotz der vergangenen schwierigen Monate und dem allgegenwärtigen Respekt für die Vorsichtsmaßnahmen haben sie ihre sprichwörtliche …