Kunst & Kultur, Land & Leute
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Einzigartiges erleben – außergewöhnliche Orte in Italien

Jedem sind Städte wie Rom, Venedig, Verona oder Destinationen wie Sardinien, Capri und Kalabrien bekannt. Doch das Heimatland geschichtlicher Ursprünge, des guten Essens, der schönsten Strände und der raffiniertesten Mode bietet zudem zahlreiche unbekannte und vor allem außergewöhnliche Orte, die während einer Reise nach Italien nicht unentdeckt bleiben sollten. Es gibt viel zu sehen.

Caldari di Ortona – Das Dorf mit der Weinquelle

Abruzzen in Italien
Panorama der Abruzzen

Auf der Route des rund 316 Kilometer langen Pilgerweges Cammino di San Tommaso, der am Petersdom in Rom startet und bis zum Hafenort Ortana an der Adriaküste führt, bleibt der Besuch des kleinen Dorfes Caldari di Ortona in Abbruzzen nicht aus. Viele Winzer haben ihr Weingut in dieser Region angesiedelt, sodass es schwer fällt, sich und seine Erzeugnisse zu präsentieren. Um die Besucher dennoch anzulocken, installierte einer der Winzer eine Art Weinbrunnen, der 24 Stunden am Tag kostenlosen Rotwein ausschenkt. Pilgerer, Touristen und Einheimische können sich der Quelle jederzeit bedienen, so viel sie möchten. Auf der spirituellen Reise vorbei an traumhaften Naturspektakeln und Klöstern zählt die Quelle im Weingut Dora Sarchese zu den unangefochtenen Highlights. Neben dem Werbeeffekt soll der Brunnen vielmehr eine Gabe für die Wanderer sein, die trotzdem gebeten werden, eine kleine Spende zu hinterlassen, die den Erhalt des Pilgerwegs finanziell unterstützen soll. Wer einen Ausflug zu diesem außergewöhnlichen Ort plant, sollte sich vor der Quelle allerdings auf etwas Wartezeit einstellen.

Cristo degli abissi – Die abgetauchte Christusstatue im Mittelmeer

Fischerdorf Portofino

Aus dem kleinen Fischerdorf Portofino östlich von Genua ist mittlerweile ein beliebter Hotspot für Stars und Sternchen geworden, der stets viel Sehenswertes bietet. Abseits der Schönen und Reichen erwartet Besucher jedoch im rund 5 Kilometer entfernten San Fruttuoso ein wahrer Schatz im Meer. Nach einer rund 2-stündigen Wanderung durch den Nationalpark Monte di Portofino erreicht man die Abtei San Fruttuoso in der gleichnamigen Bucht. Auf dessen Meeresgrund in rund 15 Metern Tiefe finden Taucher die rund 2,5 Meter hohe Christusstatue Cristo degli abissi. Diese wurde 1954 von Duilio Marcante in Gedenken an einen Tauchunfall aufgestellt. Sie besteht aus Bronze, das aus eingeschmolzenen Medaillen, Schiffsschrauben und Kirchenglocken gewonnen wurde. Die Statue gehört für Taucher aufgrund der magischen Atmosphäre am Meeresgrund zu den absoluten Highlights.

La Scala dei Turchi – Die weiße Piratentreppe

Scala dei Turchi
Blick auf Scala dei Turchi

Auch die größte Insel im Mittelmeer birgt viele außergewöhnliche Orte, die während des Italienurlaubs nicht unbesucht bleiben sollten. Sizilien charakterisiert sich besonders durch eine Landschaft vulkanischen Ursprungs. So sorgen Ätna und Co. für fruchtbare Erde und eine üppig grüne Fauna – anders als an einem Ort im Süden der Insel. Unweit der Gemeinde Realmonte befindet sich die weiße Kalksteinformation, die Scala dei Turchi, also Treppe der Türken. Das Gestein hat durch das Meer und die Winde die Form von Stufen angenommen, die dann zum Namen des Gebildes führten. Als Türken wurden früher die sarazenischen Piraten bezeichnet, die sich zwischen den Felsen versteckten, um Schutz vor Angreifern zu suchen. In einer anderen Theorie der Namensgebung wird auf die Ähnlichkeit zu den Steinformationen im türkischen Pamukkale verwiesen. Ob so oder so, die Felsen sind ein bizarres Naturschauspiel, das im Kontrast zum Rest der Insel steht.

Sacro Bosco – Der Park der Ungeheuer

Sacro Bosco Park
„Monster Paradise“ – Sacro Bosco Park

Rund 2 Kilometer von der Stadt Bomarzo entfernt, befindet sich in einem Tal ein außergewöhnlicher Ort, der Sacro Bosco („Heiliger Wald“) oder auch Parco dei Mostri („Park der Ungeheuer“) genannt wird. Seine mystische Natur erhält er durch die rätselhaften Skulpturen, die in über 30 Jahren im 16. Jahrhundert vom letzten Feudalherren Bomarzos Vicino Orisini errichtet wurden. Er widmete diese seiner Frau und Tochter. Nach seinem Tod geriet die Anlage über mehrere Jahrhunderte in Vergessenheit bis sie Mitte des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt wurde. Die völlig verwilderten und zugewachsenen Figuren wurden freigeräumt bis die imposanten Gestalten für die Öffentlichkeit besuchbar waren. Einer der ersten prominenten Schaulustigen war Salvador Dalí, dessen dort gefundene Inspiration im Gemälde „Die Versuchung des Heiligen Antonius“ aus dem Jahr 1946 wiedererkennbar ist. Nach und nach wurden auch Kunsthistoriker und Geschichtswissenschaftler auf den Park aufmerksam. Bisher ist es jedoch noch keinem gelungen, die in den Monumenten verewigten Inschriften in eine logische Interpretation der Figuren zu bringen. Vielmehr verwirren diese, als dass sie erklären. Besonders imposant sind die Frau auf der Schildkröte, der Rachen des Orcus und das schiefe Haus, die unter anderem zahlreiche Familien zum Staunen, Rätseln und Gruseln anziehen.

Giardino di Ninfa – Der paradiesische Garten

Der nächste Citytrip nach Rom sollte unbedingt in den rund eineinhalb Stunden entfernten Garten von Ninfa führen, der sich südlich der italienischen Metropole befindet. Die Grünanlage gleicht einem paradiesischen Garten Eden und wurde auf den Ruinen der mittelalterlichen Stadt Ninfa errichtet. Sie wurde sogar von der New York Times zu den schönsten und romantischsten Gärten der Welt ausgezeichnet. Besucher finden in dem 8 Hektar großen Garten eine erstaunliche Sammlung von rund 1.300 Pflanzen. Hierzu zählen unter anderem 19 verschiedene Arten Magnolia decidua, Birken, Schwertlilien und japanische Ahornbäume. Besonders der Frühling, der Kirschen- und Apfelbäume zum Blühen bringt, sorgt für ein märchenhaftes Blütenmeer. Die Rosen erklettern sich währenddessen ihren Weg entlang der Ruinen und Flüsse und machen die romantische Atmosphäre perfekt. Zudem können hier tropische Pflanzen wie Avocados und Bananen bestaunt werden. Damit die Schönheit des außergewöhnlichen Ortes erhalten bleiben kann, ist der Park nur an bestimmten Tagen von April bis Oktober geöffnet.

Civita di Bagnoregio – Die sterbende Stadt

Der nächste außergewöhnliche Ort befindet sich ebenfalls in der Nähe von Rom. Nördlich hiervon liegt auf einem Hügel hoch oben Civita di Bagnoregio mit dem Spitznamen „Die sterbende Stadt“. Dieser ergibt sich durch die steil abfallenden Schluchten, die zu allen Seiten zu finden sind. Außerdem befürchtet man durch Erdrutsche und Erosionen, dass die Stadt abstürzen wird. Da dies regelmäßig kontrolliert und nicht so schnell passieren wird, kann der Ort dennoch sicher besucht werden. Allerdings sollte man sich auf eine nicht zu unterschätzende Anreise einstellen. Der Zugang erfolgt nur über eine schmale, nicht befahrbare Fußgängerbrücke. Nichtsdestotrotz sind der dortige Ausblick und die jahrhundertealten Gebäude jede Anstrengung wert. Oben erwarten einem außerdem einige kleine Restaurants, die zum Verweilen und Energietanken einladen.

Citivia di Bagnoregio
Blick auf Civita di Bagnoregio

Haben Sie Ihr nächstes Reiseziel schon gefunden? Ob zum ersten oder wiederholten Mal – Italien bietet viele einzigartige Orte, die wohl nur hier zu finden sind. Machen Sie Ihre Reise perfekt und entdecken Sie einen der außergewöhnlichen Plätze, die Ihnen unvergessliche Urlaubserinnerungen bescheren und Sie in eine andere Welt tauchen lassen.

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Kategorie: Kunst & Kultur, Land & Leute

von

Juliane M.

Juliane ist in der Reisewelt zu Hause und bringt ihre Urlaubserfahrungen gern zu Papier. Im Süden Europas hat die kleine italienische Insel Ischia ihr Herz erobert. Am liebsten plant sie eigene kleine Rundreisen, durch die man Land und Leute noch besser kennenlernen kann.

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