OLIMAR Inside
Schreibe einen Kommentar

Abenteuer Deutschland & meine Ausbildung bei OLIMAR

Unsere Auszubildende Viktoria (24) kommt ursprünglich aus Polen und ist vor 5 Jahren nach Deutschland gezogen, um sich hier weiterzubilden und zu leben. Im folgenden Blogartikel  erzählt Viktoria von ihrem Weg nach Deutschland und gibt nützliche Tipps für andere junge Leute, die  in Deutschland lernen und wohnen möchten.


Es gibt Menschen, die große Angst davor haben, in ein fremdes Land zu gehen, wegen der Sprachbarriere, anderer Kultur und Mentalität. Ich habe es geschafft, mich hier einzugewöhnen und möchte ein wenig davon erzählen, wie der Anfang in Deutschland für mich aussah.

Warum bin ich  nach Deutschland gekommen? War es leicht, diese Entscheidung zu treffen und wie war es am Anfang?

Schon seit der ersten Begegnung mit Deutschland hat mir dieses Land gefallen. Die Menschen, die Kultur sowie Mentalität haben mich fasziniert und ich wollte es noch näher kennen lernen. Die ersten Ausflüge waren von der Schule organisiert und fanden in Berlin sowie Dresden statt. In 2007 lernte ich eine Familie in Düsseldorf kennen, wo ich jedes Jahr meine Freizeit verbracht habe. Im August 2015 als ich mit meiner Schule fertig war, habe ich gemeinsam mit meiner Mutter beschlossen, dass wir nach Deutschland ziehen, weil ich dort studieren möchte. Sie ist ein Jahr vor meinem Abitur nach Deutschland ausgewandert, damit wir schon vorher eine Wohnung haben. Leider ist es nicht gelungen, in dem ersten Jahr die Wohnung gefunden zu haben. Es war fast unmöglich hier eine Wohnung zu bekommen. Meistens wurde man sogar rassistisch behandelt. Sobald man gesagt hat, dass man nicht „ein Deutscher“ ist, wurde die Anfrage abgelehnt. Gut, was wir Bekannte in Köln hatten und ein Jahr lang dort wohnen konnten. Endlich nach einem Jahr hatte das furchtbare Warten ein endgültiges Ende. Wir haben eine Zusage für eine 2- Zimmer Wohnung in der Nähe von Köln bekommen. Wir haben uns sooooo gefreut wie noch nie!  

Konnte ich schon vorher deutsch oder musste ich die Sprache neu erlernen?

Als ich in 2015 nach Deutschland gekommen bin, um hier zu studieren, konnte ich schon ziemlich gut Deutsch, weil ich früher jedes Jahr in Düsseldorf meine Sommer- und Winterferien verbracht habe. Außerdem musste ich für das Studium in deutschsprachigen Ländern einen Deutsch- Zertifikat vorweisen. Bevor ich nach Deutschland hingezogen bin, habe ich mich auf diese Prüfung vorbereitet und sie erfolgreich bestanden. So konnte ich durch mein Studium die deutsche Sprache verbessern und noch näher kennen lernen. Das hat mir sehr geholfen.

Highlight: Mein Geburtstag im Cockpit

Was bedeutet Deutschland für mich? Was gefällt mir hier?

Was mir besonders in Deutschland gefällt, ist die internationale Kulturvielfalt. Man fühlt sich überhaupt nicht fremd, obwohl man aus einem anderen Land kommt. Das macht dieses Land noch schöner. Man lernt viele neue Leute kennen, die aus aller Welt kommen. Deutschland ist ein sehr gastfreundliches Land und weltoffen für andere Kulturen. Man lernt jeden Tag etwas Neues dazu.

Was vermisse ich am meisten?

Am meisten vermisse ich meine Familie und die Heimat Polen. Ich freue mich immer, wenn ich sie besuchen kann. Das bedeutet mir sehr viel, weil ich ein Familienmensch bin. Zurzeit ist es schwierig, jeden Monat zu Hause zu sein, aber immer, wenn ich die Möglichkeit bekomme, versuche ich sie zu nutzen. Diese Zeit gibt mir sowohl innere Kraft, Ruhe als auch viel Energie, die ich später nutzen kann.  

Welche Unterschiede gibt es in meinem Heimatland im Vergleich zu Deutschland?

Die Kultur und Mentalität der Deutschen ist ganz anders als in Polen. „Wir“ sind eher zurückhaltend und nicht weltoffen wie die Deutschen. Das hängt auch von der früheren Geschichte ab, weil die Polen immer Angst hatten, etwas laut zu sagen, damit sie nicht schikaniert werden. Bei uns herrscht ein Stereotyp: „Was würden wohl die anderen denken“, deswegen sagt man ungerne seine Meinung. Für uns ist die Religion sehr wichtig, weil Polen ein streng katholisches Land ist. Das sehe ich in Deutschland außer in Bayern eher nicht. Ich habe das Gefühl, dass es immer weniger Menschen gibt, die regelmäßig in die Kirche gehen. Bei uns ist es schon zu einem „Muss“ geworden, dass man jeden Sonntag zur Messe geht.  

Was war für mich die größte Angst in Deutschland? Gab es Momente, an denen ich gedacht habe, dass ich zurück zu meine Heimat wollte?

Ja, es gab solche Momente. Einen Monat später als ich nach Deutschland hingezogen bin, wollte ich wieder nach Hause, weil hier alles anders war und ich mich unwohl gefühlt habe. Ich habe nachgedacht, ob das eine richtige Entscheidung war, in Deutschland zu leben. Nach ungefähr 2 Jahren wurde es immer besser und ich habe erst dann realisiert, dass es doch eine gute Idee war, in Deutschland von „null“ anzufangen.

Was motiviert mich, wenn ich verzweifelt bin?

Gut gemachte Arbeit ist meine größte Motivation. Das spornt mich an, immer weiter zu machen. Nicht 100-prozentig ausgeführte Arbeit bereitet mir immer viel Sorgen. An Momenten der Verzweiflung gibt mir meine Familie Kraft und motiviert mich. Sie steht immer hinter dem, was ich mache. Egal, was kommt, ich kann mich immer auf sie verlassen. Ich weiß es sehr zu schätzen!

Meine Ausbildung bei OLIMAR

Warum habe  ich mich für eine Ausbildung entschieden und warum im Bereich Tourismus? Was bedeutet das für mich?

Ich wollte mich beruflich in der Tourismusbranche weiterentwickeln und dadurch praktische Erfahrungen sammeln. Der Urlaub ist für die meisten von uns das Wichtigste im Jahr Tourismus ist das, wofür mein Herz höher schlägt. In meiner Freizeit reise ich sehr gerne. Sowohl im In- als auch im Ausland. Das muss nicht weit weg sein. Deutschland hat vieles zu bieten sowohl städtisch als auch ländlich. Auch hier in der Umgebung, wo ich wohne, gibt es interessante Reiseziele, die man erkunden kann. Deutschland besitzt viele UNESCO – Weltkulturerbestätte, wofür ich mich sehr interessiere.

Wie bin ich auf OLIMAR Reisen gestoßen?

Die Stellenanzeige für den Ausbildungsplatz habe ich im Internet gefunden. Eigentlich war es ein Zufall, weil ich schon zahlreiche Bewerbungen versendet habe und überhaupt nicht daran geglaubt habe, dass es diesmal klappt. Und tatsächlich nach einer Woche des Versandes meiner Bewerbung wurde ich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.

Zum Vorstellungsgespräch habe ich auch ein Tagebuch mitgebracht, das ich seit über 10 Jahren führe. Die Teamleiter vom Service Center waren begeistert. Ich war ziemlich überrascht und gleichzeitig zufrieden über das gut verlaufene Gespräch. Etwa 2 Wochen nach dem Vorstellungsgespräch habe ich eine schriftliche Zusage erhalten. Ich war richtig happy! 

In meinem Reisetagebuch halte ich Glücksmomente fest

Wie waren die ersten Monate der Ausbildung?

Die Ausbildung habe ich im August letzten Jahres begonnen. Am Anfang habe ich mich unsicher gefühlt, weil ich die Leute nicht kannte und nicht genau wusste, was auf mich zukommt. Alles war für mich neu: neue Firma, neue Menschen und vor allem neues Land. Vom Charakter her bin ich eher zurückhaltend und gehe nicht direkt auf die anderen Menschen zu, was vielleicht ein großer Nachteil für mich ist. Ich versuche so oft wie möglich, mich zu verbessern. Die Berufsschule macht mir Spaß und ich habe keine Schwierigkeiten, weil mein Studium mir geholfen hat, die deutsche Sprache noch besser zu beherrschen.

Meine erste (Ausbildungs-) Schultüte

Welche Schwierigkeiten habe ich bei meiner Ausbildung?

Die Sprachbarriere ist noch zu spüren, weil man manchmal nicht weiß, wie einige Redewendungen in der jeweiligen Sprache klingen und in solchen Situationen muss man sofort an die Muttersprache denken. Aber ich arbeite jeden Tag daran, um besser zu werden.

Wie sehen meine Zukunftspläne aus?

Mein aktuelles Ziel ist es, die Ausbildung zur Tourismuskauffrau erfolgreich zu absolvieren und später im Tourismus beschäftigt zu werden. Die Tourismusbranche ist sehr vielfältig und bietet viele Möglichkeiten sowohl im Inn- als auch im Ausland. Es ist ein Beruf, in dem man immer etwas dazu lernt – ein Leben lang. Außerdem kann man verschiedene Länder und neue Menschen kennen lernen, die auch in diesem Bereich arbeiten. Genau das macht diesen Beruf noch attraktiver!

Was würde ich jungen Leuten raten, die auch vorhaben, nach Deutschland zu gehen?

Wenn man schon einen Traum hat, im Ausland zu leben, aber die Sprache und das Land nicht kennt, ist es auch kein Problem. Man sollte seinen Träumen nachgehen, auch wenn es in manchen Situationen nicht so leicht ist. Nur wenn man etwas wirklich vom Herzen erreichen möchte, dann wird man erst erfolgreich. Manche Wünsche werden erst dann wahr, wenn man an sie glaubt und brauchen deswegen mehr Zeit, um realisiert zu werden. Im Leben sollte man genau das machen, was einem Spaß macht. Diese Möglichkeit sehe ich in Deutschland als gegeben, weil man in fast jedem Bereich zahlreiche Auswahlmöglichkeiten hat und kann wählen, was zu einem am besten passt.

Mein erstes Karneval in Köln

Welche Bildungsmöglichkeiten gibt es für junge und internationale Menschen in Deutschland?

Wenn es um die Bildung geht, hat Deutschland wirklich einiges zu bieten. Auch wenn man die Sprache nicht kann, gibt es zahlreiche Hochschulen, an denen der Unterricht meistens auf Englisch durchgeführt wird. Außerdem gibt es viele Einrichtungen, die den ausländischen Bürgern helfen, hier in Deutschland Anschluss zu finden. (z.B. Schule, Wohnung, Arbeitsplatz). Man ist in dem Land nie alleine. Wichtig ist es, dass man sich trotz des fremden Landes immer noch wohl fühlt und in der Lage sein kann, sein bisheriges Leben komplett zu verändern. Es geht vor allem darum, glücklich zu sein und seinen Weg zu gehen. Das gelingt nur, wenn man positiv denkt. Auch, wenn einem etwas nicht gelingt, sollte man sich keine Sorgen machen und immer nach vorne schauen. Durch die Jahre habe ich gelernt, dass es immer einen Weg gibt – auch in den schwierigsten Situationen.

Diesen Artikel Freunden empfehlen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.