Aktiv & Natur, Special
Schreibe einen Kommentar

Porto Santo Inselrundfahrt mit dem Jeep

Jeep auf Porto Santo Rundfahrt

Klein, aber oho. Porto Santo könnte wahrlich als Geheimtipp gehandelt werden. Die kleine Schwester Madeiras mitten im tiefblauen Atlantik bietet zahlreiche Highlights, die darauf warten entdeckt zu werden. Zu den ersten Zielen auf der Insel sollte natürlich der 9 Kilometer lange Sandstrand gehören. Tausend Bilder können nicht das beschreiben, was sich auftut, wenn man zum ersten Mal die Füße in den heilenden Wundersand taucht. Links und rechts erblickt man die vorgelagerten, unbewohnten Inseln. Vor einem treffen die Wellen des unendlich wirkenden Ozeans auf die Insel. Tief einatmen und der Urlaub beginnt.

Badeurlauber auf Porto Santo

Unsere Tour beginnt

Wir wollen weitere tolle Orte auf Porto Santo entdecken und buchen eine rund 3-stündige Jeep Safari. Nach einem ausgiebigen Frühstück werden wir mit dem Jeep vom Hotel abgeholt. Unsere Fahrerin ist Rita. Ihr Deutsch mit dem portugiesischen Akzent ist uns auf Anhieb sympathisch. Sie begrüßt uns sehr herzlich und wir fühlen uns sofort willkommen. Mit von der Partie ist ein weiteres Pärchen aus dem bayerischen Raum. Wir verstehen uns alle wunderbar und starten gemeinsam in den Tag. Rita möchte uns zunächst ein wenig kennen lernen und fragt uns einige portugiesische Vokabeln ab. Wieder was gelernt.

Im Jeep auf Porto Santo

Die Insel entstand vor 18 Millionen Jahren und ist damit älter als Madeira. Rita fragt uns im Laufe des Tages öfter hiernach und wir antworten ihr mehr und mehr im Chor. Das wurde unser Running Gag. Im Jahr 1418 wurde die Insel von Seefahrern entdeckt, die nach einem Unwetter hier Zuflucht suchten. Über den Fund war die Besatzung so froh, dass sie den neu entdeckten Ort Porto Santo, „Heiliger Hafen“, tauften.

Wir fahren zunächst durch Vila Baleira, den größten Ort der Insel. Hier soll sich einst Christoph Kolumbus für einige Jahre mit seiner Frau niedergelassen haben. Deren Vater war zu dieser Zeit Gouverneur der Insel. Es ist leider nicht ganz klar, ob hier bereits die Pläne für Kolumbus‘ große Entdeckungstour nach „Indien“ stattgefunden haben. Heute findet man hier noch ein kleines ihm gewidmetes Museum, das seine Geschichte erzählt.

Kolumbus Museum auf Porto Santo

Das bietet Porto Santo

Auf dem Weg zu unserem ersten Stopp erzählt uns Rita viel Interessantes über die Insel. Früher lebte Porto Santo hauptsächlich von der Landwirtschaft. Dies sieht man noch an den zahlreichen Terrassen, die in die Berge hinein gebaut wurden und an denen wir vorbeifahren. Bald würde auch wieder die Kaninchenjagd beginnen, denn nachdem im Entdeckungsjahr ein trächtiges Kaninchen auf der Insel ausgesetzt wurde, leidet sie regelmäßig an einer echten Plage, die besonders schädlich für die damalige Ernte war. Heute ist die Landwirtschaft auf der Insel ausgestorben. Der Klimawandel macht sich auch hier bemerkbar. Wenig Regen und viel Sonne sorgten für wenig Ertrag. Aus diesem Grund gehört mittlerweile der Tourismus zur wichtigsten Einnahmequelle.

Der neue Fokus liegt vor allem darauf das Winterangebot auszubauen. Golfen und Wellness, besonders in Kombination mit dem therapeutischen Sand, gehören da zu den Hauptthemen. Die Insel hat dabei stets den großen Vorteil, dass es auch in den kühleren Monaten nicht kälter als 15 °C. Es gibt sogar Mutige, die dann immer noch gern in die Wellen springen. Für diejenigen, denen dies zu frisch ist, lohnt sich aber immer noch ein langer Spaziergang am Strand oder eine Wanderung durch die Berge.

Wandern auf Porto Santo

Aussichtspunkte auf Porto Santo

Von der Straße aus sehen wir den Hafen der Insel. Die Fähre nach Madeira wartet auf den Abend, wo sie wieder zurück zur Schwesterinsel fahren wird. Vor dem Hafen fallen uns die grünen Säulen auf. Rita erklärt uns, dass dort aus Algen Energie gewonnen wird, denn Porto Santo möchte sich weitestgehend selbst versorgen.

Wir erreichen unseren ersten Stopp: Der Aussichtspunkt Miradouro da Portela. Wir haben von hier aus einen wunderbaren Blick auf den Strand und den Atlantik. Der Ort lädt zum Verweilen ein. Hinter uns stehen 3 Mühlen. Diese sind aber nicht in Betrieb, sollen aber an die frühere Wichtigkeit der Landwirtschaft erinnern.

Porto Santo Aussichtspunkt Portela

Unsere Fahrt geht weiter und wir erreichen eine Art Freilichtmuseum. Hier zeigt uns Rita wie sich die Insel früher versorgte und wie die alten Lehmhütten von innen aussahen. Wir erfahren viel über das damalige Leben und die Geschichte Porto Santos. Mit ihrer witzigen Art bringt Rita uns immer wieder zum Lachen. Sie hat einen tollen Humor.

Unser nächster Halt heißt Porto das Salemas, ein beliebter Platz zum Baden. Hier haben sich natürliche Poolbecken gebildet, die sich mit frischem Ozeanwasser füllen. Das Wasser ist sehr klar und wird durch die Sonne gewärmt. Der Ort ist ein beliebtes Fotomotiv.

Porto das Salemas


Während unserer Fahrt fragen wir Rita Löcher in den Bauch. Sie erzählt uns alles über das Leben auf der Insel, wie ihr Alltag aussieht, welche Probleme Porto Santo hat und wie die Pläne der kommenden Jahre aussehen. Es ist sehr interessant so viele Informationen aus erster Hand zu bekommen.

Auf einmal machen wir einen ungeplanten Halt mitten auf einem Wanderweg. Ein Pärchen, das Rita zu kennen scheint, winkt und freut sich sehr, sie zu sehen. Es stellte sich heraus, dass die beiden zuvor die Jeep Tour gemacht hatten und nun eine der Wandertouren unternehmen, die Rita empfohlen hatte. Nach einem kurzen Plausch geht die Tour weiter in Richtung Quinta das Palmeiras. Uns tut sich ein grünes Paradies mitten in den kargen Ebenen auf. Die kleine Palmenfarm mit verschiedenen Vogelarten, Schmetterlingen und Fischen lädt zu einem kleinen Spaziergang und einer Verschnaufpause im Café ein. Wir haben sogar die Möglichkeit einen Kakadu zu streicheln und hätten nie gedacht, dass sich die Federn so weich anfühlen würden.

Quinta das Palmeiras Porto Santo
Kakadu auf Porto Santo

Unser nächster Stopp befindet sich am höchsten Punkt im Westen der Insel, dem Pico Ana Ferreira. Wir staunen nicht schlecht als wir die außergewöhnlichen fünfeckigen Gesteinsformationen sehen. Diese entstanden vor Millionen von Jahren durch vulkanische Aktivitäten in Kombination mit der Eiszeit, bei der sich die Steine schockartig zusammenzogen und dabei diese Form annahmen.

Ana Ferreira Porto Santo

Die Natur ist wirklich spektakulär. Von hier aus haben wir auch einen tollen Blick auf den 18-Loch-Golfplatz. Auch hier ist es sehr grün, was daran liegt, dass der Platz mit gereinigtem Abwasser bewässert wird, um ihn so ökologisch wie möglich zu gestalten. Die Golffläche bettet sich perfekt in die Landschaft ein und bietet ein atemberaubendes Panorama mit Blick auf die Berge und das Wasser.

Porto Santo Golf

Es steht schon der letzte Halt auf unserem Plan: Miradouro das Flores. Der Aussichtspunkt befindet sich ganz im Westen der Insel. Hier haben wir einen wunderbaren Blick auf die vorgelagerte Kalkinsel, den Strand von Porto Santo und ganz hinten am Horizont erkennen wir sogar Madeira.

Miradouro das Flores Porto Santo

Hier endet leider schon unsere Tour. Es war ein toller Vormittag mit wunderbaren Menschen. Wir haben viel erfahren, viel gelacht und viel gesehen.

Diesen Artikel Freunden empfehlen:
Kategorie: Aktiv & Natur, Special

von

Juliane M.

Juliane ist in der Reisewelt zu Hause und bringt ihre Urlaubserfahrungen gern zu Papier. Im Süden Europas hat die kleine italienische Insel Ischia ihr Herz erobert. Am liebsten plant sie eigene kleine Rundreisen, durch die man Land und Leute noch besser kennenlernen kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.