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Faszination Fátima – Portugals wichtigster Wallfahrtsort

Fátima Hauptplatz

In Zentralportugal erwartet Sie mitten im Nirgendwo ein spiritueller Ort mit weltweiter Strahlkraft: Fátima gilt als einer der wichtigsten Wallfahrtsorte der katholischen Welt. Millionen von Gläubige pilgern Jahr für Jahr zu dem gigantischen Heiligtum und erhoffen sich die Heilung ihrer Krankheiten und göttlichen Segen. Und so kommt es, dass das kleine Städtchen in der Mitte Portugals heute zu einem der meistbesuchten Orte des gesamten Landes gehört.


Das unaufgeregte Leben des unscheinbaren Dorfes Fátima fand 1917 sein jähes Ende. Der Überlieferung nach erschien in diesem Jahr am 13. Mai die Jungfrau Maria drei Hirtenkindern auf einem Feld. Sie soll mit den Kindern gesprochen haben und sie angewiesen haben, von nun an jedem 13. eines Monats wieder dort auf sie zu warten. Kein Wunder, dass dieses Wunder Neugierige, Zweifler und Gläubige anzog, die die Erscheinung mit eigenen Augen sehen wollten – und deren Zahl wuchs von Monat zu Monat. Zum furiosen Finale schließlich sollen am 13. Oktober Zehntausende Schaulustige das sogenannte Sonnenwunder gesehen haben, bei der sich die Sonne wie ein Feuerball drehte. 1930 wurde die Erscheinungen von der katholischen Kirche für glaubwürdig erklärt und Fátimas Aufstieg als einer der meistbesuchten Wallfahrtsorte der westlichen Welt nahm seinen Lauf.

Die geheimnisvollen Prophezeiungen von Fátima

Bis in die Neuzeit reichten die Spekulationen um die berühmten Geheimnisse von Fátima, die die Jungfrau Maria den Kindern bei ihrer dritten Erscheinung im Juli mit auf den Weg gegeben haben soll. In den 1940er Jahren schrieb Lúcia, das älteste der Hirtenkinder, die Botschaften nieder. Die ersten beiden Geheimnisse wurden direkt zur Veröffentlichung freigegeben, das dritte jedoch versiegelt dem Papst überstellt.

Im ersten Geheimnis soll Maria den Kindern mitgeteilt haben, dass sie bald in den Himmel kommen – und tatsächlich starben zwei der Hirtenkinder jung wenige Jahre nach den Erscheinungen. Das zweite Mysterium soll das baldige Ende des ersten Weltkrieges, aber auch die Ankündigung eines weiteren, schlimmeren Krieges beinhaltet haben. Das dritte Geheimnis war lange ein Quell großer Spekulationen und Legendenbildungen. Erst 2000 lüftete der Vatikan die Vorhersehung, die nach seiner Deutung das Attentat auf Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 prophezeite.

Lúcia, das letzte der drei Hirtenkinder, trat wenige Jahre nach den Erscheinungen als Nonne ins Kloster ein und starb mit 98 Jahren 2005 – am 13. Februar. Alle bedeutenden Ereignisse rund um Fátima geschahen am 13. eines Monats und so sind dies heute die Pilgertage, an denen besonders viele Menschen kommen und feierliche Prozessionen stattfinden. Im Mai, dem Jahrestag der ersten Erscheinung, und Oktober, dem Jahrestag des Sonnenwunders, quillen die Straßen Fátimas förmlich über vor Pilgern, ein beeindruckendes Bild.

Pilger in Fátima

Anlässlich des 100. Jahrestages der Erscheinungen besuchte 2017 Papst Franziskus Fátima und sprach dabei die beiden früh verstorbenen Hirtenkinder Jacinta und Francisco Marto heilig.

Fátima als wichtige Pilgerstätte

Die Dimensionen der Wallfahrtstätte machen die Bedeutung für die katholische Kirche klar. Was 1919 mit einer kleinen Kapelle am Ort der Erscheinungen im Cova da Iria (Tal des Friedens) begann, hat sich zu einem gigantischen Umschlagplatz des Marienkults entwickelt. Der riesige Kirchenvorplatz ist der größte der Welt, und mit dem Kirchenneubau der Dreifaltigkeits-Basilika rückte Fátima auf Platz vier der größten katholischen Kirchen weltweit.

Man mag zu dieser kulthaften Marienverehrung stehen wie man möchte – eindrucksvoll ist ein Besuch von Fátima allemal und bei einem Urlaub in Mittelportugal sollte ein Ausflug nach Fátima unbedingt dazugehören. Die Wallfahrtsstätte wirkt allein schon aufgrund ihrer Dimensionen erhaben und strahlt insbesondere an den Pilgertagen eine faszinierende Atmosphäre aus Spiritualität und Hoffnung aus. Fátima, das ist ein faszinierendes Konglomerat aus Gigantismus, Glaube und Geheimnisvollem und definitiv einen Besuch wert.

Hoteltipps für Fátima

Das Hotel Coracão de Fátima liegt nur einen Steinwurf von der berühmten Marienwallfahrtsstätte entfernt. Die 47 Gästezimmer präsentieren sich modern, in warmen Erdtönen eingerichtet, und bieten zudem teilweise Aussicht auf die Wallfahrtsstätte.

Eine Top-Adresse für Individualisten, die den Einklang von Natur und Seele suchen, sind die am westlichen Rand von Fátima gelegenen Luz Charming Houses. Im benachbarten Wald lädt u.a. ein „Meditationspfad“ zu besinnlichen Spaziergängen ein und in der magischen Atmosphäre einer Naturgrotte können Sie sich mit Anwendungen und Massagen verwöhnen lassen.

Weitere Hotels in Fátima und Umgebung sowie aktuelle Reiseangebote gibts auf der OLIMAR Themenseite.

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Kategorie: Kunst & Kultur

von

Michaela

Michaela ist freie Texterin und Redakteurin, die schon seit vielen Jahren für OLIMAR schreibt und dadurch ihre Liebe zu Portugal entdeckt hat. Besonders die Strände an der Westküste der Algarve haben es ihr angetan…

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