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Bootsausflüge an der Algarve – ein Erlebnisbericht von Bord aus Kinderaugen

Algarve Bootsausflug mit Ophelia

Die Algarve-Küste hat zwei Seiten. Den Westen und den Osten. Ungefähr in der Mitte landet man, wenn man mit Mama und Papa nach Portugal an den Atlantischen Ozean fliegt. Der Flughafen und die Stadt heißen Faro. Von dort aus Richtung untergehende Sonne nach Westen steigen orangerote, ingwergelbe, und grau schraffierte Klippen aus dem Meer empor, unterbrochen von langen Sandbuchten, und kleineren Felsbuchten. Das ist die Felsen-Algarve. In die andere Richtung geht es durch die Algarve bis nach Spanien gen Osten, wo die Sonne morgens aufgeht. Das Ufer bleibt flach und sandig, deswegen nennt man die Ost-Algarve auch Sand-Algarve. Und wer sich die beiden Küstenseiten einmal ganz genau anschauen möchte, unternimmt am besten einen Ausflug mit dem Boot. An Bord gehen kann man in Orten mit Hafen. Zum Beispiel an der Felsen-Algarve in Alvor.

Algarve Bootsausflug ab Alvor

Kapitän Luis Lourenço unternimmt seit 22 Jahren Ausflüge für Urlauber und eine Tour speziell für junge Gäste. Mit einer Motoryacht geht es los zur Abenteuerfahrt durch die Lagune Richtung Meer und am Strand von Alvor entlang Richtung Osten vorbei am Strand Trés Irmãos. Unterwegs könnt ihr, mit Badesachen angezogen und mit Rettungsweste bekleidet, umsteigen in einen Schwimmring und euch an einer Leine hinter dem Boot über die Wellen herziehen lassen. Das hüpft ganz schön auf und ab und macht richtig viel Spaß. Im gemächlichem Slalom steuert der Skipper die Motoryacht von Bucht zu Bucht an Sandsteinfelsen, die wie Kegel oder Schildkrötenpanzer im Meer stehen vorbei.  

Boot an der Algarveküste

Die zerklüfteten Felsenriesen sehen wie Tierfiguren und irgendwie gestreift aus. Fast so, als hätte sie jemand mit Linien angemalt. Oben sind sie Lehm rot, in der Mitte strohgelb, unten grau. Das sind die geologischen Lebenslinien der Algarve-Küste. Diese Steinfalten zeigen uns das Alter der Algarve-Küste, die vor mehr als 30 Millionen Jahren hier entstanden ist. Ein Gemälde unserer Erdengeschichte. Weiter unten liegen die Falten enger, die Oberfläche ist übersäht mit fossilen Muschelschalen, der Stein ist dunkler als oben und verrät, wie hoch der Tidehub an der Küste ist. Tidehub heißt der Abstand des Wasserspiegels zwischen den Gezeiten Ebbe und Flut. Wenn das Meer anrollt und Flut bringt, steigt der Meeresspiegel und verdeckt den dunklen Teil der Klippen. Wenn Ebbe herrscht liegt der Sockel der Klippen frei.

Klippen Algarveküste

In den Felsnischen entlang der Felsen nisten Vögel. Möwen, Wildtauben, Meeresschwalben. Manchmal sitzen auch Kormorane auf den Felsvorsprüngen, breiten ihre schwarzen Flügel aus und lassen den Wind durch ihr Gefieder pusten. Die Vögel kann man prima beobachten dank der Ferngläser an Bord.

Algarve Bootsausflüge können bequem mit Ihrer OLIMAR Urlaubsreise hinzugebucht werden. An Bord der „Ophelia“ beispielsweise lernen Sie „Europas schönste Küste“ von der Seeseite aus kennen. Von Portimão geht die Fahrt in westliche Richtung entlang der zerklüfteten Küste bis zu den berühmten Felsformationen von Algar Seco. Per Beiboot erleben Sie die Grotten hautnah. Anschließend bleibt genügend Zeit für Schwimm- und Schnorchelpausen. Am Strand wird ein leckeres Strandbarbecue zubereitet. Auf unserer Themenseite Algarve Urlaub finden Sie alle weiteren Infos zu diesem und weiteren Ausflügen.

Der Bootsausflug geht weiter bis in eine ruhige Bucht. Jetzt wird geankert. Wer sich traut, springt direkt vom Boot ins Meer und schwimmt mit dem Skipper und mit Mama oder Papa bis in die Grotte, in der sich das Wasser an der Decke der Höhle spiegelt. Am Nachmittag, wenn die Sonne bereits tiefer steht, leuchtet das Wasser in der Grotte wie ein Smaragd, so grün, am Nachmittag türkis, und am Vormittag blau wie Tinte. Bei Ebbe kann man sogar bis auf die Sandbank in die Höhle klettern und dort nach Muschelschalen als Souvenir suchen.

Boot Algarveklippen
Per Bootsausflug an der Algarve in Grooten

Das Meer ist in den Buchten rund um Praia de Vau nicht besonders tief, das Wasser kristallklar, so dass man den Meeresgrund mit bloßem Auge erkennt. Noch spannender ist es, den Meeresboden mit einer Taucherbrille auf der Nase und mit Schnorchel, beides aus der Schatztruhe für Kinder an Bord, zu erkunden. Mit etwas Glück läuft ein Krake auf seinen acht Tentakel-Beinen vorbei, oder ein Einsiedlerkrebs trägt sein geborgtes Schneckenhaus durch die Gegend. Meeräschen kommen in kleinen Schwärmen vorbei, schrecklich neugierig, aber völlig harmlos.

Schwimmen, schnorcheln, erkunden. All das macht Durst. Zurück an Bord gibt es deshalb Saft für alle, bevor der Skipper wieder Kurs auf den Hafen nimmt. Noch einmal saust das Boot vorbei an all den Grotten und Klippen, die man jetzt ein bisschen besser kennt, und ehe man sich versieht, sind drei Stunden vergangen.

Algarve Bootsausflug ab Olhão

An der Sand-Algarve sticht man in der Fischerstadt Olhão in See. Das Ziel ist die Lagune Ria Formosa. Ein Naturparadies und Wasserschutzgebiet, das sich sechzig Kilometer weit entlang der Küste in der östlichen Algarve ausbreitet. Mehrere bewohnte, und noch mehr unbewohnte Inseln heben sich dort aus dem Wasser wie kleine Hügel. Viele Kilometer lange, meistens menschenleere Dünenstrände rahmen die Inseln ein in der Lagune sowie auf der anderen Seite der Inseln am Meer. Hier kann man gerne verweilen, vielleicht ein Picknick machen, im Sand spielen, nach Muscheln graben.

Blick auf die Ria Formosa Algarve
Boot Ausblick Algarve

Oder gemeinsam mit den anderen Kindern, ihren Eltern, und dem Skipper, über die Insel auf die andere Seite zum Meeresufer wandern. Unterwegs kann man mucksmäuschenstill im Seegras verborgen verschiedene Vögel mit einem Fernglas beobachten. Mit viel Glück erhascht man den Blick auf einen Löffler mit seinem merkwürdigen, wie ein Löffel geformten Schnabel, der diesem weißen großen Vogel mit den langen Beinen seinen Namen schenkt. Oder Muscheln sammeln. Wunderschön gewundene Meerschneckenhäuser und Jacobmuschelschalen liegen überall im Sand verborgen und tausende Perlmutt Muschel-Gehäuse, aus denen man Ketten basteln kann. Die Kleinen können riesige Sandburgen bauen und gemeinsam mit Mama und Papa ausgelassen im flachen, von der Sonne erwärmten Wasser im Priel plantschen.

Das Seegras in der Ria Formosa funktioniert übrigens wie ein Wald und wandelt verbrauchte Luft in frische Luft um. Bei Ebbe kommen große Seegras-Wiesen zum Vorschein, die bei Flut alle mit Wasser überschwemmt sind. Aber nicht nur Seegrasweiden tauchen aus der Flut auf, sobald das Wasser sich zurückzieht. Austernbänke, Muschelfarmen, Strandgut, an dem sich die großen schwarz glänzenden Miesmuscheln mit ihren Bärten festhalten, sieht man bei einer Bootsfahrt bei Ebbe.

Auf den Sandbänken arbeiten Männer und Frauen, vorne über gebückt, buddeln sie mit beiden Händen im Sand auf der Suche nach Schaltieren. So nennt man die essbaren Muscheln, weil ihr Kern von fester Schale geschützt wird. Die tägliche Ausbeute verkaufen die Muschelbauern auf dem Fischmarkt in Olhão und verdienen sich damit ihren Lebensunterhalt. Arbeiten können sie aber nur bei Ebbe, denn bei Flut sieht man nichts von ihren Muschelfeldern und dann kann auch niemand dorthin laufen und im Sand graben.

Auf der Insel Ilha da Culatra steht ein Dorf. 400 Familien leben auf „ihrer“ Insel das ganze Jahr. Sie arbeiten alle im Fischfang oder als Muschelbauern. Man nennt sie Culatrense. Die Frauen der Insel arbeiten alle mit und helfen ihren Männern beim Fischfang und vor allem auf den Muschelbänken.  Am anderen Ende der Insel Culatra liegt der Ort Farol. Dort steht ein Leuchtturm. Er heißt Santa Maria, ist 55 Meter hoch, und im August kann man ihn jeden Tag von Montag bis Freitag besuchen, sonst nur Mittwoch nachmittags. Aufgepasst! Es sind 222 Stufen bis hinauf in den roten Turm, von wo aus man eine tolle Aussicht hat.

Leuchtturm in Ria Formosa

Zurück Richtung Festland dreht der Skipper noch eine Runde vorbei an den Meersalzsalinen. Bei ruhigem Seegang darf jeder einmal ans Steuerrad und das Boot steuern. Vorbei an der Gezeitenmühle, wo früher große Mühlsteine mit Meerwasser angetrieben Getreide zu Mehl mahlten, und durch den Fischerhafen, wo vor allem am Vormittag tausende Möwen in der Luft herumschwirren und mit ihrem Geschrei ein ohrenbetäubendes Spektakel veranstalten, erreicht man den Anlegesteg in Olhão.

Algarve Strandurlaub mit blauer Flagge

Sandburgen bauen, Muschelschalen sammeln, schnorcheln, plantschen, toben. Schwimmen an einem der 88 von insgesamt 352 in Portugal mit Blauer Flagge als Gütesiegel für die Wasserqualität ausgezeichneten Strandbuchten, in dem 2019 erneut zum besten Strandparadies in Europa gekürten Reiseziel Algarve, gibt ein sicheres Gefühl. Die Auszeichnungen bürgen für Strandurlaub mit Gütesiegel. Darüber hinaus sind sämtliche konzessionierten Strände an der Algarve mit Strandbars und/oder Restaurants, Parkplatz, Sonnenliegen, sanitären Anlagen, sowie durchgehend mit Rettungsschwimmerstationen und Rettungswacht ausgestattet. An größeren Stränden markieren außerdem Bojen einen eigenen Wassersport-Bereich, dort kann man ein Tretboot oder Kajaks mieten, Banana-Boot fahren, oder es mit einem Paddelboard in die Wellen vor der Uferlinie probieren. Jeden Tag wartet ein neues Abenteuer auf euch! Na dann – Vamos para o Algarve! Hier geht’s zur Themenseite Badeurlaub an der Algarve mit zahlreichen weiteren Infos und Angeboten.

Strand Carvoeiro Algarve
Caneiros Strand Algarve
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Kategorie: Aktiv & Natur

von

Catrin George Ponciano

Die freischaffende Autorin lebt seit 1999 in der Algarve. Ihre Leser nimmt sie mit gewachsenem Insider-Wissen und großer Liebe zum Land mit auf eine Gedankenreise durch Portugal. Für den OLIMAR-Reiseblog stellt sie Erkundungstouren durch Lissabon, in den Alentejo, und in die Algarve vor. Hier geht's zu ihrer Autoren-Webseite.

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