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„Für Sommer bereits wieder gebucht“ – Interview zur Lage in Portugals Alentejo

Korkeichen Landschaft Alentejo

Vitor Silva, Präsident der portugiesischen Tourismus-Agentur des Alentejo (ARPTA), ist ein langjähriger Partner von OLIMAR. Wir wollten wissen, wie er die Corona-Zeit aktuell erlebt und wie sich der Alentejo auf die Zeit danach vorbereitet. Seine Antworten lesen Sie hier im Interview.

Herr Silva, zu allererst die wichtigste Frage: Wie geht es Ihnen und Ihren Mitarbeitern?

Vitor Silva: Glücklicherweise waren weder die Mitarbeiter von Turismo do Alentejo noch ihre Familien von der Pandemie betroffen, da der Alentejo zu den europäischen Regionen gehört, indem sich der Virus weniger verbreitet hat. Bis zum 14. Mai 2020 gab es 235 bestätigte Fälle bei einer Bevölkerung von 760.000 Einwohnern und nur einen Toten.

In der deutschen Presse heißt es, dass Portugal die Krise ganz gut in den Griff bekommen hat, was u. a. daran liegt, dass der Staat frühzeitig reagiert hat und entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ergriffen wurden. Können Sie dem zustimmen?

V. S.: Zusätzlich zu den wichtigen Maßnahmen, die von der Regierung angeordnet wurden, war es von großer Bedeutung, dass die Portugiesen die Risiken der Pandemie sofort erkannt haben, insbesondere weil sie die dramatische Entwicklung in Italien und Spanien verfolgen konnten. Weiter wirkte es sich positiv aus, dass das Virus erst später in Portugal eintraf.
Die frühzeitige Schließung von Schulen und Universitäten, der Rat, das Haus nur in absolut notwendigen Situationen zu verlassen sowie die rechtliche Akzeptanz des Homeoffice und eine überparteiliche nationale Einheit haben weiterhin dazu beigetragen, die Krise zu bewältigen.

Auf unseren Touren durch den Alentejo staunen die Gäste, wie ruhig, gelassen und genügsam viele Menschen hier sind. Hat sich dies auf die jetzige positive Situation ausgewirkt?

V. S.: Die geographische Lage des Alentejo, seine geringe Bevölkerungsdichte und die Tatsache, dass die Bewohner die Anweisungen der Gesundheitsbehörden befolgen, haben die Region Alentejo bisher zu einer der am wenigsten betroffenen Regionen Europas gemacht.

Erfreulich ist auch, dass der ländliche Tourismus für diesen Sommer bereits gebucht wird, da die Mehrheit der Familien das ganze Haus nur für sich selbst und für einen ganzen Monat mietet. Einige der Einheiten sind bereits voll ausgebucht.

Der Alentejo mit seinen einzigartigen Stränden, den vielen Korkwäldern, Naturreservaten und natürlich der Weltkulturerbe Stadt Évora gilt immer noch als Insider-Tipp unter den portugiesischen Zielen. Welche fünf sehenswerten Orte empfehlen Sie Besuchern, die das erste Mal in Ihre Region reisen?

V. S.: Die Region Alentejo steht für Kultur, Weite, Natur, Weine und Gastronomie. Deshalb kann ich einen Besuch der UNESCO-Weltkulturerbestätten Évora und Elvas, der Städte Marvão und Castelo de Vide mit ihren imposanten Burgen im Naturpark Serra São Mamede oder der Museumsstadt Mértola mit ihrem reichen archäologischen Erbe im Nationalpark Vale do Guadiana, der über ein ausgezeichnetes Wanderwegenetz verfügt, nur empfehlen.
Eine Bootsfahrt auf dem Alqueva, dem größten künstlichen See Europas, einschließlich eines Besuchs des Reservats Dark Sky, wo sich das offizielle Observatorium für Nachtsterne befindet, oder die Entdeckung der Rota Vicentina, die als „European Leading Trail“ zertifiziert ist, sind weitere Alternativen, um die Region Alentejo zu entdecken.

Wie bereitet sich der Alentejo auf die Zeit nach Corona vor?

V. S.: Unter den ergriffenen Maßnahmen möchte ich die Neuqualifizierung der touristischen Produkte, die vielen Renovierungen der Unterkünfte sowie die jetzigen Aus- und Weiterbildungskurse für Tourismus-, Gastronomie- und Hotelunternehmen hervorheben.
Es sei darauf hingewiesen, dass die Region Alentejo auch von dem Siegel „Clean & Safe“ profitiert, das von Turismo de Portugal eingeführt wurde und Unternehmen im Tourismussektor auszeichnet, die den Empfehlungen der portugiesischen Generaldirektion für Gesundheit entsprechen, um Räume frei von SARS-CoV-2 zu halten.

Clean & Safe – Portugals neues Hygienesiegel

Worauf können sich die nächsten Urlauber freuen? Was erwartet sie spätestens in 2021?

V. S.: Ich bin sicher, dass uns auch noch im Jahr 2020 Touristen besuchen werden, sobald die Grenzen öffnen und die Flugverbindungen wiederhergestellt sind.

Diejenigen, die die Region kennen und für 2021 einen weiteren Besuch bei uns planen, werden die Gastfreundschaft und die Solidarität der Menschen im Alentejo noch stärker spüren und die Natur, die Denkmäler, die ausgedehnten Küstengebiete, die Landschaft und die Produkte des Landes noch intensiver genießen können. Und natürlich werden all diejenigen, die uns zum ersten Mal besuchen, in ihre Länder zurückkehren mit dem Wunsch, an ein ruhiges, erholsames und unverzichtbares Ziel zurückzukehren.

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Kategorie: Land & Leute

von

Evelyn Steinbach

Evelyn ist Ansprechpartnerin für alle Journalisten und Medienredaktionen, die über die vielen schönen Reisen bei OLIMAR berichten möchten. Wenn sie mal nicht selbst am Schreibtisch sitzt und textet, ist sie gern in guten Hotels zuhause. Sie liebt das Meer und das authentische Urlaubserlebnis – vorzugsweise in Spanien, wo sie längere Zeit gelebt hat.

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