Alle Artikel in: Land & Leute

Ericeira in Portugal

Ericeira – vom Fischerdorf zum Surf-Hotspot mit Charme

Der Ort Ericeira befindet sich im äußersten Westen Portugals an Lissabons Küste, nur ca. 30 Autominuten nördlich von Portugals Hauptstadt entfernt. Heute als Surfmekka bekannt, hat Ericeira aber noch weitaus mehr zu bieten mit seinen verwinkelten Gässchen, den leckeren Restaurants und nicht zuletzt, weil es sich seinen ursprünglichen Charme bewahrt hat. Das erste Mal las ich vom Örtchen Ericeira in einer Zeitschrift im Flugzeug. Es ging um Surfkultur und die traditionsreiche Surfboardmanufaktur Semente Surf aus dem Jahr 1982. Der Artikel fesselte mich so sehr, dass ich beschloss, irgendwann einmal dorthin zu reisen. Und tatsächlich: Ich habe meinen Urlaub in Ericeira so genossen! Ericeira damals Bis vor ca. 18 Jahren war das heutige Surfmekka noch ein verschlafenes Fischerdorf. Nur Einheimische machten in den Ferien hier Urlaub und es gab lediglich den klassischen Sommertourismus von Juli bis August. Den ausländischen Tourismus, so wie es ihn heute gibt, gab es damals so gut wie nicht und nur die Einheimischen kamen zum Surfen hierher. In der Vor- und Nachsaison war der Ort wie ausgestorben und der Haupterwerb der Portugiesen …

Blick auf Leuchtturm Sagres

Sagres an der Algarve – wandeln, wandern, surfen, segeln, staunen

Vor langer, langer, Zeit galt der Felsenkoloss in Sagres an der Algarve mit dem mystisch klingenden Namen Cabo de São Vicente als das Ende der Welt. Wer an der Spitze der sich wie ein Finger aus dem Meer emporhebenden Klippe vorbeisegelte, wusste vor tausend Jahren noch nicht, wohin der Weg gen Westen führte. Dort, wo allabendlich die Sonne ins Meer stürzte und der Himmel leuchtendorange brannte, lag vielleicht das Tor zum Purgatorium, dachte man. Jedoch nur so lange, bis ein portugiesischer Prinz den Seeweg nach Indien finden wollte und das Kap am Heiligen Vorgebirge zum Forschungszentrum für seine Vision erkor. Der Prinz nannte das Fischerdorf Vila do Infante und ließ eine Festung bauen. Er war der Großmeister des portugiesischen Christus-Ritterordens, Burgherr von Silves, und erster Gouverneur des Königreiches der Algarven. Sein Name lautete Infante D. Henrique, Prinz Heinrich der Seefahrer. Heinrich der Seefahrer in Sagres Prinz Heinrich setzte mit seiner Mission, den Seeweg nach Indien zu suchen, völlig neue Maßstäbe in der damals noch herrschenden Weltenordnung. Er verhalf dem Königreich Portugal zu Ruhm und Ansehen …

Benagilhöhle Algarve

Friedlichste Länder der Welt: Portugal auf Platz 3 hinter Island und Neuseeland

Portugal bietet Ihnen nicht nur bis zu 315 Sonnentage im Jahr, über 3.000 wunderschöne Strände, eine fantastische vielfältige Landschaft und gastfreundliche Einwohnern, sondern auch krisenfesten Frieden wie das Institute for Economics and Peace (IEP) in seinem Global Peace Index jetzt veröffentlicht hat. Das Institute for Economics and Peace mit Sitz in Sydney hat mit dem Global Peace Index –dem Weltfriedensindex – sein jährliches Ranking zur Sicherheitslage in 163 Staaten der Erde erstellt. Für das Ranking bewertete das Institut jedes Land nach 24 Faktoren, für die es jeweils eine Punktzahl gibt. Je niedriger der Wert, desto friedlicher ist der Staat. Bewertet werden Kriterien wie die Anzahl der geführten Kriege über die Zahl der Berufssoldaten bis hin zur vorrätigen Waffenmenge. Von der Beziehung zu den Nachbarländern über die Kriminalitätsrate bis hin zum Respekt vor Menschenrechten. Wo ist es sicher? Die Konflikte in unserer Welt nehmen zu und betreffen leider auch klassische Ferienziele: In der Türkei werden Urlauber inhaftiert, weil sie verdächtigt werden, sich in den sozialen Medien gegen Präsident Erdoğan ausgesprochen zu haben. In mehreren westeuropäischen Ländern …

Küste Manarola

Einzigartiges erleben – außergewöhnliche Orte in Italien

Jedem sind Städte wie Rom, Venedig, Verona oder Destinationen wie Sardinien, Capri und Kalabrien bekannt. Doch das Heimatland geschichtlicher Ursprünge, des guten Essens, der schönsten Strände und der raffiniertesten Mode bietet zudem zahlreiche unbekannte und vor allem außergewöhnliche Orte, die während einer Reise nach Italien nicht unentdeckt bleiben sollten. Es gibt viel zu sehen. Caldari di Ortona – Das Dorf mit der Weinquelle Auf der Route des rund 316 Kilometer langen Pilgerweges Cammino di San Tommaso, der am Petersdom in Rom startet und bis zum Hafenort Ortana an der Adriaküste führt, bleibt der Besuch des kleinen Dorfes Caldari di Ortona in Abbruzzen nicht aus. Viele Winzer haben ihr Weingut in dieser Region angesiedelt, sodass es schwer fällt, sich und seine Erzeugnisse zu präsentieren. Um die Besucher dennoch anzulocken, installierte einer der Winzer eine Art Weinbrunnen, der 24 Stunden am Tag kostenlosen Rotwein ausschenkt. Pilgerer, Touristen und Einheimische können sich der Quelle jederzeit bedienen, so viel sie möchten. Auf der spirituellen Reise vorbei an traumhaften Naturspektakeln und Klöstern zählt die Quelle im Weingut Dora Sarchese zu …

Häuser in der Alfama

Alfama in Lissabon – Herzstück von Portugals Hauptstadt

Das bunte, quirlige Gassenlabyrinth in der historischen Alfama in Lissabon spiegelt den lebenslustigen Esprit der kosmopolitischen Metropole am Tejo wieder und lädt ein zum Bummeln und Genießen. Die berühmte Al- Fama in Lissabon Al-Fama. Hier wohnt die Seele der stolzen Metropole von Portugal. Das Herz in über 2000 Jahren Stadtgeschichte eingefangen ist spürbar bei jedem Schritt über kopfsteingepflasterte Treppen und beim Erkunden der Labyrinthartigen Häuserdurchlässe. Tagsüber atmet die Al- Fama die schattige Stille in den Gassen ein, nachts sorglose Lebenslust aus. Das Zittern der portugiesischen Gitarre erfüllt die Kneipen der Alfama zum Fado de Lisboa Gesang. Der eigentümliche Klang dieser unvergleichbaren Musik betört Menschen aus aller Welt, die extra bis hierherkommen, weil sie das authentische, das wahre Lissabon suchen. Noch ist es da, das Ursprüngliche. Noch ist der Charakter von Al-Fama nicht der sich auftürmenden Tourismuswelle in Lissabon zum Opfer gefallen, und das bleibt (hoffentlich) so lange so, solange Lissaboner die Al- Fama am Leben erhalten. Winzige Kneipen und ihre Wirtsleute, die reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Tante-Emma-Läden, gerade einmal so groß wie …

Sete Cidades auf den Azoren Blumen und See

Der große Azoren-Inselvergleich – welche Insel passt zu welchem Urlauber?

Mitten im Atlantischen Ozean gelegen, findet man das Paradies auf Erden – die Azoren. Nach rund 5 Flugstunden erreicht man die Inseln, die sich rund 1.360 Kilometer vom portugiesischen Festland entfernt befinden und in 9 große Eilande mit der Hauptinsel São Miguel unterteilen. Knappe 600 weitere Kilometer als zum europäischen Festland trifft man bereits auf Kanada. Die 9 Inseln werden in 3 Gruppen eingeteilt: die nordwestliche, die zentrale und die südöstliche Gruppe. Welche Insel was zu bieten hat, erfahren Sie in unserem Azoren-Inselvergleich – auf einer kleinen Reise von West nach Ost über die facettenreichen Azoren: Corvo – Die Kleine Corvo zählt zu der nordwestlichen Gruppe und ist die kleinste der 9 Inseln. Auf rund 17 Quadratkilometern befindet sich nur eine Siedlung mit 430 Einwohnern. Vila do Corvo, wie die Inselhauptstadt heißt, zählt damit zu den kleinsten Städten Europas. Corvo bedeutet übersetzt Rabe, der auf der Insel zuhauf zu finden ist. Auch auf der Flagge ist der Vogel abgebildet. Corvo entstand aus dem mittlerweile erloschenen Vulkan Monte Gordo, der die kesselförmige Caldera bildet, in der …

Strand von Comporta

Comporta: Portugals neuer Hotspot

An der Küste des Alentejo, eine gute Autostunde südlich von Lissabon entfernt, gibt es eine fast unentdeckte Landschaft mit unberührte Natur und rund 60 (!) Kilometern langen feinsandigen Stränden. Wie ist das möglich? Der Küstenabschnitt mit sieben Dörfern, Pinienwäldern, Weinanbau, Sümpfen, Dünen und paradiesischen Stränden war zuvor im Privatbesitz der größten Bankiersfamilie Portugals, Espírito Santo. Nachdem diese insolvent geworden war, wird die Landschaft nach und nach unter Umweltauflagen erschlossen. Ruhig und naturbelassen – der Strand von Comporta Ein großer Teil rund um Comporta und das Flussdelta des Sado ist Naturreservat. Über 100 seltene und geschützte Tierarten – Vögel, Tigerfische, Süßwasserdelfine und Wale – sind hier zu Hause. Deshalb führen auch Sandwege anstatt asphaltierte Autobahnen durch die Landschaft und Urlauber wie Einheimische fahren mit dem Fahrrad zum weißen Strand. In Comporta erwarten Sie vor allem Ruhe und Natur pur. Selbst im Sommer, wenn sich gefühlt halb Lissabon ins Auto setzt und mit Kühltaschen und Sonnenschirmen ausgerüstet an die kilometerlangen Stränden fährt, bleibt Abstand gewahrt. Prominente Comporta Fans dank Entschleunigung Hippes Nightlife, glamouröse Edelboutiquen oder preisgekrönte Hotels …

Blick auf die Stadt Moura

Stille Dörfer am großen See – Ausflug an den Alqueva-Stausee im Alentejo

Der Rio Guadiana Fluss ist die Lebensader des Alentejo und speist den größten Stausee in Europa. Die stillen Dörfer rund um die Talsperre am „großen See“ versprühen eine ureigene Mystik und laden abseits aller Touristenrouten zum Erkunden ein. Die Straße endet im Wasser. Eine merkwürdige Stimmung begleitet den Blick über die Wasseroberfläche, und er verharrt dort, wo einst die Straße endete. Im Bauerndorf Luz. „Selbst 15 Jahre später ist es ungewohnt in einem Haus zu leben, das meinem Haus gleicht, aber doch nicht meines ist“, sagt Senhor Joaquim, einer der ältesten Anwohner im neuen Dorf Luz an der Talsperre Barragem de Alqueva, und er weiß wovon er spricht. Denn er ist im „alten“ Luz geboren und hat die Hälfte seines Lebes dort verbracht. Mammutprojekt Alqueva-Stausee Der im Volksmund „große See“ genannte Stausee gilt für die Anwohner der Gegend als ein Mythos. Niemand hat damals daran geglaubt, dass dieses Mammutprojekt für Wasser- und Stromversorgung Realität wird, schließlich begleitet der Bau des größten Stausees in Europa die Geschichte des Alentejo seit 50 Jahren. Heute misst der Alqueva-Stausee …

Madeira Funchal Weihnachtszeit

Madeira zur Weihnachtszeit – Märkte, Messen und ein rekordverdächtiges Feuerwerk

Madeira ist nicht nur für seine beeindruckende Flora und Fauna bekannt, sondern auch für eine wunderschöne Weihnachtsbeleuchtung und das einzigartige Feuerwerk zu Silvester in der Inselhauptstadt Funchal, das es zum Jahreswechsel von 2006 auf 2007 sogar in das Guinessbuch der Rekorde geschafft hat. Bereits im November beginnen die umfangreichen Vorbereitungen. Auf der gesamten Atlantikinsel werden unzählige Lichter angebracht, auf allen größeren Plätzen ein Weihnachtsbaum aufgestellt und in liebevoller Detailarbeit Weihnachtskrippen aufgebaut. Am 1. Dezember ist es dann soweit: Feierlich wird die Weihnachtsbeleuchtung angeschaltet und die Städte und Dörfer auf Madeira erstrahlen in vielen bunten Farben. Besonders die Hauptstadt Funchal glänzt mit Tausenden von Lichtern und faszinierender Straßendekoration. Weihnachtskrippen in Funchal Auf zahlreichen Straßen und Plätzen stehen traditionelle Weihnachtskrippen (Lapinhas), die liebevoll aus den verschiedensten Materialien hergestellt sind. Eine der bezaubernden Krippen befindet sich auf dem zentralen Platz der Avenida Arriaga in Funchal, wo auch weihnachtliche Unterhaltung in Form von Konzerten, z. B. von Bands, Volksgruppen und Kinderchören, geboten wird. Entlang der Avenida Arriaga bis zur Kathedrale findet vom 1. Dezember bis zum 7. Januar des …

Brennofen Kuhglocken

Zu Besuch in einer Kuhglocken-Manufaktur im Alentejo – Der Marsmensch von Alcáçovas

Wie ein Marsmensch bewegt sich der Mann durch die Werkhalle. Seine Schutzkleidung macht schnelle Bewegungen unmöglich: ein hitzeabweisender, silbrig glänzender Umhang, ein Halsschutz, feuerfeste Handschuhe und ein massiver Helm mit feuersicherem Sichtfenster. Tapsig nähert sich der Mann dem Brennofen, erfaßt mit einer langen Stange ein Objekt nach dem anderen, das auf einem fahrbaren Tisch vor ihm liegt, und schiebt es in den Brennofen. Was er da brennt, sind Kuhglocken. Der Marsmensch gehört zum Handwerker-Team der Kuhglocken-Manufaktur Chocalhos Pardalinho im Örtchen Alcáçovas in Portugals Region Alentejo, etwa 130 Kilometer südöstlich von Lissabon. Früher gab es hier ein Dutzend Betriebe und mehr, die sich auf die 2000 Jahre alte Kunst der Kuhglocken-Herstellung verstanden. Das Wissen um diese komplizierte Technik wurde früher vom Vater auf den Sohn vererbt, schriftliche Aufzeichnungen gibt es nicht. Heute existiert nur noch dieser eine Betrieb. Die Mannschaft – hier arbeiten tatsächlich nur Männer! – stammt schon längst nicht mehr aus einer Familie, so wie es früher Tradition war, sondern ist bunt zusammengewürfelt. „Hier lernt und macht jeder alles!“ sagt einer der Arbeiter. Die …