Kunst & Kultur
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Der Künstler und seine Lava

Windmühle und Kakteen auf Lanzarote

Schwarzes Lavagestein, tiefblauer Atlantik und weiße Sandstrände: Lanzarote bietet eine Landschaft der Kontraste, die alle Besucher staunen lässt. Ebenso eindrucksvoll ist ihre Kunst: Der Maler, Architekt und Bildhauer César Manrique hat mit seinen Werken, die Natur und Architektur verbinden, das Gesicht der Insel wie kaum ein anderer geprägt.

© Fundación César Manrique

Berühmtester Sohn Lanzarotes: der Künstler César Manrique © Fundación César Manrique

César Manrique ist der bekannteste Künstler der Insel. Geboren am 24. April 1919 in Puerto Naos, einem Viertel in Arrecife, wuchs er in einer typisch kanarischen Familie auf. Regelmäßig fahren sie nach Caleta de Famara in Urlaub, einem Fischerdorf im Nordwesten der Insel. Manriques Vater, ein Handelsreisender, kauft hier 1934 ein Haus am Meer. Dieses Haus sowie die Schönheit der Insel, insbesondere die Steilküste, der lange Strand aus feinem Sand sowie die farbenprächtige Landschaft, faszinieren ihn schon damals. Manrique hat abgesehen von Stationen in La Laguna (Teneriffa) und Madrid fast sein ganzes Leben auf  Lanzarote verbracht. Seine Ideen und Visionen spiegeln sich in zahlreichen Kunstwerken auf den Kanaren wieder, von denen wir einige auf Lanzarote vorstellen.

 

La Cueva de los Verdes

La Cueva de los Verdes ist eine der ersten Werke Manriques. Eine 3000 Jahre alte Lavahöhle,  die durch einen Vulkanausbruch des Montana Corona im Nordosten Lanzarotes entstand, ist Teil des zweitlängsten Lavatunnels der Welt. Da ihre Decke an verschiedenen Stellen eingebrochen ist, haben sich bis zu 20 Meter tiefe Schächte entwickelt. Einst schützten sich hier die Ureinwohner vor Piraten und Überfällen. Heute können Touristen einen Tunnelabschnitt von etwa einem Kilometer Länge besichtigen. Sie steigen bei musikalischer Untermalung circa 50 Meter hinab, sehen beeindruckende Gesteinsformationen und gelangen am Ende zu einem Konzertsaal. Ein stimmungsvolles Ambiente mit Licht und guter Akustik bringt das Naturwunder so richtig zur Geltung.

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Jameos del Agua

Eine weitere Lavahöhlen-Attraktion sind die Jameos del Agua (Wasserhöhlen). Manrique schuf hier 1966 eine Installation mit Licht, Musik, Wasser und Pflanzen. An der ersten Wasserhöhle findet man ein schönes Restaurant mit Blick auf den unterirdischen Salzwassersee. Hier leben seltene Krebsarten, wie zum Beispiel die so genannten Mönchskrebse. Von dort geht es weiter zu einer großen Lagune im Hauptteil der Höhle. Weiter oben befindet sich das von Manrique entworfene weiße Becken mit kristallklarem Wasser. Oberhalb des Beckens erreichen Sie die Casa de los Volcanes, indem das geologische Museum über die Vulkangeschichte Lanzarotes informiert.

Jameos del Agua © Turespaña

Jameos del Agua
© Turespaña

Stimmungsvoller geht's kaum: "Konzertsaal" in der Höhle

Stimmungsvoller geht’s kaum: „Konzertsaal“ in der Höhle

 

Restaurant „El Diablo“

Das Restaurant „El Diablo“ liegt inmitten des Timanfaya-Nationalparks im Westen Lanzarotes. Der Park hat eine raue Struktur mit rot-braunen und schwarzen Hügeln und Kratern. Gewaltige Lavamassen begruben zwischen 1730 und 1736 das eigentlich fruchtbare Land. Noch heute  befindet sich Magma in den Bergen, weshalb sie von den Einheimischen auch als Feuerberge bezeichnet werden. Manrique entwarf eine Teufelskulptur aus rostigem Eisen, die am Eingang des Parks steht.

Wahrzeichen Lanzarotes und Manriques: Die Teufelskulptur am Eingang des Nationalparks Timanfaya

Wahrzeichen Lanzarotes und Manriques: Die Teufelskulptur am Eingang des Nationalparks Timanfaya

Sein Restaurant liegt am heißesten Punkt, auf einer Anhöhe namens Islote de Hilario. Im Inneren gibt es ein sechs Meter tiefes Loch mit einem darüber gebauten Grill, auf denen viele Gerichte bei einer Hitze von 400 Grad zubereitet werden.

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Mirador del Rio

Im Jahr 1974 eröffnet Manrique den Aussichtspunkt Mirador del Rio, der damals zu den  weltweit avantgardistischsten Werken zählt. Ein Kennzeichen in Manriques Arbeit sind die runden Formen, die vom Parkplatz bis zu den in Felsen eingearbeiteten Sitzen reichen. Der Aussichtspunkt besteht aus weißem Kalk. Er liegt im Norden Lanzarotes in der Nähe des Felsmassivs Batería del Río und in 475 Metern über dem Meeresspiegel. Von hier aus haben Sie
einen wunderschönen Blick auf die ein Kilometer breite Meerenge Rio sowie die  Vulkanlandschaft Lanzarotes.

Blick vom Mirador del Rio auf die kleine Nachbarinsel Graciosa

Blick vom Mirador del Rio auf die kleine Nachbarinsel Graciosa

Fundación César Manrique

Kurz vor dem Ort Tahiche liegt die Fundación César Manrique im ehemaligen Wohnhaus. Ein  großer Teil seiner Kunstwerke ist hier ausgestellt, doch auch die Architektur des Gebäudes ist sehenswert: Da das Haus über fünf Lavablasen entstand, wurde ein Teil der futuristisch wirkenden Räume in die Hohlräume integriert. Manrique lebte hier bis 1992, bevor er es kurz vor seinem Tod in Form einer Stiftung mit Museum der Öffentlichkeit zugänglich machte.

Bauernhaus „Casa Museo del Campesino“

Das Bauernhaus baute Manrique zu Ehren der ehemaligen Bauern auf Lanzarote und ihrer harten Arbeit während des 18. Jahrhunderts, als Trockenperioden und Vulkanausbrüche die Insel heimsuchten. Das Bauernhaus mit integriertem Museum befindet sich im Zentrum der Insel und ist im Stil eines altkanarischen Landhauses errichtet.

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Jardin de Cactus

Manriques letztes Werk war der Kakteengarten in einem Steinbruch, den er 1990 eröffnet. Der Garten befindet sich im Norden des Ortes Guatiza. Er hat die Form eines Amphitheaters, in dem etwa 10 000 Pflanzen auf Stufenterrassen zu bewundern sind. Rund 1 400 verschiedene Arten gedeihen hier, die meisten sind Kakteen. Zudem gibt es einen schönen Teich und eine alte, restaurierte Gofio-Mühle. In dem kleinen Restaurant finden Sie Wandmalereien von Manrique.

Jardin de Cactus

Jardin de Cactus

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Kategorie: Kunst & Kultur

von

Evelyn S.

Evelyn ist Ansprechpartnerin für alle Journalisten und Medienredaktionen, die über die vielen schönen Reisen bei OLIMAR berichten möchten. Wenn sie mal nicht selbst am Schreibtisch sitzt und textet, ist sie gern in guten Hotels zuhause. Sie liebt das Meer und das authentische Urlaubserlebnis – vorzugsweise in Spanien, wo sie längere Zeit gelebt hat.

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