Zuletzt aktualisiert am 11. Mai 2026
Geboren 1972 in Argentinien, durch die Welt gereist und heute eng mit Portugal verbunden, hat Chakall eine Küche entwickelt, die persönlich, lebendig und von Begegnungen geprägt ist. Seine Gerichte erzählen von Märkten, von gemeinsamen Abenden und davon, dass Essen immer mehr ist als das, was auf dem Teller liegt.
Der in Portugal und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Koch verbindet südamerikanische Aromen mit portugiesischer Tradition und mediterraner Leichtigkeit. OLIMAR Autorin Julia hat Chakall bei seinem Besuch in Köln interviewt. Dort realisierte er gemeinsam mit OLIMAR ein Kochevent.
Julia: Viele kennen dich als TV-Koch, Unternehmer und leidenschaftlichen Botschafter der portugiesischen Küche. Wie würdest du dich selbst in drei Worten beschreiben?
Chakall: Ich. Bin. Chakall. (lacht) Ich glaube, ich bin ein guter Botschafter für Portugal, gerade, weil ich nicht dort geboren bin. Ich habe mir das Land bewusst ausgesucht. Ich hätte überall neu anfangen können, aber ich habe Portugal gewählt. Ich bin angekommen und geblieben. Und wenn man sich freiwillig für ein Land entscheidet, spricht das für eine echte Verbindung.
„Die Portugiesen sind unglaublich herzlich. Diese Freudlichkeit ist echt, nicht fake.“
Julia: Du lebst seit vielen Jahren in Portugal. Was hält dich dort, was lässt dich bleiben?
Chakall: Die Menschen. Natürlich sind das Essen und das Klima fantastisch. Die Portugiesen sind unglaublich herzlich – und zwar nicht nur zu Touristen. Ich lebe dort, ich kenne den Alltag, und ich kann sagen: Diese Freundlichkeit ist echt. Nicht fake, nicht gespielt. Das ist Portugal für mich.
Julia: Was macht die portugiesische Küche für dich einzigartig im Vergleich zur mediterranen Küche beispielsweise?
Chakall: Portugal hat den besten gegrillten Fisch der Welt. Und das sage ich als Argentinier, der Fleisch liebt und mit Fleisch groß geworden ist! Wenn selbst ich sage, dass der Fisch hier unschlagbar ist, dann bedeutet das etwas. Für mich ist die portugiesische Küche eine Produktküche. Sehr ehrlich, sehr direkt. Gutes Olivenöl, Knoblauch, vielleicht etwas Zwiebel. Und dann eine großartige Proteinquelle: Fisch, auch mal Ziegen- oder Lammgleisch … Mehr braucht es nicht. Und das Olivenöl aus Nordportugal? Für mich das beste der Welt.
Julia: OLIMAR steht für Reisen mit Geschmack und Leidenschaft. Welche Region Portugals sollten Foodies unbedingt besuchen?
Chakall: Ganz klar: das Dourotal. Die Douro Region ist nicht nur eine der besten Weinregionen Portugals, sondern auch kulinarisch unglaublich spannend. Besonders die Gerichte aus Trás-os-Montes, kräftige Eintöpfe, rustikale Pfannengerichte, das ist pure Seele. Ein Klassiker ist Cabrito, also Zicklein aus dem Ofen, oft mit Reis serviert. Ich liebe das Restaurant Gémeas bei Vila Verde nahe Braga, das Essen dort ist echt ein Traum!
„Wenn man in Lissabon ist, sollte man unbedingt in eine Marisqueira gehen!“
Julia: Hast du persönliche Geheimtipps für Lissabon? Ein Restaurant, eine Tasca, ein Markt … ?
Chakall: Wenn man in Lissabon ist, sollte man unbedingt in eine Marisqueira gehen, also Meeresfrüchte essen. Die beste ist für mich ganz klar die Cervejaria Ramiro. Frischer geht es nicht. Dazu ein kaltes Bier oder einen Vinho Verde, perfekt! Ein tolles kleines Restaurant ist die Taberna Albricoque, nahe dem Santa Apolónia Bahnhof, ein fantastisches Preis-Qualitäts-Verhältnis.
Natürlich esse ich auch gern in meinem eigenen Restaurant, dem La Panamericana, in Belém. Und wenn ich Lust auf etwas Anderes habe: großartige Cachupa, das kapverdische Nationalgericht, gibt es in der Taverna dos Amigos.
Julia: Gibt es ein Gericht aus deiner Kindheit, das du nie vergessen hast – und das du heute für deine Kinder kochst?
Chakall: Definitiv. Ich komme aus Argentinien, aber bei uns spielen auch italienische Einflüsse eine große Rolle. Ich habe als Kind Cannelloni alla Rossini, also mit Fleischfüllung, Béchamel- und Tomatensauce. Und natürlich Empanadas. Das koche ich heute noch für meine Kinder.
Julia: Wie sieht für dich der perfekte portugiesische Abend mit Familie und Freunden aus?
Chakall: Ich sitze auf meiner Terrasse in Lissabon mit Blick auf den Tejo, in der Hand einen Port-Tonic. Dann spazieren wir durch Bairro Alto, essen hier und da ein paar Petiscos, Gambas mit Knoblauch und so. Meine Kinder sind echte Gourmets, sie entscheiden oft, wo wir hingehen. Sie lieben zum Beispiel Frango piri piri. Im Stadtteil Penha de França gibt es ein Restaurant namens Primavera. Nicht chic, aber das Hähnchen dort? Das Beste! Für mich ist das Portugal: gutes Essen, gute Menschen, kein großes Theater. Am Ende sind es wie immer die Leute, die den Unterschied machen und Portugal so besonders.
Auf den Geschmack gekommen? Wir haben ein exklusives Chakall-Rezept für euch!


Pastéis de Nata (12 Stück)
- 500 ml Vollmilch
- 20 g Butter
- 2 Prisen Zimt
- Zesten von ½ Bio-Zitrone (ca. 2 Streifen)
- 200 g Zucker
- 20 g Maismehl
- 6 Eigelb
- 1 Rolle Blätterteig (Kühlregal)
- Butter für das Muffinblech
- Zimt zum Bestreuen
1. Den Backofen auf 220 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
2. Milch, Butter, Zimt und Zitronenzesten in einen Topf geben. Bei mittlerer Hitze erwärmen, bis die Butter geschmolzen ist. Die Mischung sollte heiß sein, aber nicht kochen.
3. Zucker und Maismehl in einer Schüssel mit einer Gabel gründlich vermischen. Die Mischung unter Rühren mit dem Schneebesen in die heiße Milch einrühren. Kurz aufkochen lassen, bis eine puddingartige Konsistenz entsteht. Vom Herd ziehen.
4. Die Eigelbe in einer Schüssel leicht verquirlen. Die Milch-Stärke-Masse etwas abkühlen lassen (handwarm), dann die Eigelbe unter ständigem Rühren einarbeiten. Nicht mehr kochen lassen!
5. Den Blätterteig der Länge nach falten und zu einer festen Rolle aufrollen. In 12 daumendicke Scheiben schneiden.
6. Die Creme gleichmäßig in die Blätterteig-Mulden füllen (nicht randvoll).
7. Im heißen Ofen 12–15 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun ist und dunkle Flecken bekommt. Nach Belieben noch warm mit Zimt bestreuen.
Foto oben: © Nadine Dilly






