Aktiv & Natur
Schreibe einen Kommentar

Biken in den Bergen Kataloniens

Nationalpark Aigüestortes Spanien

Eine Radtour in den katalanischen Pyrenäen begleitet von Radprofi Gerard ist ein echter Genuss. Die Touren rund um die Bergdörfer machen richtig Spaß. Nur für das Highlight, den Nationalpark Aigüestortes, müssen die Bikes draußen bleiben.

Training am See Ivars

Weite Fläche soweit das Auge reicht. Auf den Ästen toter Bäume sonnen sich Haubentaucher und Rohrsänger. Im Wasser schwimmen fette Karpfen. Und an der Hütte für Vogelbeobachtungen haben Biker ihre Räder abgestellt und stellen fest: Es ist Oktober, die Störche sind schon weiter nach Süden gezogen.

Uns dagegen zieht es nach Norden. Mitten in die Bergwelt der katalanischen Pyrenäen. Und dafür ist so ein Aufwärmtraining am Ivars-See ziemlich gut. Der Estany d’Ivars ist zwar der größte Binnensee Kataloniens, aber mit dem Fahrrad hat man ihn nach gut sechs Kilometern umrundet. Die Tour ist flach und vor allem mit dem E-Bike leicht. Doch weiter oben, ab Pobla de Segur, geht es zur Sache.

Sagrada Familia Barcelona

Guide Gerard aus der katalanischen Stadt Vic ist unser Begleiter. Wir waren nach Barcelona geflogen und hatten nach einer Übernachtung und Visite der Sagrada Familia das unternommen, was Barcelonesen selber gerne tun: Frische Pyrenäenluft schnuppern auf einer Fahrradtour.

Touren ab Pobla de Segur

Pobla de Segur, eine kleine Gemeinde am Fuß der Pyrenäenberge, ist ein besonders schöner Startpunkt für Touren durch die Katalanischen Pyrenäen. Der Bergort, in dem der Fußballer Carles Puyol zur Welt kam, hat einen Bahnanschluss und vor allem ein wunderbares Museum, in dem Groß und Klein einen Überblick über die Natur bekommen. Über die Birken, Waldkiefern und Tannenwälder, durch die wir gleich mit Gerard fahren werden, während am Wegrand die Dohlen mit ihren gelblichen Schnäbeln aufflattern. Über die Steinadler im nahen Nationalpark Aigüestortes und über die Dörfer und Quellen, die wir besuchen werden.

Gerards Team

Gerard hat uns E-Bikes zur Verfügung gestellt, mit Bosch-Antrieb, jedes einzelne Rad rund 10.000 Euro teuer. Und auch wenn wir geübte Radfahrer sind, die guten Wege zu den umliegenden Orten Torallola und Sensui haben ganz ordentliche Höhenunterschiede. Wir schalten gleich mal auf „Sport“.

Vor 65 Millionen Jahren war es zur sogenannten Alpinischen Gebirgsbildungsphase gekommen, deren Ergebnis wir heute per Rad erkunden – mit den hohen Gipfeln der Provinzen Huesca und Lleida zur rechten.

Huesca Spanien
Die an Katalonien angrenzende Provinz Huesca im Aragón

Jetzt stehe ich mit meinem Guide am Wegrand und trinke erst einmal einen Schluck aus dem eiskalten, glasklaren Quellwasser. Der Katalane, der wie seine Kollegen hervorragend Englisch spricht, sagt: „Weißt Du Tobias, das Tolle hier sind die Bergpässe, die verkehrsarmen, gut ausgebauten Straßen, das gute Wetter von April bis Oktober, und natürlich unsere wunderbare Gastronomie“. Er reicht mir ein Stück Fuet-Wurst und witzelt: „Du bist übrigens nicht der älteste Kunde, den ich je begleitet habe. Der Jahrgang 1946 war auch schon dabei. Wir haben für alle etwas im Angebot, für Anfänger und Profis, für Jung und Alt“.

Wasserfall im Nationalpark Aigüastortes
Wasserfall im Nationalpark Aigüastortes

Gerard und sein Team bieten verschiedene Touren an. Sie kümmern sich dabei nicht nur um die professionelle Begleitung im modernen Transporter-Bus, sondern reservieren auch die urigsten Restaurants und die Bergunterkünfte. Und das zu Preisen, von denen man in den Alpen nur träumen kann. Ihr Ruf ist so gut, dass sogar das Katalanische Fremdenverkehrsamt in Frankfurt die Dienste in Anspruch nimmt.

Am Routenrand

Nach der vierstündigen Tour hat das Team Gerhard Hunger, es gibt Snacks und Getränke. Später kommen wir an dem Bergort Salàs de Pallars vorbei, einem der schönsten Bergdörfer der Provinz Lleida. Eine Visite macht schon deshalb Spaß, weil rund um den Hauptplatz buchstäblich alles noch aussieht wie vor 100 Jahren.

Der Friseursalon, die Apotheke, der Tante-Emma-Laden sind nicht zum Haare schneiden, Aspirin oder Seife kaufen da. Vielmehr zeigen sie als Minimuseen die Produkte und Gerätschaften aus einer Zeit, als das Leben in den Hochpyrenäen zwar hart war, es aber schon Zigarren aus Kuba gab.

Biken und Sightseeing machen hungrig. Und so kommen wir gegen 14 Uhr zur typischen Mittagsesszeit in Spanien in ein wunderbares Restaurant am See: Im Restaurant Terradets probieren wir Schnecken, die Nudelpaella Fideuà und trockenen Rotwein aus der Traube Pinot Noir. Gerard stellt sich nun auch noch als kulinarischer Fachmann heraus: „Die katalanische Küche lebt von Olivenöl und Wein im Überfluss. Und ich selber liebe unser typisches Brot mit Tomate und Wurst und die leckeren Bohnen aus Santa Pau.“

Guide Gerard in Aktion

Zu Fuß durch Aigüestortes

Nur ist ausgerechnet das Highlight der katalanischen Pyrenäen für Radfahrer tabu: Der Nationalpark Aigüestortes etwas weiter oberhalb. Besuchen sollte ihn trotzdem, wer vor Ort ist. Wegen seiner über 300 Bergseen heißt die geschützte Region „Ort der gewundenen Wasser“.
Auch für Biker.

Aigüestortes Spanien

Einer der besten Ausgangspunkte ist Boi, wo Victoria herkommt. Aigüestortes ist ein regelrechter Kräutergarten: im Frühjahr blühen Enzian und blaue Glockenblumen. Und ganzjährig sind hier Rebhühner, Füchse, Steinadler und Gänsegeier unterwegs. Etwa sechs Stunden sind es von Boi bis zum Bergsee Estany Llong und zurück. Eine wunderbare Wandertour.

OLIMAR Tipp

Wie schon erwähnt, hat Katalonien nicht nur für Fahrrad-Fans einiges zu bieten – auch Gourmets und Weinliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten. Sehr zu empfehlen ist da zum Beispiel das HOTEL PARADOR DE LLEIDA. Dieses Hotel in einem ehemaligen Kloster aus dem 17. Jahrhundert punktet nicht nur mit historischer Atmosphäre sondern auch mit einem herrlichen Ausblick auf die Stadt und die Ebene der Region Segre. Neben zahlreichen Kellereien lassen sich hier auch ein interessanter botanischer Garten und die Kathedrale sowie die schöne Altstadt erkunden. Selbstverständlich ist auch die große Metropole Kataloniens Barcelona ein Muss. Ganz in der Nähe des Jachthafens Port Vell und unmittelbar fußläufig erreichbar von den berühmten Ramblas befindet sich das HOTEL H10 Port Vell. In der warmen Jahreszeit lockt dieses moderne Hotel mit Panoramablick bis zum Olympiahafen außerdem mit einer Dachterrasse mit Sonnenliegen und kleinem Plansch-Pool.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert