Autor: Henrietta Bilawer

Rossio Lissabon

Calçada Portuguesa – Kunstvolles Straßenpflaster in Portugal

Schwarz-weiß, in Grautönen, manchmal in rosafarbenen Schattierungen – in ganz Portugal findet man Straßenpflaster mit besonderem Reiz. Wer als Reisender durch Ortschaften spaziert, um deren Flair kennenzulernen, betrachtet Häuser und Monumente, studiert den Baustil oder die exotische Botanik. In Portugal sollte man den Blick auch auf den Boden richten, um etwas typisch Portugiesisches zu entdecken: „Calçada Portuguesa“, eine Technik, Wege zu pflastern und dabei handwerkliches Können mit Kunstsinn und Fantasie zu kombinieren. Kleine Quader kommen zum Einsatz, in vier verschiedenen Dimensionen, die kleinsten, die „miudinhas„, messen 4 x 5 cm, die größten, „grossa„, 12 x 13 cm (dazwischen liegen „miúda“ und „meia pedra“). Verwendet wird weißer oder grauer Kalkstein und schwarzer Basalt. Manchmal finden auch rosafarbene, lachsrote und gelbliche Steine Verwendung. Sie sind deutlich teurer und daher meist in Pflastermosaiken von besonderer Bedeutung integriert, denn diese Steine kosten im Miudinha-Format bis zu 500 Euro für einen Quadratmeter Pflaster. Ursprünglich für Schau eines Panzernashorn in Lissabon verlegt Die Anfänge der „Calçada Portuguesa“ liegen im Jahr 1515. Damals gelangte ein Panzernashorn aus Indien nach Lissabon; das freundschaftsanbahnende …

Landschaft Alentejo Frühling

Marmorroute im Alentejo: Roadtrip entlang des weißen Goldes

Verborgen unter der Landschaft des Alentejo mit seinen pittoresken Dörfern und reichen Korkeichenfeldern ruht der geologische Schatz der portugiesischen Region: Marmor. Auf einem Roadtrip mit dem Mietwagen, der so genannten Marmorroute, erleben Sie die Geschichte dieser Industrie aus nächster Nähe. „Endlos ist die Landschaft dieser Erde. So viel an anderem auch fehlen mochte, an ihr war niemals Mangel. Ein Überfluss, der nur als rastlos wirkendes Wunder zu erklären ist, war doch die Landschaft ohne Zweifel vor dem Menschen da, und doch ist sie vom langen Sein noch nicht erschöpft.“ So beginnt der Roman ‚Hoffnung im Alentejo‚, den Portugals Literatur-Nobelpreisträger José Saramago im Jahr 1980 über die Region schrieb, die mehr als jeder andere Landesteil mit Weite verbunden ist und mit dem, was in harter Arbeit entsteht. Es geht nicht nur um Kork, Oliven und Wein. Sondern auch um Stein und Marmor. Von Estremoz, über Vila Viçosa bis zur spanischen Grenze: überall liegt Marmor Der feste, polierfähige Kalkstein aus den Mineralen Aragonit, Kalzit und Dolomit aus dem Erdaltertum vor rund 400 Millionen Jahren ruht in einem …

Mittelportugal Kloster Batalha Außenansicht

Batalha – Symbol der portugiesischen Geschichte

Es gibt in Portugal viele Orte voller Historie, deren Strahlkraft bis in die Gegenwart reicht. Die kleine Stadt Batalha gehört dazu und ist gleichzeitig Wahrzeichen künstlerischer Meisterschaft und Vielfalt. Rund zehn Kilometer südlich der zentralportugiesischen Distriktshauptstadt Leiria liegt Batalha. Die ruhigen Straßen sind fast ausnahmslos nach großen Gestalten der Landesgeschichte benannt. Der Ort selbst trägt allerdings einen martialischen Namen: ‘Batalha’ bedeutet ‘Schlacht’. Das namensgebende Gefecht war eines der Ereignisse, die in Portugal jedes Kind kennt und die prägend für die Nation waren: Am 14. August 1385 besiegten portugiesische Truppen das kastilische Heer und sicherten die Unabhängigkeit des Landes und den Thron für João I., den unehelichen Halbbruder des ohne Erben verstorbenen Königs Fernando I. Das Herrscherhaus im benachbarten Spanien, das enge Bindungen zu Fernando I. unterhalten hatte, bestritt Joãos Anspruch auf Portugals Thron. Militärisch schlecht gerüstet und zahlenmäßig unterlegen, musste das portugiesische Heer in besagtem Kampf den Untergang fürchten, was jedoch nicht geschah. Der fromme João sah darin göttlichen Beistand und lies zum Dank ein Kloster bauen. Er nannte es ‘Mosteiro de Santa Maria da Vitória’ (Kloster der Hl. …

Algarve Faro Zentrum

Ein Tag in … Faro!

Faro, die Hauptstadt der Region Algarve, lebt vom Kontrast ihrer Jahrhunderte alten, wechselvollen Historie und dem Flair einer modernen, quirligen Regionalmetropole, die zum Spazierengehen einlädt, zum Shoppen, Essen und Entdecken der zahlreichen Sehenswürdigkeiten, versteckten Details, Legenden und fantastischen Panoramen. Faro ist das ganze Jahr über Bühne für kulinarische und musikalische Festivals. 09.00 Uhr: Beginnen Sie den Spaziergang im Stadtgarten ‘Jardim Manuel Bivar’. Seitlich grenzt die Parkanlage an den Yachthafen, der um diese Zeit erwacht. Skipper bereiten die nächste Reise vor, Boote sind zum Auslaufen bereit; ein nettes Schauspiel mitten in der Stadt. Auf Schritt und Tritt fallen Mosaiken ins Auge: Das traditionelle Straßenpflaster, die „calçada portuguesa“, aus schwarzen Basaltwürfeln und weißen Kalksteinkuben wird schon seit 500 Jahren in Handarbeit verlegt und bildet Symbole der Stadt und kunstvolle Ornamente ab. Hier bietet sich eine gute Gelegenheit zum Frühstück in einem kleinen Café am Park, wobei die Auswahl aus den etlichen portugiesischen Kaffee-Zubereitungen (ohne künstliche Zusätze!) ebenso schwer fällt wie die Entscheidung für den morgendlichen Snack: Warmer Buttertoast? Herzhaft gefüllte Teigtaschen? Oder lieber Gebäck mit Zutaten aus …

Portugal Weihnachten

Portugal – ein Weihnachtsmärchen

Kleines Land, große Traditionen. Wer Portugal in den Wochen vor Weihnachten besucht, trifft auf fröhliche Festtagsvorfreude ebenso wie auf Besinnlichkeit und Brauchtum. Weihnachtszeit in Óbidos In der mittelalterlichen Kleinstadt Óbidos pulsiert vorweihnachtlich-buntes Leben in Europas einzigem, ganz dem Weihnachtsfest gewidmeten Themen- und Ereignispark ‘Óbidos – Vila Natal’. Am Fuß der Burg scheint E.T.A. Hoffmanns Märchen „Nussknacker und Mausekönig“ zum Leben zu erwachen. Wichtel, Elfen und Weihnachtsboten wuseln durch die Gassen, es gibt Buden mit Süßigkeiten, Punsch und Kakao. Krippen, geschmückte Tannenbäume, dazwischen kleine Werkstätten, Dekoration und Spielwaren vermitteln den Eindruck, der Weihnachtsmann habe sein Domizil in Lappland aufgegeben und sei nach Portugal gezogen. Eine Skipiste und eine Eislaufbahn begeistern sportlich Aktive. Konzerte internationaler Chöre und Orchester sowie Kunstausstellungen wenden sich an Besucher, die dem Trubel entsagen. Aufgrund der Beschränkungen im Corona-Jahr ist all dies auf Spielerisches und Filmisches im Internet begrenzt, während sich Óbidos schon auf 2021 vorbereitet. Óbidos (‘Óbidos – Vila Natal’): Óbidos, Distrikt Leiria; 39° 21′ 37.98″ N,  -9° 09′ 24.12″ W; www.obidosvilanatal.pt Weihnachten in Cabeça Ganz anders, nämlich sehr beschaulich und naturbelassen …