Autor: Catrin George Ponciano

Geschmückte Straße zum Lissabon Stadtfest

Lissabons Stadtfest Santo António: der romantische Antonius-Tag

Das romantischste Ereignis von Lissabon findet immer am 12. Juni statt, wenn sechzehn Brautpaare vor den Altar der Kathedrale Catedral Sé de Lisboa treten. Was einst als uralter Brauch begann, ist heute ein gesellschaftliches Großereignis in der Lissaboner Kulturszene. Radio, Fernsehen, Presse, sind dabei, wenn sechzehn Paare am Antonius-Tag gleichzeitig das Ehegelübde ablegen, und damit laut Überlieferung, den Segen des Schutzheiligen der Hochzeitspaare erhalten. Eltern, Verwandte, und jede Menge Wildfremde sind außerdem dabei, wenn die in der ältesten katholischen Kirche Portugals frisch Getrauten, draußen vor dem imposanten Portal auf der Freitreppe für die Fotografen und das Familienalbum posieren. Die Luft ist erfüllt vom Lachen der Frischvermählten und vom leisen Rascheln schneeweißer Brautkleider. Es duftet nach Parfüm, die den Platz vor der ehrwürdigen Kathedrale mit Brautglück und Bräutigams Stolz bestäuben, aromatisiert von den vielen bunten Blüten der kunstvoll gebundenen Brautbouquets. Rund um die Brautpaare postieren Eltern und Geschwister, nebst Freunden und Verwandten, und alle strahlen sie im Glücksrausch von Lissabon in das Blitzlichtgewitter. Lissabons Schutzpatron Santo António de Pádua Santo António de Pádua, der Schutzheilige für …

Ansicht Palácio de Estói

Palácio de Estói an der Algarve – Römer und Rokoko

Buchstäblich ins Grüne schmiegt sich der rosarote Palast Palácio de Estói an die Terrassenhänge nördlich von Faro und ist weithin bis zur Autobahn sichtbar. Ein aristokratisches Schlösschen im Süden Portugals, ein Schwesterngebäude des rosaroten „Queluz“ Palastes in Lissabon, entworfen vom gleichen einstigen Hofarchitekten als Sommerresidenz für den Oberkommandanten der Algarve Garnison und Marine im ausgehenden 18. Jahrhundert. Der Park am Fuße des rosaroten Märchenschlösschens mit seinen prächtigen Flügeltüren, den Schornsteinen und Türmchen, fließt satt und grün, mit Orangenhainen, Granatapfelbüschen und Nussbäumen bepflanzten, gebührend breit angelegter Allee in der Mitte, als Auffahrt seicht aufwärts, und endet auf einem Platz unter schattigen Walnussbäumen an einem imposanten Brunnen. Eine Grotte begrüßt den Gast, der einst in prächtigen Kutschen die Allee heraufkutschiert wurde, am Fuße der Freitreppe ausstieg, und zu einer eisgekühlten Limonade oder einem fruchtig süßen Sorbet als Willkommensgruß in die Brunnengrotte gebeten wurde.Die mit römischen Mosaiken, portugiesischen Fliesenbildern, original Klippenfelsen von der Costa Vicentina, Muscheln aus aller Welt, und italienischen Akten aus glänzend weißem Marmor gestalteten Musenfiguren, dekorierte Höhle mit plätscherndem Brunnen, ist ein Kunstwerk der Rokoko-Epoche. …

Marktplatz von Porto Covo

Postkartenidylle in Porto Covo im Alentejo

Unter portugiesischen Wochenendausflüglern nach wie vor als Geheimtipp gehandelt, begegnet man in Porto Covo und Umgebung im Landkreis Sines kaum ausländischen Touristenscharen, die aus Reisebussen hüpfen, Fotos schießen, und weiterfahren.Dafür begegnet man überall im Naturpark Süd-West-Alentejo gut gelaunten Fahrradfahrern, Wanderern, Surfern, Spaziergängern, Reitern, Motorradfahrern und Familien, die das entspannte Flair in dem malerischen Fischerort zu schätzen wissen und den Ausflug von dort aus ausweiten und ausgedehnte Sonnenstunden an einem der dreizehn, größtenteils voll konzessionierten und mit Strandaufsicht ausgestatteten Strandbuchten südlich und nördlich von Porto Covo verbringen, oder am Strand Praia de Salto der Freikörperkultur frönen. Möchte man Porto Covo in einem Wort beschreiben, passt Postkartenidylle im buchstäblichen Sinne. Einstöckige weiß gekalkte Häuser mit blau gefassten Fenstern, und rot leuchtenden Fensterläden und Türen. Mit rötlich schraffierten Mönchsziegeln gedeckt, schmiegen sich die Häuschen wie Bauklötze geometrisch im 90° Grad Winkel zusammengerückt rund um den Marktplatz des Fischerortes, mit Parallelstraßen und schmalen Durchlässen zu den Häuserreihen dahinter. Das gesamte Örtchen im gemütlichem Schlendertempo durchschritten, drängt sich auf eine Hochplateau-Klippe über eine felsige Bucht, in der Fischerboote vor sich …

Retrosaria

Lissabon en vogue – ein nostalgischer Einkaufsbummel

En vogue war Lissabon schon im ausgehenden 18.Jahrhundert. Die elegante Unterstadt mit dem prächtigen Handelsplatz Praça de Comerçio und der Reiterstatue König D. José direkt am Tejo-Flussufer gelegen, umrahmt von seinen Palast artig erbauten Ministerien, den imposanten Arkadengängen und gekrönt vom Augusta-Triumphbogen als Tor zur Promenier-Meile mitten durch die Baixa bis zum Rossio, lädt den Besucher früher wie heute ein zu einem nostalgischen Stadtbummel. Dutzende Fachgeschäfte, spezialisiert auf Hutmachen, Kurzwaren, Stoffe, Schmuck, Fischkonserven und vieles mehr schmücken die Baixa, den Rossio, den Praça de Figueira, den Chiado, das Bairro-Alto und das Viertel Princípe Real mit Perlen erlesener und ausgefallener Produkte, allesamt hergestellt in Portugal. Zusammengefasst sind diese Geschäfte in Lissabon zu einem exklusiven Shopping-Kosmos und mit einem eigenen Messingschild gekennzeichnet als „Loja com História“ – übersetzt mit Geschäft mit Geschichte. Diese Geschäfte spiegeln jedes einzelne den Stolz des Einzelhandels der altehrwürdigen Metropole wider. Ganze Familien, oft mehrere Generationen lang, begründen ihre Existenz als Hutmacher, Goldschmied, Schneidermeister, Kesselflicker, Feinkosthändler, Puppendoktor, etc., und kreieren mit ihrem Familiennamen ureigene Markenprodukte und Dienstleistungen, die für Qualität bürgen. Eine charmante …

Ausblick über Loulé

Osterlaune in Loulé – ein Spaziergang durch das Algarve-Städtchen

Die Fidelität des gewachsenen Marktplatzes spürt man bereits am Kreisverkehr vor der Markthalle. „Glückliche Leute beim Tanzen“ heißt die zehn Meter hohe Skulptur mitten im Springbrunnen an der Prachtallee von Loulé. Der Blick durch den Ring mit dem tanzenden Pärchen obenauf und die Statuette eines Akkordeonspielers zu ihren Füßen ist gleichzeitig der Eintritt in die Altstadt. Wie alle Städte in der Algarve, atmet Loulé Nostalgie ein und Moderne aus, erzählt auf einem Spaziergang von über tausend Jahren Zeitgeschichte und überrascht hinter jeder Straßenecke wieder mit Romantik, Straßenkunst und grünen Oasen. Das Stadtbild im Zentrum ist geprägt von Wehrtürmen, Burgmauern und Stadttoren, von Kirchen, Klöstern und Kapellen, von prächtigen Palais und Kaufmannshäusern, von engen Gassen und lauschigen Plätzen. Abseits der Küste gelegen, diente der Standort bereits in der Antike als Handelsplatz zwischen dem Landesinneren und der Küste. So überrascht es kaum, dass der Herzschlag der Stadt auch 2000 Jahre später rund um die Markthalle pulsiert. Die Markthalle von Loulé Neo-Maurisch inspiriert, bietet die orientalisch anmutende Markthalle Mercado de Loulé mit ihren vier Hufeisenförmigen Eingängen von montags …