Autor: Viorica Schmidinger

Italien Tropea Panoramablick

Tropea: schönstes italienisches Dorf

Seit dem 5. April ist Kalabrien in Feierlaune, denn an diesem Tag wurde Tropea von den Italienern zum schönsten Dorf Italiens gekürt. Und das live in der Fernsehserie «Il Borgo dei Borghi». Der kleine Ort ist dem exklusiven Club der italienischen Borghi erst im Oktober 2020 beigetreten. Die «Perle des tyrrhenischen Meeres», so die schönste Beschreibung Tropeas, liegt sehr malerisch auf einem Felsplateau an der Westküste der süditalienischen Region und zieht nicht nur Strandurlauber an, sondern auch Kulturinteressierte. Denn neben den schönen Sandstränden in der Umgebung hat Tropea einige Sehenswürdigkeiten zu bieten: das historische Stadtzentrum mit den typisch verwinkelten engen Gässchen, die Palazzi der Adeligen mit ihren beeindruckenden Eingangstoren oder die Normannen-Kathedrale aus dem charakteristischen gelben Tuffstein. Ein bekanntestes Bild aus Tropea ist auch das mittelalterliche Sanktuarium S.Maria dell’Isola, das seit 370 n. Chr. wie auf einer Bühne auf einem Kalksteinfelsen vor der Stadt liegt und über eine steile Treppe, die direkt in den Felsen gehauen ist, erreicht werden kann. Da sie bei ihrer Erbauung vom Festland abgeschnitten war, wurde sie zu Anfang vor allem …

Villa il Poggiale, Italienurlaub, Aussicht

Villa il Poggiale

Die Toskana ist schön, das ist allgemein bekannt. Aber es gibt Orte in der Toskana, an denen es noch schöner ist, so dass man eigentlich am liebsten dableiben möchte. Einer von diesen Orten ist sicher das Country Hotel Villa Il Poggiale, das auf dem Kamm einer Hügelkette südwestlich von Florenz liegt. Sobald man das Einfahrtstor der Villa passiert hat und vor der eleganten Fassade der Villa steht, überfällt einen eine innere Ruhe, die aus der Überzeugung hervorgeht, dass man am richtigen Ort angekommen ist. Die richtige Mischung macht’s: das Ambiente ist elegant gediegen aber nicht überladen oder gekünstelt rustikal. Der Service ist aufmerksam und diskret, aber trotzdem familiär. Das Essen ist typisch toskanisch aber immer mit der gewissen Raffinesse, die sich von der einfachen ländlichen Trattoria unterscheidet. Das man es hier nicht mit einem gewöhnlichen «schönen» Toskana-Hotel zu tun hat merkt man schon beim Frühstück mit den hausgemachten Kuchen und Marmeladen. Die Lage mit Panoramasicht ist ein Traum: die sanft geschwungenen Rebenhügel legen sich auf die Seele wie eine warme Decke. Die toskanischen Kunstmetropolen sind …

Itlien Norcia Wanderer

Wirklich authentisch? Die Antwort aus Norcia und von den Monti Sibillini

Norcia in der Provinz Perugia in Umbrien entdeckt sich neu. Die kleine italienische Gemeinde bietet sich als echtes, authentisches „Paket“ an – und das ist nicht nur ein Werbespruch. Hinter der Geschichte steckt ein wahres Schicksal der Gemeinde. Eine Erdbebenserie zwischen 2016 und 2017 in den Abruzzen hat die südumbrische Stadt stark getroffen. Im kleinen Ort von nicht mal 5.000 Einwohnern stürzte ein Großteil der Kirche San Salvatore ein, der Basilika San Benedetto und der Concattedrale Santa Maria Argentea. Wunderschöne Bauwerke aus der Romanik, Gotik und der Renaissance wurden beschädigt. Seitdem wurde es ruhig um die Gegend, zu sehr war sie im Ausland mit den katastrophalen Bildern aus den Erdbebengebieten behaftet. In Norcia ist man Krisensituationen gewöhnt, die Einwohner wissen, wie das ist, neu anzufangen und schaffen es dabei immer wieder, die Tradition zu wahren. So hat sich der Ort, der für seine schwarzen Trüffel und ausgezeichneten Schweinefleischprodukte bekannt ist, wieder authentisch und unverfälscht in die Gegenwart zurückgearbeitet. Ein Norcino kann gut Fleisch verarbeiten Im Italienischen steht das Wort „norcino“ übrigens für jemanden, der gut …

Borgo ca’ dei Sospiri Außenansicht

Borgo Ca’ dei Sospiri in Venetien: Schönes Nahziel 2021

Sie möchten sich mal ein paar Tage eine Auszeit nehmen? Sich ins Auto setzen und nach nur wenigen Stunden das Ziel erreichen? Von Natur und gleichzeitig einem ausgesuchten eleganten Ambiente umgeben sein? Dann ist Borgo Ca’ dei Sospiri in Venetien Ihr nächstes Ziel für einen erholsamen Urlaub. Die ehemalige Bischofsresidenz von 1563 wurde 1994 von der Familie Pasini komplett renoviert und in diese edle Unterkunft am Fluss Sile umgewandelt. Ruhe und Eleganz strahlen die Zimmer aus. Das renommierte, historische Ambiente ist nie aufdringlich herausgestellt, sondern empfängt den Gast mit hellen und freundlichen Farben. Zu empfehlen ist hier auch das hoteleigene Restaurant „La Corte“, das regional bekannt ist, und auch externen Gästen offensteht. Spezialität ist hier Fisch in allen Variationen – der frisch aus dem Fluss oder vom nur wenige Kilometer entfernten Meer geliefert wird. Roter Radicchio aus Treviso und die weißen Spargel des Piave stehen je nach Jahreszeit im Mittelpunkt. Das frisch gekürte UNESCO-Gebiet des Prosecco liegt nur einen Steinwurf entfernt und gibt Urlaubern die Möglichkeit, den perlenden Wein zu verkosten, um danach mit dem …

Italien Odysseus Riviera

Auf den Spuren des Odysseus zwischen Circeo und Gaeta

„Und wir kamen zur Insel Aiaia. Diese bewohnte Kirke, die schöngelockte, die hehre melodische Göttin“ So beschreibt Odysseus den ersten Kontakt mit der Zauberin Circe, die auf der Insel Aiaia auf die Seefahrer wartete, um sie mit ihrem Gesang zu verzaubern und sie bei sich festzuhalten. Das mythische Aiaia ist der nördlichste Vorposten der Odysseus Riviera und heißt heute Halbinsel des Circeo. Meine Schwester und ich sind zwar keine jungen griechischen Seefahrer. Aber die Idee, ein bisschen auf den Spuren des Odysseus zu wandeln fanden wir vielversprechend. Und so haben wir Ende Juli beschlossen, diesen circa 90 km langen Küstenabschnitt im Latium zu bereisen, mit Hauptquartier in Sperlonga. Die Aufgabenteilung ist von vorneherein klar: Ich schwätze, sie fotografiert. Und so machen wir uns auf den Weg. Die Odysseus Riviera Vorausgesagt sei, dass es ein wahrhaft heldenhaftes Unternehmen ist, wenn man in Covid-Zeiten zur Hauptreisezeit der Italiener an eine ihrer Küsten fährt. Die Einheimischen haben ihr Land dieses Jahr regelrecht erobert. Trotz der vergangenen schwierigen Monate und dem allgegenwärtigen Respekt für die Vorsichtsmaßnahmen haben sie ihre sprichwörtliche …

Detail Weihnachtswelt Govone

Magische Weihnachtswelt in Govone, Piemont

Schon seit einigen Jahren haben die berühmten deutschen Weihnachtsmärkte kräftig Konkurrenz aus dem Ausland bekommen. Jetzt rüstet auch Italien mit dem Piemont nochmal auf und kandidiert mit dem Weihnachtsmarkt im kleinen Ort Govone als „European Best Christmas Market 2020“. Der mit knapp 2.200 Einwohnern eigentlich eher beschauliche Ort in der Provinz Cuneo verwandelt sich ab Mitte November bis zum 25. Dezember zu einem einzigen großen Weihnachtsspektakel: 110 Aussteller in ebenso vielen Holzhütten bieten jedes Wochenende von 10 bis 19 Uhr eine so riesige Auswahl an handwerklichen, künstlerischen oder gastronomischen Produkten dar, dass nicht nur jeder Wunsch erfüllt werden kann sondern auch das Auffinden von passenden Geschenken, die nicht aus dem nächsten Kaufhaus stammen, leicht wird. Daneben wird in Govone ein großes Programm für jeden Geschmack geboten: vom Besuch des UNESCO geschützten Kastells der Savoia bis zum Bogenschießen für Kinder im Schlosspark, von der Elfenschule mit der Lehrmeisterin Königin Antea bis zur großen Krippe mit beweglichen Figuren ist wirklich für jeden was dabei. Absoluter Clou ist aber die Hütte des Weihnachtsmannes- la casetta di Babbo Natale …

Umgebung Monte Amiata

Monte Amiata in der Toskana – ein Vulkan für jede Jahreszeit

Eher unerwartet ragt der Vulkankegel des Monte Amiata mit seinen 1.700 Metern Höhe im Süden der Toskana aus der Hügellandschaft, und auch eher unbeachtet liegt er am Rande eines der weltweit bekanntesten Touristenziele. Während sich die Besucher in den Kunststädten der Toskana inzwischen stapeln, sich kleinere Städte wie San Gimignano oder Pienza einen Namen gemacht und ihre Innenstädte herausgeputzt haben, während Weinnamen wie Chianti oder Brunello inzwischen aller Welt geläufig sind und allerorts wunderschöne hochmoderne Kellereien mit Verkostungen locken, verstecken sich auf dem erloschenen Vulkan tatsächlich noch authentische Ecken, die man noch genießen sollte so lange sie nur Insidern bekannt sind: Santa Fiora, Arcidosso, Castel del Piano und Piancastagnaiao sind einige der kleinen, noch ursprünglichen Bergdörfer an den Hängen, die vom größten Zentrum Abbadia San Salvatore angeführt werden. Im Sommer sind sie begehrte Ziele für alle, die der Hitze in den Tälern entkommen wollen, aber gerade im Herbst und Winter entfaltet sich hier die ganze Pracht der Natur: Weinberge umgeben das ganze Massiv und die Olivenbäume wachsen bis auf 800 Metern Höhe. Ab da übernehmen …

grüne Weintrauben

Prosecco – das prickelndste UNESCO Welterbe Italiens

Am 7. Juli 2019 knallten in Conegliano in Italiens Veneto die Korken zahlreicher Prosecco Flaschen. Denn: Das idyllische Anbaugebiet des berühmten Schaumweins war endlich zum UNESCO Weltkulturerbe gekürt worden. Und zwar zum 55. auf dem italienischen Stiefel. Das Gebiet des „Prosecco di Conegliano e Valdobbiadene“ hatte bereits im Vorjahr für diese Anerkennung kandidiert, war dann jedoch an zwei Gegenstimmen von Spanien und Norwegen gescheitert. Umso mehr jubelten jetzt die politischen Größen des Landes, allen voran Minister Salvini, der sein Land sonst lieber durch befremdliche, „markige“ Sprüche repräsentiert als durch das Herausstellen der unbestreitbaren landschaftlichen, kulturellen und gastronomischen Highlights. Jetzt ist das 140 Jahre alte Weinbaugebiet mit 30 Kilometern rebenbestandener Hügel also offiziell befördert und beschert der Region Venetien neben der Lagune von Venedig und den Dolomiten ein weiteres Lieblingskind. Dabei sollte man nicht vergessen, dass der Ort „Prosecco“ eigentlich in Friaul in der Provinz von Triest liegt. Aber das Mikroklima mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 12,3 Grad , konstanter Belüftung und der speziellen Kombination aus Gletscher- und Meeresbodensedimenten schafft bis heute ideale Voraussetzungen für den Anbau …

Blick auf Bucht von Palermo

Palermo – Italiens Kulturhauptstadt 2018

Palermo, die Hauptstadt von Sizilien, ist seit jeher ein wahrer Schrein der Kultur. Das wissen all diejenigen, die staunend vor den goldenen Mosaiken des Normannenpalastes gestanden haben, den arabisch-normannischen Stil des Palazzo della Cuba bewundert haben oder sich über das wilde Herausbrechen von Mosaiksteinen im Kreuzgang von Monreale durch Touristen geärgert haben. Palermo ist nicht die Hauptstadt der Mafia sondern eine der Hauptstädte einer mühsam erkämpften Legalität und des Kampfes gegen mafiöse Machenschaften. Der italienische Stiefel reagiert nicht nur positiv auf die Ernennung der sizilianischen Metropole zur nationalen Kulturhauptstadt – es sei zu einfach für eine Stadt mit solch einem kulturellen Überfluss im Gepäck. Aber ist es denn jetzt gerade nicht mehr denn je wichtig, eben solche Orte hervorzuheben an denen sich Kulturen gekreuzt und wunderschöne Spuren hinterlassen haben, die sich heute feindselig gegenüberstehen? Wo man bis vor 30 Jahren noch alte Straßenschilder mit arabischen Schriftzügen lesen konnte, aber vor allem, wo sich die Bewohner täglich erfolgreich gegen eine Fremdbestimmung aus der Dunkelheit wehren. Und gerade trotz dieses weltberühmten kulturellen Erbes haben die Palermitaner noch …

Osterprozession Apulien

Ostern in Apulien – Mystik, Spektakel und wahre Verehrung

Rückbesinnung auf alte Traditionen und Spiritualität sind gerade zur Osterzeit wieder groß im Kommen. Wer dafür offen ist sollte über die Osterfeiertage unbedingt einmal eine Reise nach Apulien, an den „Stiefelabsatz Italiens“, einplanen. Doch anstelle der grossen Städte und Tourismusmagneten wie das barocke Lecce oder Alberobello mit seinen UNESCO-geschützten weissen Trullis  bieten sich zahlreiche kleine Orte zu einer solchen Erfahrung an, deren Namen dem breiten Publikum gar nicht bekannt sind. Wie zum Beispiel Ginosa in der Provinz von Taranto und gleich an der Grenze zur Basilicata gelegen. Der winzige Ort auf 240 Metern über dem Meer ist nur wenigen Eingeweihten wegen seiner „gravine“ bekannt, den canyonartigen waldbedeckten Einschnitten im Erdboden, die bis zu 200 Metern tief sein können. In diesem wilden Teil Apuliens, der sich bisher allen Einflüssen des modernen Lebens entziehen konnte findet, am Freitag und Samstag vor Ostern eine der beeindruckendsten Osterprozessionen Süditaliens statt. Im nur von Fackeln erleuchteten Stadtkern, mit einheimischen Darstellern in traditionellen Kostümen, Erzählern und Musikanten, unter Gesängen der schwarzgekleideten „pie donne“ – der frommen Frauen – und mit den …