Autor: Catrin George Ponciano

Wegweiser Küstenwanderung Algarve

Algarve Küstenwanderung – Bilderbuchweg über sieben Klippen

Spaziergänger aus 153 Ländern haben die knapp sechs Kilometer lange Algarve Küstenwanderung Sete Vales Suspensos entlang der weltberühmten Sandsteinfelsen an der Küste von Carvoeiro und Porches im Landkreis Lagoa an der südlichen Algarve in diesem Jahr zur Siegerin des Wettbewerbes zu den European Best Destinations gekürt. Wohl verdient! An keinem weiteren Küstenabschnitt in Portugal vereint sich derart intensiv die Sehnsucht der Reisenden nach Meer mit der Sehnsucht der Seefahrer nach Wegen auf dem Meer, in der Unendlichkeit des Universums zwischen Himmel und Meer, eingebettet in wildwüchsige Flora auf erhabener Höhe bizarrer Klippenformationen, wie hier. Wie stumpfe Zähne recken sich die von Wellen und Wind gegerbten Felsen Ingwer gelb und Siena rot aus dem Blau des Ozeans empor, formen sich zu Brücken und Toren über Strandbuchten hinweg, schlängeln sich Sandsteinfelsen zwischen Land und Ozean Kilometerlang dahin, unterbrochen von feinpudrigen Sandstränden, geschützt in tiefliegenden Buchten, die die Klippen überall wieder unterbrechen. Seit Urzeiten höhlt das Meer am Fuße der Klippen saalähnliche Grotten in den weichen Sandstein, drängen Trichtergrotten, sogenannte Algares, wie Brunnenschächte durch den Felsen und spülen …

Altstadt von Sintra

Ausflug mit dem Zug von Lissabon nach Sintra

Spätestens seit dem Roman und gleichnamigem Film „Nachtzug nach Lissabon“ ist der ehemalige Hauptbahnhof von Lissabon, Estação Central Rossio, weltberühmt. Von dort gelangt man in vierzig Minuten Fahrtzeit mit dem Nahverkehrszug nach Sintra Endstation Rossio, alles aussteigen, lautet die Durchsage bei Ankunft in dem sechsgleisigen Bahnhof im dritten Stock des wohl emblematischsten Bauwerks in der Innenstadt der Portugiesischen Metropole. Acht hufeisenförmige Tore entlassen und empfangen täglich Tausende Pendler und Touristen, die mit der Rolltreppe die Gleis Etage erreichen. Die neo-manuelinische Fassade am Bahnhof Rossio, mit dem kunstvoll in Stein gemeißelten Uhrenturm und dem Emblem des letzten Königs von Portugal, zählt zu den Wahrzeichen Lissabons. Seit bald 130 Jahren ist der einstige Hauptbahnhof im Herzen der Landeshauptstadt bereits in Betrieb und bringt seither Reisende und Pendler mitten in die Stadt. Nach vier Jahren Bauzeit wurde der Bahnhof 1890 in Betrieb genommen und war an die Internationale Süd-Express-Strecke angebunden, die Paris mit Lissabon via Madrid verband. Durch den 2,6 Kilometer langen Tunnel, der die Innenstadt mit dem Stadtteil Campolide verbindet, fahren heute nur noch Nahverkehrszüge Richtung Suburbien …

Blick auf die Stadt Moura

Stille Dörfer am großen See – Ausflug an den Alqueva-Stausee im Alentejo

Der Rio Guadiana Fluss ist die Lebensader des Alentejo und speist den größten Stausee in Europa. Die stillen Dörfer rund um die Talsperre am „großen See“ versprühen eine ureigene Mystik und laden abseits aller Touristenrouten zum Erkunden ein. Die Straße endet im Wasser. Eine merkwürdige Stimmung begleitet den Blick über die Wasseroberfläche, und er verharrt dort, wo einst die Straße endete. Im Bauerndorf Luz. „Selbst 15 Jahre später ist es ungewohnt in einem Haus zu leben, das meinem Haus gleicht, aber doch nicht meines ist“, sagt Senhor Joaquim, einer der ältesten Anwohner im neuen Dorf Luz an der Talsperre Barragem de Alqueva, und er weiß wovon er spricht. Denn er ist im „alten“ Luz geboren und hat die Hälfte seines Lebes dort verbracht. Mammutprojekt Alqueva-Stausee Der im Volksmund „große See“ genannte Stausee gilt für die Anwohner der Gegend als ein Mythos. Niemand hat damals daran geglaubt, dass dieses Mammutprojekt für Wasser- und Stromversorgung Realität wird, schließlich begleitet der Bau des größten Stausees in Europa die Geschichte des Alentejo seit 50 Jahren. Heute misst der Alqueva-Stausee …

Flamingos Zoo Lagos

Algarve mit Kindern – die besten Ausflugstipps für Familien

Klar! Urlaub an der Algarve mit Kindern bedeutet schwimmen, schnorcheln, Muschelschalen suchen und Strandburgen bauen. Außerdem kann man ausgelassen Fußball, Softball, Federball spielen, malerische Sonnenuntergänge fotografieren, Spaziergänge am Strand im Morgengrauen unternehmen und die ersten Fußspuren des Tages im Sand hinterlassen. Doch was, wenn das Wetter einmal nicht mitspielt und kein Bade- und Strandwetter herrscht? Hier kommen die besten Algarve-Ausflugstipps für Familien. Über 200 Strandbuchten an der Algarve locken mit Aktivitäten am Strand und im Sand. Für das Abenteuer zwischendurch, wenn der Wind kühler bläst, bieten Themenparks im Landesinneren eine Menge Abwechslung. Besuch im Naturpark Ria Formosa/ Quinta de Marin bei Olhão In der Fischerstadt Olhão im Osten der Algarve wartet ein Wald direkt am Meer auf Erkundung. Der Park heißt Quinta de Marim und grenzt an das Ufer in der Lagunenlandschaft Ria Formosa. Der Rundgang durch den Wald und die Marschlandschaft führt vorbei an Schirmpinien, deren Baumkronen wie riesige aufgeklappte Sonnenschirme wachsen, und an Korkeichen, deren Stämme rot bis braun glänzen, je nachdem wann der Kork zuletzt geerntet wurde. Nach einem gemütlichen Spaziergang entlang …

Algarve Bootsausflug mit Ophelia

Bootsausflüge an der Algarve – ein Erlebnisbericht von Bord aus Kinderaugen

Die Algarve-Küste hat zwei Seiten. Den Westen und den Osten. Ungefähr in der Mitte landet man, wenn man mit Mama und Papa nach Portugal an den Atlantischen Ozean fliegt. Der Flughafen und die Stadt heißen Faro. Von dort aus Richtung untergehende Sonne nach Westen steigen orangerote, ingwergelbe, und grau schraffierte Klippen aus dem Meer empor, unterbrochen von langen Sandbuchten, und kleineren Felsbuchten. Das ist die Felsen-Algarve. In die andere Richtung geht es durch die Algarve bis nach Spanien gen Osten, wo die Sonne morgens aufgeht. Das Ufer bleibt flach und sandig, deswegen nennt man die Ost-Algarve auch Sand-Algarve. Und wer sich die beiden Küstenseiten einmal ganz genau anschauen möchte, unternimmt am besten einen Ausflug mit dem Boot. An Bord gehen kann man in Orten mit Hafen. Zum Beispiel an der Felsen-Algarve in Alvor. Algarve Bootsausflug ab Alvor Kapitän Luis Lourenço unternimmt seit 22 Jahren Ausflüge für Urlauber und eine Tour speziell für junge Gäste. Mit einer Motoryacht geht es los zur Abenteuerfahrt durch die Lagune Richtung Meer und am Strand von Alvor entlang Richtung Osten …

Korkeiche Portugal geschält

Korkernte in Portugal – alle Jahre wieder ziehen Korkeichen ihre „roten Strümpfe“ an

2018 zum Baum des Jahres gewählt, gehört die Korkeiche in Portugal zur nationalen Kulturidentität, schenkt den Waldarbeitern jedes Jahr wieder Arbeit und Salär, und den Enkeln des Waldbesitzers eine solide nachhaltige Existenz Innehalten, die leise Musik der Natur genießen. Der Ruf des Ähers. Das Rauschen des Windes in den Baumkronen der Schirmpinien und Zedern. Ein Bach gluckst irgendwo in der Nähe. Bienen summen geschäftig im Rosmarinbusch. Der Wald ruht. Bis ein fremdes Geräusch ertönt. Plop. Dem Geräusch folgend, führt ein schmaler, kaum ausgetretener Pfad fort vom Hauptweg direkt in den Wald hinein, im Slalom zwischen Bäumen hindurch, scheinbar ins Nirgendwo, bergauf, bergab, bis zu einem Hügel, an deren steil abfallenden Hängen, Korkeichen stehen. Knorrige, dick gewachsene Bäume, mit einer wie zu einer Gabel gespaltenen Ast Krone, deren Äste sich aufspreizen und ausbreiten zu einem riesigen Schirm. Sonnenschirm heißt dieser Baum in Portugal. Sobreiro. Unter einem Medronho-Busch steht eine Kühltasche. Kalte Getränke und eine leichte Mahlzeit für die drei Männer, die seit Sonnenaufgang hier im Wald arbeiten und die Stämme der mächtigen Korkeichenbäume an den steilen …

Blick über Monsaraz im Alentejo

Monsaraz – Märchenburg aus Schieferstein im Herzen des Alentejo

Auf einer Fahrt durch den unteren Alentejo verliert sich der Blick am Horizont. Zwischen Ortschaften und Dorfweilern liegen Dutzende Kilometer, die Nationalstraße N2 schiebt sich fast schnurgeradeaus durch die Kornkammer Portugals. Rechts und links von der Straße breiten sich sanfte Hügel in der Landschaft aus. Jetzt, im Sommer schwingen Ährenköpfe und Wildgräser im seichten, warm pustenden Wind hin und her, verwandeln ingwergelbe Getreideteppiche, in wallende Wogen. Im Schatten mächtiger Korkeichen-Laubschirme ruhen Rinder und harren der Hitze, eine Schafherde drängelt sich unter einen anderen Baum. Die Luft flirrt, die Erde glänzt siena-rot. Das Ziel lautet Monsaraz, eine alte Ritterburg, erbaut aus Schieferstein auf der Kuppe eines Hügels mit Aussicht nach Spanien, und auf das flache weitläufige Tal zwischen den Hochebenen zu beiden Seiten der Landesgrenze, die hier im unteren Alentejo mitten durch den Stausee Barragem do Alqueva verläuft. Stausee Barragem do Alqueva im Alentejo Hunderte mit Süßwasser aus dem gestauten Fluss Rio Guadiana befüllte Seitenarme breiten sich in der größten Talsperre Europas aus wie feine Kapillare hinein in die flache Landschaft und verleihen dem Stausee und …

Geschmückte Häuser in Lissabon

Lissabons Stadtfest Santo António: der romantische Antonius-Tag

Das romantischste Ereignis von Lissabon findet immer am 12. Juni statt, wenn sechzehn Brautpaare vor den Altar der Kathedrale Catedral Sé de Lisboa treten. Was einst als uralter Brauch begann, ist heute ein gesellschaftliches Großereignis in der Lissaboner Kulturszene. Radio, Fernsehen, Presse, sind dabei, wenn sechzehn Paare am Antonius-Tag gleichzeitig das Ehegelübde ablegen, und damit laut Überlieferung, den Segen des Schutzheiligen der Hochzeitspaare erhalten. Eltern, Verwandte, und jede Menge Wildfremde sind außerdem dabei, wenn die in der ältesten katholischen Kirche Portugals frisch Getrauten, draußen vor dem imposanten Portal auf der Freitreppe für die Fotografen und das Familienalbum posieren. Die Luft ist erfüllt vom Lachen der Frischvermählten und vom leisen Rascheln schneeweißer Brautkleider. Es duftet nach Parfüm, die den Platz vor der ehrwürdigen Kathedrale mit Brautglück und Bräutigams Stolz bestäuben, aromatisiert von den vielen bunten Blüten der kunstvoll gebundenen Brautbouquets. Rund um die Brautpaare postieren Eltern und Geschwister, nebst Freunden und Verwandten, und alle strahlen sie im Glücksrausch von Lissabon in das Blitzlichtgewitter. Lissabons Schutzpatron Santo António de Pádua Santo António de Pádua, der Schutzheilige für …

Ansicht Palácio de Estói

Palácio de Estói an der Algarve – Römer und Rokoko

Buchstäblich ins Grüne schmiegt sich der rosarote Palast Palácio de Estói an die Terrassenhänge nördlich von Faro und ist weithin bis zur Autobahn sichtbar. Ein aristokratisches Schlösschen im Süden Portugals, ein Schwesterngebäude des rosaroten „Queluz“ Palastes in Lissabon, entworfen vom gleichen einstigen Hofarchitekten als Sommerresidenz für den Oberkommandanten der Algarve Garnison und Marine im ausgehenden 18. Jahrhundert. Der Park am Fuße des rosaroten Märchenschlösschens mit seinen prächtigen Flügeltüren, den Schornsteinen und Türmchen, fließt satt und grün, mit Orangenhainen, Granatapfelbüschen und Nussbäumen bepflanzten, gebührend breit angelegter Allee in der Mitte, als Auffahrt seicht aufwärts, und endet auf einem Platz unter schattigen Walnussbäumen an einem imposanten Brunnen. Eine Grotte begrüßt den Gast, der einst in prächtigen Kutschen die Allee heraufkutschiert wurde, am Fuße der Freitreppe ausstieg, und zu einer eisgekühlten Limonade oder einem fruchtig süßen Sorbet als Willkommensgruß in die Brunnengrotte gebeten wurde.Die mit römischen Mosaiken, portugiesischen Fliesenbildern, original Klippenfelsen von der Costa Vicentina, Muscheln aus aller Welt, und italienischen Akten aus glänzend weißem Marmor gestalteten Musenfiguren, dekorierte Höhle mit plätscherndem Brunnen, ist ein Kunstwerk der Rokoko-Epoche. …

Marktplatz von Porto Covo

Postkartenidylle in Porto Covo im Alentejo

Unter portugiesischen Wochenendausflüglern nach wie vor als Geheimtipp gehandelt, begegnet man in Porto Covo und Umgebung im Landkreis Sines kaum ausländischen Touristenscharen, die aus Reisebussen hüpfen, Fotos schießen, und weiterfahren.Dafür begegnet man überall im Naturpark Süd-West-Alentejo gut gelaunten Fahrradfahrern, Wanderern, Surfern, Spaziergängern, Reitern, Motorradfahrern und Familien, die das entspannte Flair in dem malerischen Fischerort zu schätzen wissen und den Ausflug von dort aus ausweiten und ausgedehnte Sonnenstunden an einem der dreizehn, größtenteils voll konzessionierten und mit Strandaufsicht ausgestatteten Strandbuchten südlich und nördlich von Porto Covo verbringen, oder am Strand Praia de Salto der Freikörperkultur frönen. Möchte man Porto Covo in einem Wort beschreiben, passt Postkartenidylle im buchstäblichen Sinne. Einstöckige weiß gekalkte Häuser mit blau gefassten Fenstern, und rot leuchtenden Fensterläden und Türen. Mit rötlich schraffierten Mönchsziegeln gedeckt, schmiegen sich die Häuschen wie Bauklötze geometrisch im 90° Grad Winkel zusammengerückt rund um den Marktplatz des Fischerortes, mit Parallelstraßen und schmalen Durchlässen zu den Häuserreihen dahinter. Das gesamte Örtchen im gemütlichem Schlendertempo durchschritten, drängt sich auf eine Hochplateau-Klippe über eine felsige Bucht, in der Fischerboote vor sich …