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Ostern in Apulien: Dieses traditionsreiche Spektakel gehört auf jede Bucketlist!

Ostern in Apulien Prozession

Du liebst es, Länder authentisch zu entdecken und hinter die Kulissen zu blicken? Dann begleite OLIMAR-Italienexpertin Viorica nach Apulien, den sonnigen Stiefelabsatz Italiens. Zu Ostern werden hier jahrhundertealte Traditionen lebendig: In malerischen Dörfern, fernab der großen Städte, kannst du miterleben, wie Glaube, Gemeinschaft und Genuss bis heute den Rhythmus des Lebens bestimmen.

Ostern in Apulien: Tradition pur

Die Ostertraditionen in Apulien halten ganze Dörfer schon Wochen im Voraus in Schach: Die Statuen müssen vorbereitet und geschmückt, Blumenkissen und -teppiche hergestellt, Gesänge geübt werden. Der ganze Ort macht mit, die Kleinen wie die Großen, alle haben eine Aufgabe.

Was für Außenstehende vielleicht übertrieben und manchmal sogar bizarr wirken kann, ist bei den Einheimischen eine lang gewachsene Tradition der Verehrung und muss auch als solche verstanden werden. Denn sie ist noch eine der seltenen Gelegenheiten, bei der die traditionelle Gemeinschaft innerhalb der eng zusammenhaltenden Familien- und Ortsverbände ausgelebt werden kann, die auch im Süden Italiens vom Aussterben bedroht sind.

Osterlämmer & Teigzöpfe mit Ei

Weniger ernst geht es dann am Ostersonntag nach den Umzügen und religiösen Ehrerbietungen zu: In den Auslagen der Pasticcerie liegen die typischen Osterlämmer aus Mandelpaste, die oft viel zu schön und aufwändig dekoriert sind, um sie zu essen. Daneben gibt es die Scarcelle di Pasqua, Teigzöpfe, die ein gekochtes Ei umschliessen.

Natürlich dürfen die süßen Taralli nicht fehlen, die mit Anislikör zubereitet werden und mit einer Zitronen-Zuckerglasur überzogen werden. Einen Siegeszug durch viele europäische Länder hat schließlich auch eine andere Nascherei hinter sich: Wer hat schon eines der in quietschbunter, glänzender Folie eingepackten, typisch italienischen Ostereier mit Überraschung mit nach Hause gebracht?

Rein ins Geschehen: Pie donne & verirrte Madonnenstatue

Osterfeierlichkeiten Apulien

Meine absolute Empfehlung ist der winzige Ort Ginosa. Dieser befindet sich in der Provinz von Taranto und gleich an der Grenze zur Basilicata. Auf 240 Metern über dem Meeresspiegel gelegen, ist er nur wenigen Eingeweihten aufgrund seiner gravine bekannt, jenen canyonartigen, waldbedeckten Einschnitten im Erdboden, die bis zu 200 Meter tief sein können. In diesem wilden Teil Apuliens, der sich bisher allen Einflüssen des modernen Lebens entziehen konnte, findet am Freitag und Samstag vor Ostern eine der beeindruckendsten Osterprozessionen Süditaliens statt.

Im nur von Fackeln erleuchteten Stadtkern, mit einheimischen Darstellern in traditionellen Kostümen, Erzählern und Musikanten und unter Gesängen der schwarzgekleideten pie donne, den frommen Frauen, wird die Passionsgeschichte hier so lebendig, dass man Gänsehaut bekommen kann. Wer ein Stück wirklich ursprüngliches Italien erleben möchte, ist hier goldrichtig!

Auch der Ort Conversano, bekannt durch die Aragoner Burg und die elegante Kathedrale, pflegt seine Ostertraditionen: Im ersten Morgengrauen des Karfreitags wird unter Gesängen der Cristo nero durch die Straßen getragen. Gleichzeitig irrt eine Madonnenstatue im Ort herum, um das verzweifelte Suchen der Mutter nach dem Sohn besonders eindrücklich darzustellen.

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